Rezension: Markus Meier – Lernen und Geschlecht heute

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Rezension:

Markus Meier – Lernen und Geschlecht heute
Zur Logik der
Geschlechterdichotomie
in edukativen Kontexten

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[dropcap color=““ boxed=“no“ boxed_radius=“8px“ class=““ id=““]D[/dropcap]ie Rezension dieses Buches hat sich für mich als recht komplex dargestellt. Es ist nicht einfach ein schlichtes Buch, das ein Thema nur aus einer Perspektive behandelt. Es ist ein Buch, das interdisziplinär erscheint und sich um viele Betrachtungsweisen des Themas bemüht. Dementsprechend konzentriert habe ich das Buch gelesen.

Das Thema „Lernen und Geschlecht heute“ bezieht sich aus der Vielschichtigkeit heraus auch nicht ausschließlich auf das hier und jetzt, sondern wird in seiner heutigen Situation interdisziplinär geschichtlich hergeleitet.

[content_boxes layout=“icon-on-side“ columns=“1″ class=““ id=““] [content_box title=“Markus Meier betrachtet das Thema interdisziplinär:“ backgroundcolor=“#d6d6d6″ icon=“fa-italic“ iconcolor=““ circlecolor=““ circlebordercolor=““ iconflip=““ iconrotate=“yes“ iconspin=“no“ image=““ image_width=“35″ image_height=“35″ link=““ linktarget=“_self“ linktext=““ animation_type=“slide“ animation_direction=“down“ animation_speed=“0.1″]
  • geschichtlich,
  • evolutionsbiologisch,
  • soziobiologisch.
  • ethnologisch,
  • neurowissenschaftlich,
  • psychoanalytisch,
  • de- sowie konstruktivistisch,
  • und natürlich erziehungswissenschaftlich

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Aufgrund der Vielfalt der Betrachtungsweisen gelingt Markus Meier in seinem Buch ein  hervorragender Blick auf das Thema. Der Autor vollbringt einen objektiven Blick auf die Materie.

Objektive Betrachtung und prominente Namen

Diese objektive Betrachtung des Themas nötigt eine Frage allerdings im Besonderen auf: Es ist die nachweisbare Bildungsbenachteiligung von Jungs in der heutigen Zeit. Diese Benachteiligung lässt sich anhand von Statistiken und Studien feststellen. Die Pisa-Studie wird durch Markus Meier genauso berücksichtigt, wie auch weitere Studien und Statistiken.

Während seiner Betrachtungen finden viele wichtige Namen durchgängig in der Veröffentlichung Erwähnung: Hölderlin, von Humboldt, Susette Gontards, Rosa von Luxemburg, Clara Zetken und viele mehr.

Interessante Fakten seitenweise

Markus Meier schafft es, in seinem Werk tiefgehende Betrachtungen mit interessanten Fakten zu verknüpfen. Anhand vieler Einzelheiten werden gängige, feministisch geprägte Mythen widerlegt oder entkräftet. Daraus kann man eine Forderung ableiten, die der Autor in diesem Buch durchgesetzt hat: Das Thema muss objektiv angegangen werden.

Zu den interessanten Tatsachen gehört u. a., dass es bereits im Jahre 1776 erste Sexualerziehung gab oder die frühe Existenz von „höheren Mädchenschulen“ (spätes 19. Jahrhundert) ist interessant und widerspricht vielen Geschichten von der künstlich „dumm gehaltenen Frau“.

Weiterhin ist interessant zu erfahren, dass Russland zu bestimmten Zeiten – trotz „Patriarchat“ – eine Vorreiterfunktion in Sachen Mädchen- und Frauenbildung inne hatte.

Oder dass im Jahre 1903/1904 in der Schweiz 35 % der Studenten Frauen waren. Diese und viele andere Dinge mehr erfährt man bei der Lektüre des Buches. Der Informationsgehalt von „Lernen und Geschlecht heute“ ist hoch. Als wissenschaftliches Werk sind sämtliche Aussagen streng im Anhang mit Quellen belegt.

Ein wenig Kritik am Verlag

Ein wenig Kritik muss aber sein. Sie geht nicht an den Autoren, sondern an den Lektoren/Verlag des Buches. Das Buch ist an wenigen Stellen unangenehm gegendert. Es heißt beispielsweise stellenweise „Studierende“ u. ä. Dies raubt dem Buch ein wenig der Glaubwürdigkeit. Allerdings macht der Autor dies inhaltlich durch die Faktenschwere mehr als wett.

Fazit

An wen richtet sich dieses Buch?

