zwischendurch

zwischendurch: Demokratie mit den Grünen und ihrer Urwahl

Demokratie mit den Grünen und ihrer Urwahl

Die Grünen sind ein Musterbeispiel, was das Demokratieverständnis anbelangt. Wie genau dieses Demokratieverständnis aussieht, sieht man im Folgenden.

Alles ist ‚basisdemokratisch

Alle Infos zur Urwahl: Basis ist Boss

Unsere Mitglieder entscheiden, wer unser Spitzenduo für die Bundestagswahl 2017 wird. Wer konnte sich bewerben? Wo kann ich die Kandidatinnen und Kandidaten live erleben? Wie läuft die Abstimmung und wann gibt es das Ergebnis? An wen kann ich mich mit Fragen wenden? Hier findest Du die Antworten.

14.10.2016

2012 erstmals durchgeführt, ist die Grüne Urwahl bereits eine Erfolgsgeschichte grüner Basisdemokratie. Was keine andere Partei in Deutschland wagt, wiederholen wir: Bei der Grünen Urwahl können alle, die bis zum 1. November 2016 Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geworden sind, unser Spitzenduo für die Bundestagswahl 2017 wählen.

Wie sieht diese Basisdemokratie in der Praxis aus?

Wegen des Frauenstatuts müssen immer alle Parteipositionen „paritätisch“ besetzt sein. Das soll heißen: Alles muss mit einer Frau und einem Mann besetzt sein. Okay, so ganz treu sind sie sich da nicht, da zwei Frauen an der Spitze gehen, zwei Männer aber nicht. Das ist gelebte Geschlechtergerechtigkeit (Gender Mainstreaming)!

Gewählt werden zwei Spitzenkandidat/innen, darunter muss mindestens eine Frau sein. Wir haben die Grüne Urwahl auf dem Länderrat am 10. September 2016 in Berlin gestartet. Bis zum 17. Oktober 2016 konnten sich alle Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als grünes Gesicht für die Bundestagswahl 2017 bewerben, sofern sie als Direktkandidatin oder Listenkandidat für die Bundestagswahl aufgestellt wurden oder ein Votum von einem Kreis- oder Landesverband haben.

„Mindestens eine Frau“ bedeutet, dass es eben auch mehr als eine Frau sein kann. Dementsprechend ginge eine weibliche Doppelspitze, eine männliche Doppelspitze ging nicht. Ähnliche Formulierungen gibt es bei der Linken. Dort muss auch alles mit mind. 50 % Frauen besetzt sein.

Die aktuelle praktische Durchführung

Die Grünen - Urwahl - KandidatenMomentan gibt es eine Kandidatin und drei Kandidaten. Das führt dazu, dass die einzelne Kandidatin auf jeden Fall gewählt werden muss.

Die einzelne Kandidatin muss sich also keiner Konkurrenz stellen, sie ist ohnehin gewählt.
Die männlichen Kandidaten dürfen dann zu dritt um die verbliebene Position konkurrieren.

 

Katrin Göring-Eckardt, Robert Habeck, Anton Hofreiter und Cem Özdemir bewerben sich um die beiden Plätze des „Spitzenduos“.

Na, dann raten wir doch einmal, wem wir bereits jetzt gratulieren können… Natürlich: Es ist die Katrin Göring-Eckardt! Im Schweiße ihres Angesichts hat sie sich bereits jetzt durchgesetzt!

 

Der Stimmzettel zur Urwahl sieht so aus

„Dein Stimmzettel ist ungültig, wenn du eine Person zweimal oder zwei männliche Bewerber wählst.“

Wahlzettel - Die Grünen - Urwahl

„Dein Stimmzettel ist ungültig, wenn du eine Person zweimal oder zwei männliche Bewerber wählst.“

Man hat also ganz basisdemokratisch das Recht die Dame freundlich abzunicken und einen der drei männlichen Kandidaten zu wählen. Will man die Dame auf gar keinen Fall wählen, kann man nur die ganze Liste ablehnen oder sich aber enthalten.

Das ist überzeugend demokratisch, nicht wahr? Die Frau kommt ohne Konkurrenz und Druck auf ihren Platz. Ein beeindruckender Beweis, dass es dem Feminismus nur um Gleichberechtigung geht. …ich glaube, ich denke da nochmal drüber nach. 😉

„Wer die Grünen wählt, wählt Demokratie.“ Gut, der Scherz war schlecht.


In den Kommentaren macht man darauf aufmerksam, dass man auch nur eine Stimme abgeben kann und die Kandidatin eben nicht wählt. Das ändert allerdings nichts. Die Spitze muss immer noch „paritätisch“ besetzt sein. Notfalls wäre Göring-Eckhardt dann mit 0 Stimmen gewählt.

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