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Feminismus: Emmeline Pankhurst – Vom Terror zur Ikone

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Feminismus: Emmeline Pankhurst

Vom Terror zur Ikone

Emmeline Pankhurst
(* 14. Juli 1858 in Moss Side, Manchester, England, als Emmeline Goulden; † 14. Juni 1928 in London, England)

Wenn zwei dasselbe tun, ist es immer noch nicht dasselbe. Diese Feststellung ist so alt, wie die Tatsache, dass es biologisch grundsätzlich beim Menschen zunächst einmal zwei Geschlechter gibt. Daher ist es wenig verwunderlich, dass militanter männlicher Terror, patriarchal und böse ist, während weiblicher Terror nötig, angemessen und heldenhaft ist.

So beginnt der Artikel „Unsere Störenfrieda der Woche: Emmeline Pankhurst“  des feministischen Magazins diestörenfriedas mit den Worten:

“Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands”, schrieb Emmeline Pankhurst kampfeslustig.

Damals war es aber so, dass man sein eigenes fehlerhaftes Handeln mit dem Handeln von Männern erklärt hat. Heutzutage werden durch den Feminismus double standards definiert, die dies außer Kraft setzen. Für einen Mann sind sämtliche Dinge, die Feministen mittlerweile ungeniert praktizieren, ein Grund dazu, noch lauter vom bösen Patriarchat zu schreien.

Der Artikel der störenfriedas zumindest beginnt direkt mit einem Zitat über militante Frauen Englands. Emmeline Pankhurst war eine der heutzutage nicht mehr so bekannten Suffragetten.

Der Artikel „Wer waren die Suffragetten?“ aus dem PM-Magazin gibt zudem ebenfalls Auskunft über Emmaline Pankhurst:

Am 19. Februar 1913 zündeten in Walton Hill militante englische Frauenrechtlerinnen eine Bombe am nagelneuen Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George. Sie wollten ihrer Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen Nachdruck verleihen. Die Verantwortung übernahm die 55-jährige Rechts-anwaltswitwe und fünffache Mutter Emmeline Pankhurst. Zehn Jahre zuvor hatte sie mit ihrer Tochter Christabel in Manchester die »National Women’s Social and Political Union« gegründet. Die Frauen nannten sich Suffragetten nach dem lateinischen Wort suffragium (=Wahlrecht).

Sowohl das PM-Magazin als auch die störenfriedas benutzen den Ausdruck militant. Ich würde sogar weiter gehen und es als Terrorismus bezeichnen. Es wurde ein Anschlag auf ein nagelneues Landhaus eines Politikers verübt. Bombananschläge verüben zumeist Terroristen. Mit derlei Aktionen politischen Forderungen „Nachdruck“ zu verleihen, spricht ebenfalls eine sehr deutliche Sprache. Die Begriffe „social“ und „political“ bekommen ganz neue Bedeutungen.

Das terroristische Potential der Suffragetten wird bei PM weiter verdeutlicht:

Emmeline Pankhurst wanderte für den Bombenanschlag hinter Gitter. Dort saßen zu der Zeit schon über 200 Frauen wegen anderer militanter Aktionen für das gleiche Ziel. Die Suffragetten hatten zeitweise 260000 Anhängerinnen. Sie veranstalteten öffentliche Hungerstreiks, ketteten sich an das Parlament, demonstrierten vor dem Buckingham-Palast. Insgesamt acht Mal wurde die streitbare Emmeline inhaftiert.

Als Anmerkung: Männer die 8mal wegen militanter Vergehen inhaftiert werden – gibt es die überhaupt? Gelten solche Männer nicht als gemeingefährlich?

Lesen wir aber weiter bei den friedas:

Der Kampf um Frauenrechte wurde schon früh zu einem wichtigen Betätigungsfeld von Emmeline, die darüber hinaus noch fünf Kinder großzog.

Was hier noch heldenhaft dargestellt wird, ist spätestens seit den 60er Jahren im Feminismus verpönt: Kinder selbst großziehen! Das geht ja gar nicht. Shulamith Firestone z. B. forderte, dass Kinder relativ schnell von den Eltern entfernt werden müssten, sobald sich Kinder über ihre Eltern beschweren. Kinder sollten in ihren Utopien am besten durch Gebärmaschinen auf die Welt kommen und durch eine feministische Kommune erzogen werden. Bei Kate Millett spielte Fortpflanzung gar keine Rolle mehr. Ihr ging es um die Verbreitung von Homosexualität in der Gesellschaft.

