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Berlin: „Bei häuslicher Gewalt – Hilfe für Frauen und ihre Kinder“

Familiäre Gewalt - häusliche Gewalt - Buch - NICHT-Feminist

„Bei häuslicher Gewalt –

Hilfe für Frauen und ihre Kinder“

BIG Koordinierung - häusliche Gewalt - NICHT-FeministEs ist löblich, dass Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder angeboten wird. Diese Angebot richtet sich allerdings in (nicht nur) Berlin ausschließlich an Frauen. In einem Flyer der BIG Koordinierung wird der Mann – wie auch schon im Noichl-Report der EU – als alleiniger Täter dargestellt.

Feministische Sicht auf Gewalt

Die BIG Koordinierung ist zwar ein eingetragener Verein und Vereine können sich um Zielgruppen kümmern, wie sie es wollen. Das ist auch gut so. Allerdings wurde dieser Flyer bereits im Jahre 2012 von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport „freundlich unterstützt“. Eine staatliche freundschaftliche Unterstützung funktioniert meist in finanzieller Zuwendung. Einen ähnlichen Flyer für von häuslicher Gewalt betroffene Männer mit ihren Kindern scheint es auch nicht zu geben. Der Blick auf Gewalt ist ein feministischer.

Die Broschüre startet dementsprechend auch mit dem Bezug auf eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Untersuchung. In dieser Studie wurden ausschließend Frauen befragt und der Gewaltbegriff sehr weit definiert. Daher wundert es auch nicht, wenn dort jede 4. Frau als Opfer von häuslicher Gewalt gewertet wird.

häusliche Gewalt - jedes vierte Opfer - NICHT-FeministDer Mann als Täter

Zur Festigung des Täterbildes (Mann!) kommt man zu folgender Aussage:

Auch Männer können von Gewalt in Partnerschaften betroffen sein. Die meisten Gewalttaten an Männern werden jedoch von anderen Männern und im öffentlichen Raum ausgeübt.

Übersetzt heißt dies:

Wenn Männer Opfer von Gewalt in Partnerschaften werden, werden sie dies zumeist in durch andere Männer im öffentlichen Raum. Ich habe noch keine schwulen Pärchen im Park gesehen, die sich dort verprügelt haben.

Immerhin stellt man allerdings fest, dass Männer einer größeren Gefahr ausgesetzt sind, in der Öffentlichkeit Gewalt zu erfahren als Frauen. Dies wiederum widerspricht feministischen Aussagen über die überdurchschnittlich große Gefährdung von Frauen im öffentlichen Raum. Diese Aussagen fokussieren auch lediglich die Frau als Gewaltopfer und blenden den Mann völlig aus.

Dass das männliche Geschlecht ebenfalls Opfer häuslicher Gewalt ist, wurde kürzlich in der Schweiz in einer Studie festgestellt. In dieser Studie wurde festgestellt, dass es mittlerweile unter jungen Menschen mehr männliche Opfer der häuslichen Gewalt gibt als weibliche.

Feststellungen zu Gewalterfahrungen durch Kinder

Grundsätzlich sind die Feststellung über die Schädlichkeit von Gewalterfahrungen als direktes oder als indirektes Opfer richtig und gut. Dass allerdings auch hier der Schwerpunkt der Erfahrungen lediglich auf die Frau gelegt wird, hilft den Kindern die von indirekter oder direkter Gewalt durch die Mutter betroffen sind, nicht.

Das Perfide ist an dieser Stelle:

Nicht nur dem gewaltbetroffenen Mann wird keine Hilfe gewährt. Indirekt wird auch dem Kind damit keine Hilfe ermöglicht. An dieser Stelle wird deutlich, dass es dem Feminismus nicht um die Gesellschaft – also Kinder, Fraun und Mann – geht, sondern lediglich um das Wohl der Frau. Durch die Nichtgewährung von Hilfe für das eine Geschlecht, straft man das Kind sexistisch ab. Dass sich dies mit dem angeblichen Gleichberechtigunggedanken des Feminismus nicht verträgt, sollte außer Frage stehen.

Die Broschüre stellt selbst zunächst geschlechtsneutral fest:

Häusliche Gewalt (auch beobachtete Gewalt) ist eine Gefährdung des Kindeswohls.

Leider gilt dies aber nur für Kinder weiblicher Opfer. Der Mann gilt als Täter; es sei denn er ist Opfer in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung oder im öffentlichen Raum allgemein.

Beim Täter wird das Gebiet genderfrei

In einer feministischen Broschüre ist man es gewohnt, dass mittlerweile auf „Teufel-erbrich-dich“ gegendert wird, bis der Arzt kommt. Spricht man hier aber vom Täter, darf es auch in der richtigen ungegenderten Rechtschreibung verbleiben. Als Täter ist ausschließlich der Mann „vorgesehen“.

Ist der Täter nicht mehr anwesend, teilen sie der Polizei mit, (…)

Wenn die Polizei kommt, werden Sie getrennt vom Gewalttäter befragt, (…)

Von der Anzeige zur Informationssperre und weiter

Es ist vorbildlich, wenn man Gewaltopfern bei der Anzeigeerstattung und bei allen anderen damit verbundenen Dingen hilft. Weniger vorbildlich ist es, wenn man auf sexistische Art und Weise ein ganzes Geschlecht  als potentielles Opfer ausblendet und sogar verleugnet.

