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Kriegserklärung an die „geschlechtergerechte“ Sprache – Wolf Schneider

Antje Lann Hornscheidt - Gendersprech - Gender Mainstreaming - Faktum Magazin

Kriegserklärung an die „geschlechtergerechte“ Sprache – Wolf Schneider

Kriegserklärung an die „geschlechtergerechte“ Sprache: Kein Gendern, farbige Wörter, einfache Sätze!

Ich bin kein besonderer Luther-Fan. Wortgewaltig und ein Mann des Volkes, der dessen Sprache spricht, war er allerdings. Daher weiß ihn Wolf Schneider auch zu schätzen:

Dies können wir – laut Wolf Schneider – von Luther lernen:

• Sprich in den konkretesten farbigsten Worten!
• Benutze Worte mit möglichst wenigen Silben!
• Sprich und schreibe in überschaubaren, einfachen Sätzen!
• Nutze anschauliche Beispiele!

Viele Texte, die man täglich liest, beachten diese kleine, unvollständige und auch nicht auf Korrektheit in jedem Fall ausgelegte Liste nicht. Wie konkret „farbige Wörter“ sein können, sei auch zunächst dahingestellt. Es gibt allerdings eine Tendenz, wenig Inhalt mit vielen pompös klingenden Worten aufzublähen. Es ist an der Zeit sich mit dem Autor dieser Worte einmal näher zu beschäftigen:

Wolf Schneider gilt streckenweise als „Papst der deutschen Sprache“ und ich muss gestehen: Bisher habe ich ihn und sein Wirken versäumt. Lassen wir aber diesen Text über die Bibelübersetzung Luthers einmal beseite und widmen uns den für uns relevanten Dingen.

Die Zerstörung der Sprache durch feministisches Gendern

Wolf Schneider ist

Sprachkritiker und Sprachstillehrer

Von 1995 bis 2012 hielt Wolf Schneider Sprachseminare für Presse und Wirtschaft und war Ausbilder an Journalistenschulen. Er schrieb 28 Sachbücher, darunter Standardwerke wie Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß, Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde, Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil und Das neue Handbuch des Journalismus. Seit der Ausgabe vom Januar 2012 erscheint Das neue Handbuch des Journalismus unter dem Titel Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus (gemeinsam mit Paul-Josef Raue). Schneider rät zur knappen, aber informationsreichen Schreibweise.

Wolf Schneider gehört zu den Kritikern der Rechtschreibreform. Im Herbst 2005 gründete er zusammen mit dem Vorsitzenden des Vereins Deutsche Sprache (VDS), Walter Krämer, und Josef Kraus, dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, die Aktion Lebendiges Deutsch. Schneider gehört auch zu den Kritikern der Gender-Sprache, da sie seiner Meinung nach zu einer „lächerlichen Verumständlichung“ des Deutschen geführt habe.

Während andere Menschen sich auf das Altenteil zurückziehen, hat Wolf Schneider sich noch einmal aufgemacht ganz in Don-Quichote-Manier gegen die Windmühlen des Genderwahns zu ziehen: Er hat dem Sprachfeminismus Anfang 2014 den Krieg erklärt:

Wolf Schneider über geschlechter-gerechte Sprache: Ich habe ihr öffentlich den Krieg erklärt

Wolf Schneider: Ich habe dieser Sprache öffentlich den Krieg erklärt. Ich polemisiere dagegen, wo es nur geht. Ich finde sie Schwachsinn, von Alice Schwarzer durchgesetzter und von Gewerkschaften betriebener und von Betriebsräten, Politikern und leider auch Theologen übernommener Schwachsinn. (weiblicher Applaus, aber nicht die Mehrheit)
Dazu muss ich sagen: Diese Sprache geht von der törichten Vorstellung aus, das natürliche Geschlecht habe etwas mit dem grammatischen Geschlecht irgendetwas zu tun.
Nein! Bekanntlich heißt es „das Weib“, das ist schon ein Skandal; es heißt „der Löwe“, aber: „das Pferd“ und „die Schlange“. Das grammatische und das natürliche Geschlecht stehen in keinerlei Zusammenhang. Noch darf man sagen, München hat 1,3 Millionen Einwohner. Noch sagt man nicht Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt, das ist gar nicht durchführbar.