Zuallererst richtet sich „Lernen und Geschlecht heute“ an Menschen, die sich professionell mit der Thematik beschäftigen. Aber auch alle anderen, die ein tieferes Interesse daran haben, werden mit diesem Buch bedient. Man muss allerdings bereit sein, sich dem Thema objektiv zu nähern. Daher ist es bei der Lektüre von Markus Meiers Werk wichtig, unvoreingenommen und neugierig auf das Thema zuzugehen. Grundsätzlich hat das Buch alles, was ein wissenschaftliches Standardwerk in Sachen Pädagogik haben muss:

Es arbeitet mit vielen belegten Fakten und Zitaten, behandelt das Thema dabei allerdings objektiv mit dem nötigen Blick von oben. Dieser Top-Down-Blick und die vielen wissenswerten Tatsachen haben meinen voreingenommen Blick auf die schulische Erziehung hoffentlich auch ein wenig objektiver gemacht.

Ich kann das Buch allen Pädagogen, Sexualwissenschaftlern und vor allem auch den Feministen empfehlen. Ich als Vater habe mich auch sehr von dem Buch angesprochen gefühlt, weil ich in der Erziehung meines Sohnes angesprochene Dinge anhand der Erfahrungen meines Sohnes wiederfinde.

[accordian class=““ id=““] [toggle title=“Lernen und Geschlecht heute – Klappentext“ open=“no“]Lange Zeit war die aufklärerische Überzeugung von der Gleichheit aller auch für die erziehungswissenschaftliche Geschlechterdebatte unhinterfragbar eine gerechte Schule sollte gleiche gleich behandeln, also auch Jungen und Mädchen. Das hinderte Bildungspolitik nicht daran, jahrzehntelang einseitig Mädchen und junge Frauen zu fördern. Empirisch-statistische Befunde hingegen zeigen eine beunruhigende Benachteiligung von Jungen und jungen Männern in und durch Bildungsinstitutionen, weltweit. Die Unvereinbarkeit dieser drei Diskurse lähmt die gegenwärtige Debatte und droht, sie mit moralistischem Rigorismus und redundanten Vorwürfen dauerhaft zu blockieren.

Eine grundsätzliche theoretische Neuausrichtung erscheint deshalb überfällig eine Geschlechterdebatte, die theoriegeleitet und empiriegesättigt, vorurteilsfrei und ergebnisoffen die Variable Geschlecht in edukativen Kontexten neu definiert und interpretiert.

Werden Gleichheit und Unterschiedlichkeit der Geschlechter schon in den klassischen erziehungswissenschaftlichen Referenzwissenschaften Geschichte und Philosophie, Psychologie (insbesondere Psychoanalyse) und Soziologie jeweils völlig anders be- und verhandelt, so gilt dieses um so mehr für die Ethnologie, die Kognitions- und Neurowissenschaften, v.a. aber auch für die pädagogisch-historisch ausgesprochen vorbelastete Biologie, v.a die Evolutions- und Soziobiologie. Gerade sie aber könnten helfen, die Geschlechterdebatte vom Kopf auf die Füsse zu stellen. Anregungen hierzu zu liefern ist Vorhaben dieses Buches.[/toggle] [/accordian] [separator style_type=“shadow“ top_margin=“40″ bottom_margin=“40″ sep_color=“#d1d1d1″ icon=““ width=““ class=““ id=““]

Über Markus Meier

Er ist Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universidad Externado de Colombia in Bogotá (Kolumbien).

Zwei Artikel des Autoren findet man bei Gender-Diskurs:

Markus Meier: Reizwort „Darwin“: Eine komparatistische Diskursanalyse zu Wissenschaftskonzepten

Die Geschlechterdichotomie in edukativen Kontexten aus soziobiologischer Perspektive

 


 

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Zu Markus Meier: Lernen und Geschlecht heute

gibt es auch eine Rezension bei MANNdat
https://manndat.de/jungen/bildung/lernen-und-geschlecht-heute.html

Außerdem gibt es ein aufschlussteiches interview mit ihm bei Cuncti,
http://cuncti.net/geschlechterdebatte/859-wir-brauchen-eine-geschlechterforschung-die-diesen-namen-auch-verdient

welches zuvor schon etwas gekürzt ebenfalls bei MANNdat erschienen ist
https://manndat.de/jungen/bildung/wir-brauchen-eine-geschlechterforschung-die-diesen-namen-auch-verdient.html

Nach allem, was ich weiß, ist das Buch hoch wissenschaftlich und faktenreich, für den Laien aber schwer zu lesen.

Nein, das Buch ist nicht schwer zu lesen. Es ist verständlich geschrieben. Zwei oder drei Wörter musste ich nachschlagen. Ich habe mir nur zu jeder Seite eine Unmenge an Notizen gemacht, weil eben viele Fakten vermittelt werden, von denen man aufgrund feministischer Indoktrination nichts weiß.

Ich finde die Rezension bei Manndat ist recht „gefärbt“.

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