Sexisitisch ist es, weil der Mann ausschließlich als Täter dargestellt und als Opfer ausgegrenzt wird.

Die Broschüre hilft dem weiblichen Opfer mit Informationen von der Anzeigeerstattung bei der Polizei über die Aussage zur Gewalttat bis hin zum Auszug und dem Strafverfahren. Auch für die Zeit gibt es hilfreiche Tips. Es gibt Tips, welche Unterlagen auf jeden Fall mit zu nehmen und welche Dinge zu packen sind. Es wird sogar daran erinnert, dass auch das Kind Dinge für das tägliche Leben benötigt.

Die Broschüre spricht auch hier die ganze Zeit vom Partner bzw. dem Ehemann als Täter. Eine weitere Täterschaft in der lesbischen Frau wird auch nicht gesehen. Der Täter hat männlich zu sein.

Zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten

Die Aufklärung über diese Möglichkeiten fehlt natürlich nicht. Normalerweise greifen diese Maßnahmen früh: Ein mancher Mann hat es z. B. als Opfer (!) erlebt, dass er sich verpflichten musste, die gemeinsame Wohnung für einen längeren Zeitraum nicht zu betreten oder sich zu nähern. Solche Verpflichtungen hat mancher Mann zum Unterschreiben durch die Polizei vorgelegt bekommen. Kinder „gehören“ in diesem Fall offiziell auch zur Mutter. In diesem Fall sind Aussagen wie „Das wird halt hier so gemacht.“ zu vernehmen.

Als erste Schutzmöglichkeit wird die Zuweisung der gemeinsamen Wohnung genannt. Zumindest die Verpflichtungserklärung, sich der Wohnung nicht zu nähern, hat bereits diverse unschuldige Männer obdachlos gemacht.

Schutzanordnungen

Zusätzlich gibt es Misshandlungs-, Bedrohungs-, Belästigungs- und Kontaktverbote. Diese Möglichkeiten werden der Frau aufgezeigt. Mir ist ein Fall bekannt, bei dem ein Mann Kontaktverbot zu den Kindern bekam, obwohl er durchgängig Opfer weiblicher, häuslicher Gewalt war. Das Kontaktverbot zu den Kindern bekam er, weil es bei den Kindsübergaben zu den offiziellen Besuchsterminen immer zu gewalttätigen Aussetzern durch die Frau gekommen ist. In einem solchen Fall müssen natürlich die Kinder und der Mann gestraft werden.

Sorgerecht

Dem weiblichen Opfer wird vorgeschlagen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder (bei wem leben die Kinder) und das alleinige Sorgerecht gerichtlich durchzusetzen. Es gibt sogar noch den Tip, dass dies ohne Scheidungsantrag geschehen kann.

Umgangsrecht

Auch das Umgangsrecht wird behandelt. Ein Antrag auf einstweilige oder unbegrenzte Entziehung des Umgangsrechtes wird bei bestimmten Gewaltvorkommen empfohlen. Erwähnt wird allerdings, dass es in einem solchen Fall oft zunächst zu betreutem Umgang kommt. Auch hier gibt es viele Fälle, in denen Männer unverschuldet im betreuten Umgang mit den Kindern bzw. dem völligen Kontaktentzug gelandet sind.

Adressen: Gerichte – Frauenhäuser/Zufluchtswohnungen

Die sexistische Broschüre endet mit einer Auflistung von Adressen unterschiedlicher Gerichte in Berlin:
  • Familiengerichte in den einzelnen Bezirken
  • Strafgericht
  • Frauenhäuser
  • Zufluchtswohnungen
  • Fachberatungs- und Interventionsstellen
  • Frauennothilfs-Telefone
  • Opfer- und Zeugenschutzberatung

Spätestens an dieser Stelle müsste eine geschlechtsneutrale Broschüre sexistisch werden: Es gibt viele dieser Adressen einfach nicht für männliche Opfer. Ans Gericht kann sich jeder wenden; ein Männerhaus oder Fachberatungsstellen gibt es für den männlichen Teil der Bevölkerung meistens nicht.

Am Ende doch der Mann (und Schwule und Lesben)!

Letztlich geht es dann doch um den Mann, der eingebunden werden soll:

als Täter!

Ganz am Ende gibt es Adressen für den Mann:

  • Beratung für Männer – gegen Gewalt
  • Berliner Zentrum für Gewaltprävention

Beide Adressen dienen der Gewaltvorbeugung auf männlicher Seite. Der Mann als Opfer schein unvorstellbar zu sein.

Ganz zum Schluss die Lesen und die Schwulen:

  • Lesbenberatung
  • Maneo – Beratung für Schwule und Bisexuelle

Für die Vielfalt gibt es kommentarlos diese Kontaktadressen für Lesben und Schwule.

Beruhigungspille

Zur Beruhigung:

Es ist gut, dass es solche Informationen für weibliche Opfer gibt.

Die Art und Weise der Aufbereitung zeigt allerdings deutlich, dass es einen ausgeprägten Doppelstandard gibt, was die Opfer- und die Täterrollen anbelangt.

Weder Männer noch Frauen sind einseitig zu beschuldigen. Zu beschuldigen sind aber öffentliche Institutionen und Ministerien, die eine einseitige Darstellung offensiv unterstützen.

Weitere Informationen

 

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