Matthias’ Woche –
Links der KW 45

Jippiiieeeeeh, Selbermach-Samstag. Endlich wieder dem Feminismus eine mit der Steinzeitkeule überziehen. Rein argumentativ natürlich. Noch ist es ja legal.
(vgl. z.B. http://www.blu-news.org/2013/09/26/eu-will-feminismus-kritik-verbieten/)

Alles fällt, wie üblich, unter “meiner Meinung nach”. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

Erstmal das hier:

https://krautreporter.de/71–wir-verschiessen-standig-potenzial (Top-Empfehlung)

Hier zeigt sich, dass typisch feministische Sichtweisen auf Prostituierte offenbar ziemliche Pauschalurteile sind. Ich kann und will nicht die Prostitution für harmlos oder unproblematisch erklären, aber die einfache Formel Prostituierte = “rechtloses, armes Opfer ohne gültige Papiere in der Gewalt brutaler Menschenhändler” stimmt offenbar genauso wenig wie die Vorstellung, jede Prostituierte handele nur aus Not so. Letztlich weiß ich es natürlich nicht, man steckt ja nicht drin.

Dieser Text

http://www.fraumeike.de/2014/ueber-die-maenner-und-die-frauen/

ist auch lesenswert. Ist schön zu sehen, wenn eine Diplom-Biologin den Feminismus öffentlich kritisiert.

Eine Schwachstelle hat der Text jedoch aus meiner Sicht. Sie schreibt: “Die Paarbindung, bei der ich große Zweifel habe, ob sie sich tatsächlich evolutiv ausgeprägt hat oder nicht vielleicht doch eher aus besagten Moralvorstellungen kulturell kreiert?”

Da hat sie wohl nicht lange drüber nachgedacht. Denn Paarbindungen basieren ja auch auf dem Verliebtsein, also einem Verhaltensprogramm, das mit erheblichen Veränderungen in den Konzentrationen einiger Neurotransmitter & Hormone einhergeht und Menschen zur vorrübergehenden Monogamie zwingt. Verliebtsein gleicht dabei in einigen Hinsichten sogar einer Zwangsneurose. Bei Männern reduziert sich dabei der Testosteronspiegel, bei Frauen steigert er sich, damit sich der Sexdrive der beiden Liebenden an die Bedürfnisse des jeweils anderen anpasst. (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Verliebtheit) Auch bei vielen Tierarten gibt es teils fakultativ, teils obligat feste Paarbindungen, denen zumindest in vielen Fällen ähnliche Verhaltensprogramme zugrunde liegen werden – häufig besonders bei Vögeln. (Fremdgehen tun diese Tiere natürlich trotzdem!)

Ansonsten hat dat jute Frauchen jedenfalls eine gesunde Einstellung:

Was wäre meine Karriere als Feministin bloß ohne meinen Mann? Oh. Moment.
— Frau Meike (@frau_meike) November 6, 2014

Wat jibbet noch Schönes diesen Samstag? Das hier:

http://www.domradio.de/themen/soziales/2014-11-07/missbrauchsbeauftragter-kritisiert-neue-sexualpaedagogik

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/emmaistfuermich-debatte-unter-feministinnen-im-netz-a-1001384.html

http://sciencefiles.org/2014/10/31/profxin-lann-hornscheidt-von-der-humboldt-universitat-entfernen/ (Top-Empfehlung)

http://suwasu.wordpress.com/2014/11/03/sexuelle-wurde-und-die-freiheit/

Manndat:

http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13235

(Ich habe den Krimi am Sonntag übrigens auch gesehen. Ich frage mich, ob es Zufall ist, dass der Mörder, der immerhin Ehefrau und Kinder umgebracht hatte, ausgerechnet “Arne” hieß!)

IGAF:

http://www.antifeminismus.ch/aktuelles-1/

Frau 2000plus:

http://frau2000plus.net/ein-recht-auf-leben/

Man-tau bzw. Schoppe:

http://man-tau.blogspot.de/2014/11/nichts-gelernt-die-sexualpadagogik-und.html

Cuncti:

http://cuncti.net/haltbar/829-postmoderner-relativismus-an-universitaeten

Kuckucksvater:

http://kuckucksvater.wordpress.com/2014/11/07/es-fangt-ein-neues-leben-fur-uns-alle-an-meine-schwester-und-ich-sind-kuckuckskinder-von-christine-mangold/

NICHT-Feminist:

http://nicht-feminist.de/2014/11/defintionsmacht-mit-justizministerin-heiko-maas/#more-942756

…und der Surftipp des Tages:

http://agensev.de/

 

Dann hätte ich noch ein Anliegen:

Kann mir mal jemand sagen, wo ich in den Müllstrommedien nach Herzenslust “rumtrollen” kann, ohne dass ich zensiert werde?