Bei E. Pankhurst wird es nun aber herausgehoben. So ist das halt im Feminismus – gerade so, wie man es braucht.

1889 formierte sich unter ihrer Führung die radikale Women’s Franchise League (WFL), die unbeirrt an den Forderungen festhielt. Doch schon bald musste Emmeline feststellen, dass all die Reden und Forderungen ungehört blieben – es kam keine Bewegung in den Kampf um das Frauenwahlrecht.

Hierbei wird verkannt, dass zu dieser Zeit das Wahlrecht auch für den normalen Mann im Volk nicht bestand. In England durften alle Männer erst ab 1918 wählen. Zuvor waren maximal 52 % der Männer wahlberechigt. Daher war es keine Frage nach dem Wahlrecht für die Frau, sondern eher die Frage nach einem allgemeinen Wahlrecht. Dies wird aber immer wieder geschichtlich verklärt dargestellt.

Das Wahlrecht in Deutschland ist ein wenig komplizierter, da zwar Otto von Bismarck relativ früh (1867) ein allgemeines Wahlrecht (nur für Männer) eingeführt hat. Dies allerdings nur im s. g. Norddeutschen Bund, der auch nur 3 Jahre existierte. 1871 wurde mit dem Deutschen Reich zwar das allgemeine Wahlrecht für Männer eingeführt, allerdings gab es in Preußen und anderen Ländern des Reiches diskriminierende Regeln, die das Wahlrecht oft aushebelten.

Daher ist es auch nicht hinreichend, wenn man nur von Kampf der Frauen für ein allgemeines Wahlrecht spricht. Viele Männer waren ebenfalls bis ins Jahr 1918 vom Wahlrecht ausgeschlossen. 1918 wurde das preusische Dreiklassenwahlrecht abgeschafft und das Mindestalter auf 20 Jahre herabgesetzt. Das Frauenwahlrecht wurde eingeführt.

1903, kurz nach dem Tod ihres Ehemannes, gründete sie die Women’s Social and Political Union (WSPU), aus der sich bald der schlagkräftige, militante Flügel der englischen Frauenbewegung entwickeln sollte. Die Frauen änderten ihre Strategie nun in lautstarken, öffentlichen Protest. “Die Landarbeiter hatten das Wahlrecht gewonnen, … indem sie Heuschober anzündeten, Krawalle anzettelten und so den englischen Politikern ihre Stärke demonstrierten in der einzigen Sprache, die diese verstehen”, erklärte Emmeline und erkannte, dass drastischere Mittel erforderlich waren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Dieser Abschnitt zeigt eindeutig, dass hier weibliche Gewalt gegen Männer legitimiert wird. Wie schon ausgeführt, ist die Aussage über das Wahlrecht der Landarbeiter irreführend. Dies sollte nämlich erst im Jahre 1918 der Fall sein. Irreführend Aussagen begleiten die Geschichte des Feminismus aber schon seit Bestand.

Die Störenfriedas schildern nun traumatische Erlebnisse der Suffragetten in der Haft. Männern erging es in Haft allerdings kein bisschen besser. Dies soll keine Dingen rechtfertigen. Es soll nur darauf hinweisen, dass auch hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Männer haben immer höhere Strafen bekommen als Frauen. Männer sind im Gefängnis immer schlechter behandelt worden als Frauen. Diese Dinge werden aber ausgeblendet. Als Feminist müsste ich sagen: Sie werden unsichtbar gemacht!

Was berichten die friedas weiter?

Die Versammlungen der WSPU waren immer wieder von Polizeigewalt betroffen, die Emmeline als systematische Unterdrückung der Forderung nach dem Frauenrecht erkannte. Doch Emmeline und ihre Frauen machten Eindruck: Sie störten die Wahlveranstaltungen von einflussreichen Politikern, warfen Schaufenster ein und steckten leerstehende Häuser und Briefkästen in Brand.

