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Feministisch-queerer Blödsinn: Das „Queer Lexikon“

LGBTQ - Buchstabenmenschen - Faktum Magazin

Feministisch-queerer Blödsinn:

Das „Queer Lexikon

(Edit:
Das Projekt scheint nun verstorben zu sein.)

Nachschlagewerke sind toll. Sie sind toll, wenn man sein Wissen erweitern will oder über Dinge lesen will, von denen man keine Ahnung hat. Manchmal erstellen aber auch Menschen Dinge, die sie gerne als ein Nachschlagewerk erscheinen lassen wollen. Das gelingt nicht immer. Die Wikipedia hat es zunächst geschafft als Nachschlagewerk akzeptiert zu werden, um dann erst ideologische, feministische Werte vermitteln zu wollen. Diesen Umweg geht das Queer Lexikon gar nicht erst.

Obwohl es sich großspurig als Nachschlagewerk für Jugendliche und junge Erwachsene bezeichnet, ist es allenfalls als notdürftiges Nachschlagewerk für Studenten der s. g. „Gender Studies“ anwendbar:

Willkommen beim Queer Lexikon

Das queer-Lexikon ist ein online-Nachschlagewerk für Jugendliche und junge Erwachsene zu den Themen Geschlecht, Sexualität und Feminismus auf der Basis wissenschaftlicher Literatur. Im wiki – Teil findest du unsere Quellen, das Team, das Impressum und andere organisatorische Themen.

Die Inhalte sind bisher dünn und stammen allesamt aus dem Bereich der Gender Studies. Es handelt sich also weder um wissenschaftliche Literatur, die zur Grundlage genommen wurde, noch handelt es sich um eine Nachschlagewerk mit wissenschaftlichem Anspruch.

Hier ist die Linie von Anfang an klar:

Es geht feministisch-queer an die Vermittlung von feministisch-queeren Hirngespinsten von Gendern, Homophobie, Biphobie, Bigender,  Genderfuck und Genderquer,… und natürlich dem anatomischen Geschlecht. Vom anatomischen Geschlecht wird direkt auf der Startseite fantasiert:

Anatomisches Geschlecht (sex)

Das sex, im Deutschen auch anatomisches Geschlecht genannt, bezeichnet das körperliche Geschlecht eines Menschen, also beispielsweise die Geschlechtsorgane.

Das Geschlecht mit dem man gemeinhin auf die Welt kommt, ist und bleibt ganz einfach „das Geschlecht“. Das Geschlecht ist immer auch anatomisch. Man spricht nicht umsonst auch von geschlechtlicher Vermehrung und nicht von anatomisch-geschlechtlicher Vermehrung. Das Geschlecht eines Menschen ist auch mehr als nur der Besitz von Geschlechtsorganen. Es gibt Hormone, die der Körper eines Menschen normalerweise selbst zu produzieren in der Lage ist.

Immerhin taucht im Glossar der Webseite aber der Begriff „biologisches Geschlecht“ auf. Aber auch dies ist nicht zielführend: Das Geschlecht ist ebenfalls auch immer biologisch. Man kann bei transsexuellen Menschen das Geschlecht zwar optisch einigermaßen angleichen, das grundsätzliche Geschlecht erhält man aber mit Geburt. Intersexuelle Menschen seien hier einmal vernachlässigt. Bei ihnen handelt es sich um naturgegebene „Ausreißer„.

Biologisches und anatomisches Geschlecht sind Kunstbegriffe aus den Gender Studies. Sie dienen lediglich dazu, transsexuellen Menschen so etwas wie Normalität mit auf den Weg zu geben. Schauen wir uns aber einmal realistisch an, wie die Evolution bisher funktioniert hat und funktioniert, stellen wir fest, dass transsexuelle Menschen an ihr nicht besonders beteiligt waren. Die Vermehrungsmöglichkeiten von transsexuellen nach „geschlechtsangleichenden“ Operationen gehen nicht nur gegen Null, sie sind Null. Dementsprechend können sie nur an der Evolution beteiligt sein, wenn sie sich natürlich aufgrund ihrer gegebenen Geschlechter vermehren.