Ich hatte jetzt auf http://www.Spiegel.de allesevolution.wordpress.com und nicht-feminist.de verlinkt. Diesmal ließen sie es stehen. Aber als ich dann in einem weiteren Kommentar meine beiden “supitollen” Listen verlinkt habe, wurde es zensiert.
Sauerei! Oft zensieren sie in den Müllstrommedien ALLES, was ich da verlinke.

Was für Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht? Auf welchen Mainstream- bzw. Müllstrommedien-Websites kann man gut “peinliche Maskutroll”-Seiten zwecks “Zusammenrottung” () weiterverbreiten?

Auch sonst sag ich nur: Weiterverbreiten, wenn möglich auch “offline” (z.B. Weitersagen, Flugblätter)

http://frauengewalt.wordpress.com/
(Auch auf einer meiner beiden “supitollen” Listen zu finden. Extra-Verlinkung als besondere Empfehlung! Da sind die Studien drin, die zeigen, dass es in Sachen häuslicher Gewalt eine Pattsituation zwischen den Geschlechtern gibt.)

Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

http://allesevolution.wordpress.com/2014/02/22/selbermach-samstag-lxxiii/#comment-112353

Normale “supitolle” Liste:

http://allesevolution.wordpress.com/2014/04/19/selbermach-samstag-lxxxi/#comment-118618

http://femokratie.com/tatort-diese-vaeter-sind-zum-grauen/04-2014/comment-page-1/#comment-31698 (nicht meine Liste, aber nicht schlecht)

Zu guter Letzt:
Meine Reihe “Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern”
(Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html),

heute:

Der Mensch (Homo sapiens), Geschlechtsunterschiede & Attraktivitätsmerkmale,
Guys & Dolls, böööööööze binäre, biologistische Geschlechterordnung

Special Biolehrer & Didaktiker Teil X:

Ich habe dann jedenfalls nach dem einen “lovely” Semester (siehe letzte Selbermachsamstage) ein Schulpraktikum gemacht. Fachpraktikum Biologie halt. Ohne hier alles davon im Detail beschreiben zu können, eines ist sicher: Es ist eine ziemlich schräge Branche.

Wie schräg, sei am folgenden Beispiel erklärt:
Wenn ich einen Overhead-Projektor benutze, und ich brauche nicht eine Sekunde, sondern vielleicht 3 bis 4 Sekunden, um dessen Anschaltknopf zu finden, dann schreibt hinten direkt eine mit, ich hätte mich “nicht mit dem Medium beschäftigt” und kreidet mir dann hinterher auf dem Niveau “Fehler” an, die ich gemacht hätte. Wohlgemerkt: Eine Frau, die selbst mal eine Uni von innen gesehen hat. Ich komme da schlichtweg nicht mehr mit. Die achten auf Sachen, das glaubt man gar nicht. Vieles, was Schulpraktikanten, Referendare und Junglehrer beachten müssen, ist ungefähr so auf dem Niveau. Ein Lehrer erzählte mir einmal, er hätte, als er besichtigt wurde, Vorwürfe daraus gemacht gekriegt, dass er im falschen Moment gesessen oder gestanden hätte.

Während sich auf Lebenszeit verbeamtete Lehrer bald alles erlauben können, also auch z.B. Mülltonnen im Unterricht auskippen und ihre Schüler als “Dümmlinge” und “Blödiane” titulieren dürfen, müssen Schulpraktikanten, Referendare und Junglehrer vor der Verbeamtung auf Lebenszeit bald aufpassen, dass sie im richtigen Moment ein- und ausatmen, weil sonst hinten einer sitzt und sowas wie “Hat im falschen Moment eingeatmet – keine Lehrerpersönlichkeit” mitschreibt. Das ist da heute so. (Das spricht übrigens nicht dafür, Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Denn dann entscheiden Leute mit solchen Maßstäben auch noch über mittelalte und alte, hocherfahrene Lehrer anhand solcher Kriterien, wenn dann der Beamtenstatus weg ist und Lehrer “endlich” nach “Leistung” bezahlt werden.)