Es war eine ungeheure geschickte PR-Kampagne einer Gruppe militanter Feministinnen, die diese Sprache durchgesetzt haben. Meine Behauptung ist: Das ist 90 Prozent der Deutschen völlig egal.

Es werden Dinge angesprochen, die bereits Schriftsteller, z. B. Gunnar Kunz, dazu bewegt haben, ihre Schriftstellergewerkschaft zu verlassen. Wie weit soll es noch gehen, wenn bereits Schriftsteller es nicht mehr ertragen, wenn ihre eigene Sprache mutwillig zerstört wird? Die Sprache verändert sich im Genderrausch nicht auf natürlichem Wege, sie wird entgegen des Willens der Menschen, die diese Sprache sprechen, feministisch verbogen. Politiker, Schriftsteller, Dozenten – sie alle werden dazu gezwungen sich diesen Sprachvergewaltigungen zu beugen: Tun sie es nicht haben sie mit beruflichen Konsequenzen zu rechnen.

Eine gute Ausarbeitung zum Genus in der deutschen Sprache bietet z. B. bellestres.eu.

Das Video dazu wurde leider entfernt.

Ich selbst habe bereits im pelzblog über dieses Thema mehrfach gebloggt. In meinem Artikel Genus – Warum die ganze Genderei Murks ist. finden sich weitere Verweise zum Thema. Kardamom hat sich in einem weiteren Artikel sehr intelligent zum Thema geäußert:

Die „Logik des Sprachzentrums“ ist deshalb noch lange nicht „unlogisch“ – es ist nur eine „eigene Logik“. Die wiederum sehr viel mit Sprachökonomie zu tun hat.Ein Beispiel dieser Ökonomie: Sagt jemand: „Alle Besucher müssen das Gebäude verlassen!“ springt das Verständnis automatisch auf den Inhalt „alle raus hier„.
Heisst es dagegen. „Alle Besucher und Besucherinnen müssen das Gebäude verlassen!„ springt das Verständnis automatisch auf die Unterscheidung von „Besucher und Besucherinnen“. Im Sinne von: „Warum wird nach Geschlechtern unterschieden?“ und die Aufmerksamkeit geht weg von „alle raus hier“. Das ist aber in einem Notfall nicht sehr hilfreich.Die Logik des Denkens hat in diesem Sinne keinen direkten Zugang zur Logik des Sprechens. Alle Gendersprech-Umerziehungsmassnahmen MÜSSEN damit scheitern.

Einen interessanten Artikel zum Thema gab es 2013 in der Welt:

Der Gender-Krampf verhunzt die deutsche Sprache

Dort spricht Ingrid Thurner zwar von Schäden an der deutschen Sprache, die Schäden, die die männerfeindliche Durchsetzung der gewaltsamen Sprachveränderungen mit sich gebracht haben, werden zwar erkannt, aber nicht beachtet.

Das generische Maskulinum sollte entsorgt werden – mit der erträumten Nebenwirkung, die „Maskulinguistik“ im Besonderen und die Männer im Allgemeinen in ihre Schranken zu weisen:

Bereits in diesem Ansatz zeigt sich, dass Sprachfeministen, die deutsche Sprache nicht begriffen haben. Oder sollten wir Männer uns etwa diskriminiert fühlen, weil im Plural auf einmal alles mit einem weiblichen Artikel erscheint? Sogar sächliche Dinge werden auf einmal „weiblich“. Das Auto – die Autos. Natürlich wird nichts aufgrund eines Artikels auf einmal männlich, sächlich oder weiblich. Der Artikel hat nichts mit dem eigentlichen Geschlecht gemein. Ich wüsste z. B. nicht, warum wir einen „Macho-Mond“, die Italiener aber einen „sexy Mond“ – la luna – haben.