Gender Studies aber bemühen sich, den Wert der Geschlechter auf ein möglichst niedrieges Niveau zu drücken, indem sie Begriffe wie „biologisches Geschlecht“ und „anatomisches Geschlecht“ einführen. Auch wenn neue Begriffe in die Diskussion eingebracht werden, heißt dies noch lange nicht, dass sie sinnvoll und richtig sind. An der zweigeschlechtlichen Vermehrung führt nun einmal kein Weg vorbei.

Dass dieser Versuch, ein Nachschlagewerk für Jugendliche und junge Erwachsene zu den Themen Geschlecht, Sexualität und Feminismus eher ein Nachschlagewerk für queere Menschen werden könnte, macht das Glossar deutlich:

Es werden fast ausschließlich Begriffe erklärt, die aus der „queeren Szene“ stammen. Zur Internetadresse passt es, zu den großspurigen Tönen in der Einleitung allerdings noch lange nicht. Das Glossar erklärt Begriffe, die kein Mensch außerhalb dieser Szene jemals benötigt: Es sei denn, er ist Therapeut.

Ein kleines Beispiel, für die Wichtigkeit der Begriffserläuterungen:

Queerplatonisch

Als queerplatonisch bezeichnen insbesondere aromantische Menschen emotionale Beziehungen, die zwar keine romantische Komponente haben, die aber trotzdem mit einer gewissen Verbindlichkeit einhergehen.

Mir fallen zu dem Thema aus gesellschaftlichen Betrachtungen nur die s. g. „Fickbeziehungen“ ein. Man entschuldige bitte meine Ausdrucksweise; es heißt ja „queerplatonische Beziehung“ – klingt doch auch schon viel seriöser. Oder bin ich erneut auf dem Holzweg?

Ich frage mich also so langsam:

Warum dieses Lexikon?

Was bedeutet eigentlich Pansexualität? Wo ist der Unterschied zwischen Transsexualität und Transgender? Wie definiert man eigentlich „Frau“?

Diese Fragen und noch so viele andere haben uns schon eine Weile umgetrieben und wir haben keinerlei befriedigende Antworten gefunden. Schließlich mussten wir feststellen, dass es außer uns noch so viele andere gibt, die mit den unheimlich vielen Begriffen rund um Sexualität und Gender nichts oder nur wenig anfangen konnten. Problematisch ist vor allem, dass die meisten Begriffe auf Englisch sind und nur sehr selten überhaupt übersetzt und im Deutschen benutzt werden. Die menschliche Sexualität ist so viel bunter als nur Heterosexualität, Mann und Frau. Wir glauben, dass jegliche Ausprägung der sexuellen Identität eines Menschen völlig natürlich und gut ist. Die menschliche Sexualität ist nichts, was gehasst, verdammt oder zurückgehalten werden sollte – so lange es keinem anderen Menschen schadet. Bedauerlicherweise ist auch in unserem Land noch die Angst oder Ablehnung gegenüber Menschen, deren Sexualität von einer vermeintlichen Norm abweicht, zu spüren.

Da steht es dann ausformuliert: „Die menschliche Sexualität ist so viel bunter als nur Heterosexualität, Mann und Frau.“ und „…deren Sexualität von einer vermeintlichen Norm abweicht…„. Es geht  um Menschen, die irgendwie queer sind. Ich denke aber, dass der ewige Zwang der Regenbogenmenschen und der Feministen, ihre Ideologie anderen aufzuzwingen zu weit geht. Es geht nicht um die Vermittlung von Wissen über Sexualität. Es geht um die Vermittlung von Gender Studies gerade auch an Heranwachsende, die eine normale Sexualität haben. Das ist gerade für Heranwachsende schädlich, wenn Gender Studies ihnen kein Wissen, sondern einen Glauben, eine Ideologie zu vermitteln suchen.