Ich muss überhaupt sagen, dass mir vieles am Grundkonzept dort während des Praktikums nicht gefiel. Die eigentlichen Probleme dort waren aus meiner Sicht, dass Schüler in Klasse 5 in einem Satz bald 5-7 Rechtschreibfehler machten und von Zeichensetzung und Grammatik keinen Plan hatten. Viele Sätze von denen waren im grammatischen Sinne gar keine Sätze. (Wodurch das bedingt ist? Ich denke, maßgeblich auch durch “freies Schreiben” an den Grundschulen. Auch das muss eine Idee von irgendwelchen Didaktikern/Pädagogen sein.) Was auch ein Problem war, das war die Disziplin. Wenn man alle 2 Minuten laut “Ruhe!” schreien muss, ist vernünftiger Unterricht nicht mehr möglich.

Aber diese eigentlichen Probleme löst keiner da, die didaktischen Wortführer sowieso nicht. Die machen einem lieber allen ernstes Vorwürfe daraus, dass man sich bei einem Bio-für-Kinder-Geplänkel-Programm über Wölfe keine Lernziele ausgedacht hat, weil man einfach Interesse wecken wollte und mehr nicht, und bei dem Thema konkrete Lernziele gar nicht sinnvoll sind. Zur Erklärung: Später erfuhr ich von einem Didaktiker, dass vor 15 Jahren Schulpraktikanten und Referendare nie Lernziele formulieren durften, also auch dann nicht, wenn es sinnvoll gewesen wäre. Nur 15 Jahre später mussten alle Lernziele formulieren, auch wenn es nicht erforderlich ist. Und auflehnen darf sich kein Mensch gegen diese Moden, und einfach selbst nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. So beknackt ist das alles.

Interesse schien ich jedenfalls geweckt zu haben, “meine” Schüler machten gut mit. Von Vorgesetzten wird man dort regelrecht gezwungen, sich unnatürlich zu geben, sich verrückt zu machen, bloß nicht bei ihnen anecken zu wollen. Besser wäre: Einfach in Ruhe Bio machen, nicht einer Dauerprüfungssituation ausgesetzt sein (und das, ohne sich erstmal so versuchen zu dürfen!) und den Kindern schlichtweg ein guter Hirte sein. Ein guter Hirte ist man aber nur, wenn man gleichzeitig nicht Vorgesetzte im Nacken hat, die einen dazu zwingen, zahlreiche Kleinigkeiten zu beachten, und dann auch noch Kleinigkeiten, die einen in ihrer Sinnhaftigkeit nicht gerade überzeugen.

Die Jungenkrise fiel mir übrigens auch in einem Punkt auf: Für die männlichen Schüler war ich ziemlich interessant, da hätten mich einige von – besonders die eher verhaltensauffälligen – am liebsten für sich alleine gehabt. Die stellten dauernd Fragen, teils wohl nur, damit man sich um sie kümmerte. (Wie kommt das nur? Kein Vater zu Hause? Noch nie einen Mann kennengelernt?) Dummerweise waren aber weit über 30 in jeder Klasse. Das ist zu viel, aber solche grundsätzlichen Probleme löst da niemand. Die Mädchen verhielten sich unproblematischer. Aber gut, sie haben halt eine andere Natur und werden in DEN Schulen heute verhaltensgerechter untergebracht als Jungen.