1980 erschienen „Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs“ in der Zeitschrift „Linguistische Berichte“. Marlis Hellinger, Luise F. Pusch, Senta Trömel-Plötz schufen als Protagonistinnen eines geschlechtergerechten Wortbaus das Theoriegerüst, und Titel wie „Alle Menschen werden Schwestern“ (Pusch 1990) und „Vatersprache – Mutterland“ (Trömel-Plötz 1991) waren Sprungbretter aus den akademischen Elfenbeintürmen in die deutschsprachige Mitte.

Das schlimme daran ist: Luise Pusch weiß sehr wohl, dass ihre Forderunge sachlich falsch sind. Ihre Forderungen sind ideologisch. Wie weit diese männerfeindliche Ideologie geht, erkennt man am Titel „Alle Menschen werden Schwestern„. Wenn alle Menschen zu Schwestern werden, müssen Männer entweder weiblich werden, um menschlich zu bleiben oder aber sie werden ausgeschlossen. So viel zur „Wörterbuchdefinition des Feminismus„. Luise Pusch war es auch, die Männer zugunsten von Frauen aus den Cockpits von Verkehrsflugzeugen verbannen wollte.

Nach drei Jahrzehnten feministischen Sprachkampfes steht fest: Die Damen verzeichnen Etappensiege, das Männliche ist nicht mehr, was es einmal war, da hat die wortgewandte Luise Pusch recht. Aber die Sprache ist verhunzt. Ein Kollateralschaden?

Das Männliche ist nicht mehr das, was es einmal war, die Zerstörung der Sprache ist allerdings ein Kollateralschaden. Die Wertung ist hier eindeutig: Die Zerstörung der Männlichkeit durch den Feminismus einer Pusch geht in Ordnung, die Schäden an der Sprache sind aber als „Kollateralschaden“ zu sehen. Na, ist das jetzt männerfeindlich oder nicht? Es ist schon erstaunlich, wie viel Bonus der Feminismus hat, bis er als das erkannt wird, was er ist: Er ist menschenfeindlich. Über den Schaden, den der Mann nimmt, nimmt auch die Frau Schaden. Über die Sprache nehmen wir alle Schaden.

Selbst Feministen ist es nicht möglich, einen sprachlich guten Roman in feministischer Gendersprache zu verfassen.

Deshalb sollten wir alle auf den „Papst der deutschen Sprache“ hören und uns gegen die gewaltsamen Veränderungen der deutschen Sprache wehren. Wir haben nur die eine Sprache.

Ein Ziel des Feminismus ist es, über die Sprache das Denken zu verändern. Wer in der Sprache des Feminismus spricht, der denkt auch in der Sprache des Feminismus. Die Konsequenzen liegen auf der Hand.

Feministische Frauen wollen nicht einfach „mitgemeint“ sein: Sie wollen extra erwähnt werden. In „Bürgerinnen und Bürger“ stecken sie nämlich gleich zweimal:
Einmal im gemeinen Bürger und einmal in extra herausgestellten Bürgerin. Ein Schelm, wer jetzt erneut das Wort „Gleichberechtigung“ ins Spiel bringt.

Wie man deutlich erkennen kann, identifiziert sich nicht nur Wolf Schneider mit dem tragischen Helden Don Quichote – auch wir tun es. Hoffen wir, dass die Geschichte nicht auch tragisch endet.


Bernhard Lassahn äußert sich grundlegend zur Frage, ob Schriftsteller noch Wissen, wie sie überhaupt heißen.

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder

 

Schneider:
Stellenbeschreibung im Norddeutschen Rundfunk:
Der Intendant/ die Intendantin benennen seinen Stellvertreter/seine Stellvertreterin bzw. ihren Stellvertreter/ihre Stellvertreterin
– das ist ein Satz der deutschen Sprache, der Unsinn ist. Dieser Unsinn hat abgeschafft zu werden!

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