„Vermeintlich“ ist neben „selbsternannt“ eines der Lieblingswörter von Queermenschen und Feministen. Bekommt man diesen Text vorgelesen, werden garantiert noch Anführungszeichen in die Luft gemalt. Anne Wizorek ist z. B. eine Königin der Anführungszeichen, wenn sie über Begriffe wie selbsternannt und vermeintlich den Gegner direkt zu disqualifizieren gedenkt.

Die Ernsthaftigkeit der Betreiber der Webseite wird deutlich, wenn man sich das Team und das Impressum anschaut.

Die Selbstdarstellung der Team-Seite:

Team

Das Team, vorgestellt von Annika.

Annika

Hi, ich heiße Annika. Ich bin 22 Jahre alt und wenn ich nicht gerade Literatur recherchiere und Artikel schreibe (also, das tue, was Niko mit „viel zu viel Engagement“ betitelt) studiere ich Gender Studies auf Master, bin Referentin eines Studierendenreferats für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und Mitglied im Beirat für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg. Ansonsten bin ich Weltretterin und Weltherrscherin in Ausbildung, Vegetarierin und Feministin. Ich mag Bücher, amerikanische TV – Serien, gutes Essen und Musik. Und ich bin sehr froh, Niko mit hier an Bord zu haben – gerüchteweise geht nämlich alles an Technik kaputt sobald ich in deren Nähe komme.

Sie studiert Gender Studies auf Master, macht irgendwas mit geschlechtlicher Vielfalt und Akzeptanz und jetzt auch noch irgendwas mit Medien. Das sind gute Voraussetzungen für ein Nachschlagewerk, das sich an Jugendliche und Heranwachsende richtet. Vielleicht sollte sie auch besser in Literatur recherchieren als Literatur zu recherchieren, davon liest sie sich nämlich nicht. Weltretterin und Weltherrscherin in Ausbildung – hier ist wohl das sehr junge Volk das Zielpublikum.

Im Impressum erfährt man dann, wie sehr es die Webseitenbetreiber mit rechtlichen Vorschriften zum Thema Publizieren im Internet haben:

Impressum

Laut §5 des Telemediengesetzes sind wir vermutlich dazu verpflichtet hier ein Impressum „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ zu haben.

Kontaktaufnahme

Weiterhin wünscht sich das Gesetz noch „Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit ihnen ermöglichen, einschließlich der Adresse der elektronischen Post“ – ich vermute, ich darf hier eine Emailadresse angeben, die ich auch noch regelmäßig lese.

Will man ein Nachschlagewerk aufbauen, sollte man auf Seriösität achten. Queer und seriös ist allerdings eine Kombination, die ich das erste mal an dieser Stelle hier lese.

Ich selbst bin froh, dass junge Menschen viele Sachen, die hier auf der Webseite stehen, gar nicht erst lesen und eher Erwachsene sich mit diesen Dingen quälen müssen. Der Feminismus und Regenbogenmenschen sind in dieser Beziehung allerdings anders. Es geht um Verbreitung ihrer Sexualität. Im Feminismus ist die Sexualität sogar politisch.

Nicht nur der Kampf um reproduktive Rechte oder der Streit um Pornografie, sondern auch die Aneignung eines lesbischen Lebensstils als Politikform oder feministische Utopien in Bezug auf Intimbeziehungen haben feministische Bewegungen ebenso geprägt wie gesellschaftliche Diskurse über Sexualität.
41. Feministischer Juristinnentag am 8.-10. Mai 2015 in Landshut – Programm

Passend:
Lesbianismus ist keine Frage der sexuellen Vorliebe, sondern eine politische Wahl, die eine Frau treffen muss, die ihre weibliche Identität finden und so die Herrschaft des Mannes beenden will.
Charlotte Bunch, amerikanische Politikwissenschafterin

Die Sexualität ist politisch, weil der Mann im Feminismus kein besonderes Ansehen hat. Ich habe allerdings schon darauf hingewiesen, dass der Feminismus nichts mit Humanismus gemein hat.

Wir danken der Frankfurter Erklärung und Professor Dr. Günter Buchholz für den Hinweis auf dieses „Kleinod„.

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