Sprachverbot - Faktum Magazin
Sprachverbote

Sprachverbote I – Was man nicht mehr sagen darf: „Muselmann“

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Sprachverbote I

Was man nicht mehr sagen darf

Auch wenn die innere Sicherheit – Clans, Vergewaltigungen, Terrorismus, … – in der Kritik steht, eins funktioniert:

Die Sprachzensur läuft wie geschmiert.

Ein Politiker, der nicht von „Bürgerinnen und Bürger„, sondern korrekt nur von den Bürgern spricht, hat keine Chance und wird aussortiert.

So ist es bei vielen Begriffen, die negative Konsequenzen für den Einzelnen mit sich bringen.

In dieser Serie widmet sich Faktum „bösen“ Begriffen.

Heute:

Der Muselmann

Der Begriff des Muselmanns gilt heutzutage unter den Politisch Korrekten als Beleidigung. Benutzt man dieses Wort bei Facebook, reicht es für eine 24 stündige Sperre. Die deutsche Rechtsprechung ist sich nicht einig, ob es sich um eine Beleidigung handelt oder nicht. Das kommt darauf an, ob ein Social Justice Warrior den Vorsitz in der Verhandlung hat oder nicht.

Die Muselmänner bei Islam.de behaupten, dieser Ausdruck entstamme aus der KZ-Sprache des 3. Reiches.

(…) Lagersprache in Nazi-KZs und heutige Muselmann-Lied

Der Begriff „Muselmann“ tauchte bereits in früheren Zeiten in Deutschland auf. Damals war „Muselmann“ ein bei den Nazis üblicher Begriff, womit Insassen in Konzentrationslagern bezeichnet wurden. Da sie wegen der brutalen Führung durch Unterernährung bis auf die Knochen abgemagert waren und nur noch auf den Boden knien konnten, erinnerte sie die KZ-Lageraufseher offenbar bei diesem Anblick an das Gebet der Muslime. (…)

Der Begriff des Muselmannes ist viel älter. In der klassischen Literatur tauchte der Begriff immer wieder als nicht wertender Begriff für den Moslem auf. Der Begriff des Moslems wurde erst später eingeführt.

Muselmann tauchte in der Sprache des KZs Ausschwitz unter den Lagerinsassen auf. Es war also kein Ausdruck der Nazis, sondern der Häfltinge. Was wäre aber der Muselmann, wenn er dem Ungläubigen keine Vorschriften machen könnte?

In den gemeinen Sprachgebrauch ist diese Nutzung nicht eingeflossen. Was wäre, wenn alle Ausdrücke, die in Gruppen anders verwendet werden, auf den Index kämen?

Selbst die Wikipedia sieht den Ausdruck als völlig normalen Ausdruck bis ins 19. Jahrhundet an. Warum sich die Wahrnehmung des Begriffes verschoben haben soll, sagt sie nicht.

(…) Bis ins frühe 19. Jahrhundert war Muselmann die übliche deutschsprachige Bezeichnung für Muslime. (…)

Gotthold Ephraim Lessing hat den Begriff in seinem Werk Nathan der Weise von 1779 völlig ohne negativen Beigeschmack verwendet. In seinem Drama geht es gerade um Toleranz und Humanismus in der Zeit der Aufklärung. Mittlerweile ist der Begriff der Toleranz in diesem Stück als ein wenig überstrapaziert zu sehen.

In der Ringparabel als Teil des Dramas geht es um die Gleichwertigkeit der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam. Dies wird mittlerweile durch den Terror des Islams in Frage gestellt. Grundsätzlich aber gelten hier alle drei Religionen als gleichwertig und der Begriff des Muselmanns wird wertfrei benutzt.

Aus Lessings Nathan der Weise (1779)

(…) Du sätest in mir die Samen der Toleranz, deiner Toleranz.
Denn egal, ob Jud, ob Christ, ob Muselmann: alles war dir gleich.
Nicht einmal deinen eigenen Glauben stelltest du über den von anderen.
Wahrlich! Das war wohl auch der Grund, warum Saladin dir ebenfalls verfallen war.
Genauso wie er wurde ich dein Freund. (…)Nathan der Weise - Eine fiktive Rede des Tempelherren an Nathans Grab.

Islamisierung in der Politischen Korrektheit

Ein wertfreier Begriff, der als altertümliche Bezeichnung für den Moslem gilt, wird durch den Moslem selbst (islam.de) und politisch korrekte Richter als Beleidigung gebrandmarkt. Der Begriff dient nun dazu Menschen auf den islamischen Weg zu bringen. Korrekt ist nur, was der Islam als korrekt bestimmt. Dass nun Behörden und Gerichte auf diesen Zug aufspringen, zeigt lediglich die fortschreitende Islamisierung im Land.

Es ist in Ordnung, Deutsche als Köterrasse zu bezeichnen. Ist man Teil der Köterrasse, ist es aber nicht legitim einen nicht wertenden, altmodischen Ausdruck für Zugehörige des Islams zu verwenden. Politische Korrektheit gilt hier einseitig und ist auch alles andere als korrekt.

Heinz Erhardt und eine „Sprache aus dem KZ”

Wie absurd das Märchen vom diskriminierenden Begriff ist, zeigt uns Heinz Erhardt. Der als deutsch-baltischer Komiker, Musiker, Komponist, Unterhaltungskünstler, Kabarettist, Schauspieler und Dichter und durch die deutschen Landen zog. Während des Krieges in der Nazizeit schrieb er Friedensgedichte. Er prägte z. B. das folgende Zitat:

Wer nun erzählen will, dass Lessing und Erhardt Nazis sind, sollte überprüfen, ob er nicht zu viel mit Menschen umgang hat, die von der Köterrasse sprechen. Heinz Erhardt eine diskriminierende Nazisprache zu unterstellen ist krank.

Heinz Erhardt – Der Muselmann


Texthinweis:

Islam – sind wir zu blauäugig? von Hans-Peter Raddatz

 

 

Wolf Jacobs

3 comments

  1. Matthias Mala 13 September, 2017 at 18:30 Antworten

    Der Begriff Muselmann beschrieb in der Lagersprache der KZ Häftlinge, die in Agonie lebten. Sie waren physisch nicht mehr präsent, sondern glichen dem, was man als lebende Leiche bezeichnet. Dieser Begriff hat sich sinngemäß erhalten, indem unter Drogensüchtigen für Personen im erkennbaren Endstadium ihrer Sucht gebraucht wird. – In beiden Kontexten hatte der Begriff nichts mit einer religiösen Zuordnung zu tun, sondern lehnte sich an die verklärte Haltung und mümelnde Sprache von Betenden an.

    • Balthazar Vanitas
      Balthazar Vanitas 13 September, 2017 at 18:35 Antworten

      …und Beten hat nichts mit Religion zu tun? 😉

      Die Verbindung des Begriffs aus der KZ-Sprache zum normalen Gebrauch schlagen Moslems und die Obrigkeit. Wie er nun in einem KZ verwendet wurde, spielt für den gewöhnlichen Gebrauch aber keine Rolle. Nur der politisch korrekte Mensch macht ein Politikum draus.

      Der Muselmann aus der Literatur und damit dem normalen Sprachgebrauch ist wertfrei.

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