Was ich dabei von den vorgesetzten Lehrern, die einem was zu sagen hatten, insbesondere von einer davon unredlich fand: Einerseits kritisieren die viel an dem, was man macht, wenn man sie dann aber fragt, wie man es ihres Erachtens machen soll, sagen sie einem, das solle man selbst wissen und das habe man doch schon 20 mal gesagt. So in der Tonalität reden die mit einem. Der langen Rede kurzer Sinn: Nach meinem Eindruck haben in dem Bereich nicht nüchterne Pragmatiker das Sagen, sondern Ideologen – das ist nur meine Meinung. Auch in diesem Schulpraktikum stieß ich wieder auf deren große Allergie gegen die “Fachorientierung” und gegen “Wissen”. Aber dann wollen sie trotzdem, dass selbst in Klasse 5 bei Themen, die nur zum Interesse wecken sinnvoll sind, extra Lernziele formuliert werden. Wer das will, hat in meinen Augen nicht nur wirklichkeitsfremde Vorstellungen von Lernprozessen, sondern sieht Kinder auch nicht als völlig unterschiedliche Individuen, die zu Tieren beispielsweise alle einen anderen Zugang haben. Verbindliche Lernziele für alle lassen sich in einem Hauptfach wie Mathematik nicht vermeiden, aber in Bio in Klasse 5 beim Thema Tiere aber dreimal (zumal die sich nicht mit der Formulierung von Lernzielen allgemein zufriedengeben, sondern allen Ernstes auch bei dem Thema sowohl kognitive, als auch affektive, als auch psychomotorische Lernziele formuliert wollen sehen. Wer das bei dem Thema und unter den geschilderten Umständen will – sorry, aber der ist meiner Meinung nach verrückt.). Viel mehr als Interesse wecken kann man da aus meiner Sicht gar nicht groß.

Eh ich es noch vergesse: Vor dem Schulpraktikum hatte ich während dieses “lovely” Semesters eine Umfrage machen müssen, für die Lehrveranstaltung, die mich auf die Diplomarbeit vorbereiten sollte. Eine Umfrage unter Lehramtsstudenten der Biologie. Auf dem Umfragebogen wurde auch danach gefragt, ob man Haustiere hat. Was schrieben fast alle Lehrämtler dahin, die ein Kaninchen besaßen (und das hatten viele von denen!)? Sie schreiben “Hase” dafür hin. Sie kennen nicht einmal von einem Tier, das sie selbst besitzen, die Artzugehörigkeit. Von Hasen (die nebenbei bemerkt nicht nur eine andere Art sind, sondern auch zu einer anderen Gattung gehören als Kaninchen) gibt es kaum eine Haustierversion, außer eine seltene Qualzucht zu Verzehrszwecken. Hasenartige Haustiere sind sonst IMMER Kaninchen. Und die mit Hasen zu verwechseln ist ungefähr so, als würde man Gorillas mit Menschen verwechseln. Naja, es hat bei denen offensichtlich gute Gründe, warum sie so oft die “Fachorientierung” des Unterrichts ablehnen und “Wissen” als was Schlimmes ansehen.

Diesbezüglich noch ein Exkurs in meine Kindheit: Ich hatte im ersten Schuljahr eine Lehrerin, der gegenüber ich gesagt hatte, wir hätten zuhause Wildkaninchen im Garten. Sie, ganz die resolute Frau Lehrerin persönlich: “Nein, das sind Hasen. Kaninchen sind Haustiere.” Ich widersprach ihr, wurde dann aber gebügelt. Leider konnte ich sie damals noch nicht fragen, ob sie nun mit einem u.a. auf Tierökologie spezialisiertem Diplom-Biologen über Hasenartige (Lagomorpha) diskutieren will. Ich hatte halt als Kind genug Tierbücher gelesen, um zu wissen, dass Feldhase (Lepus europaeus) und Wildkaninchen (Oryctalagus cuniculus) zwei unterschiedliche Arten sind. Sie wusste es nicht, wollte aber um jeden Preis Recht behalten. In einer anderen Situation, auch im ersten Schuljahr, sagte ich, Delphine seien ja eigentlich Wale. Anstatt ein Kind dafür zu loben, dass es das weiß, und dass es weiß, dass Delphine Wale und eben keine Fische sind, sie so: “Nneinn! Delphine sind Delphine, und Wale sind Wale…” Meine Erfahrung als Schüler überhaupt: Wissen, auch privat angelesenes über Tiere und die Natur, zählt auf der Schule rein gar nichts, obwohl es einen unschätzbaren Wert hat. Die bescheinigen einem lieber, dass man scheiße ist, als einen wirklich zu fördern, und das unter Beachtung individueller Neigungen. Und was diese Grundschullehrerin noch angeht: Einmal sagte sie, sie würde uns schlagen, wenn sie das dürfte…

Das war jetzt Teil X, es wird noch einen oder vielleicht 2-3 weitere Teile dieser Reihe kommen.

 

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