Okay, wenn also Polizisten etwas gegen Versammlungen einer „terroristischen Organisation“ unternehmen, ist es eine systematische Unterdrückung. Sie selbst aber nehmen sich das Recht heraus, Wahlveranstaltungen zu stören, Eigentum andere Menschen zu zerstören und Briefkästen anzuzünden. Hier ist es schon wieder „double standards“. Während man das Verhalten der Polizei noch damit begründen kann, dass sie auftragsgemäß ihren Aufgaben nachkommen und für „Recht und Ordnung“ sorgen, zeigt das Verhalten der Suffragetten nur eins: Die Bewegung um die Frauenrechte war immer mit Gewalt verbunden.

Ich möchte mit diesem Artikel nicht zum Ausdruck bringen, dass alles für Frauen halb so wild war. Ich möchte nur sagen, dass Männer ebenso zum größten Teil lange kein Wahlrecht hatten und dass bei der Geschichte des Feminismus immer viele Dinge verfälscht dargestellt werden. Empathie wird auch bei der Frau relativ schon durch Gewalt abgelöst.

Mit dieser Geschichtsverklärung geht einher, dass gewaltbereite Frauen zu Ikonen des Feminismus erklärt werden, was eindeutig zeigt, um welche friedfertige Bewegung es sich handelt. Die Missachtung der Umstände der Männer zeigt, dass es eben nicht um Gleichberechtigung geht. Der Blick geht einzig und allein immer auf die Frau. Da spielt Gewalt gegen den Mann keine Rolle. Ob er sie nun aktiv durch die Bewegung erleidet oder in Form von gesellschaftlicher Gewalt erleidet.

  • Häusliche Gewalt gegen den Mann? Gibt es nicht.
  • Sexismus gegen den Mann? Gibt es nicht.
  • Vergewaltigte Männer? Gibt es nicht.

Die ganze Radikalität der bejubelten Emmiline Pankhurst beschreibt das PM-Magazin am Ende:

1917 gründete Emmeline Pankhurst eine neue Partei, die »Women’s Party«, die feministische Programmpunkte mit faschistischen wie »Rassereinheit« verband. Was sie dazu bewegt hatte, ist nicht bekannt. Ihre Autobiografie endet vorher. Die Suffragetten bildeten den radikalsten Teil der Frauenbewegung; sie waren Vorbild für Feministinnen auch in Deutschland und den USA.

Vom Terror zur Ikone – der Mann ist immer egal, ist er doch grundsätzlich die Ursache allen Übels. Egal, wie es ihm selbst objektiv ergeht. Die faschistischen Aspekte des Feminismus werden ebenfalls immer wieder festgestellt.

Feminismus, Gewalt und Faschismus sind eng miteinander verbunden.

Nachtrag

In den Kommentaren wurde angedeutet, man könne sie mit dem Orden von der weißen Feder in Verbindung bringen. Das kann man tatsächlich. Durch diesen Orden wurden durch Frauen an Männer weiße Federn „verliehen“ um diese zu denunzieren, wenn diese nicht in den Kriegsdienst zum 1. Weltkrieg (später zum 2. Weltkrieg) eingetreten, aber auch abgelehnt worden sind. Das ging soweit, dass sämtliche Männer, die keine Uniform trugen, eine solche Feder „verliehen“ bekommen habe. Viele Männer, die abgelehnt wurden, bemühten sich daraufhin immer wieder in den Kriegsdienst eintreten zu können, was ihnen dann oftmals auch gelang. Viele von ihnen mussten dann dort ihr Leben lassen.

Aus dem Artikel bei Wikimannia:

Er hatte drei kleine Töchter, was ihn vor der Einberufung bewahrt hatte und sein Versuch, sich freiwillig zu melden, wurde 1914 abgelehnt, weil er kurzsichtig war. Aber 1916, als er vom Büro nach Hause ins südliche London ging, gab ihm eine Frau eine weiße Feder (ein Zeichen der Feigheit). Er rückte am nächsten Tag ein. Zu dieser Zeit störte sich niemand mehr an Kurzsichtigkeit. Man wollte lediglich einen Körper, der eine Granate stoppte, was Schütze James Cutmore im Februar 1918 auch pflichtgemäß tat und im März 1918 seinen Verwundungen erlag.

Feministen erzählen gerne, dass es mit Frauen an der Macht keine Kriege mehr gebe, alles friedlicher sei usw. Der Orden der weißen Feder zeigt, dass Frauen keinerlei Probleme damit haben, Männer in den Tod zu schicken.

Artikel (auf englisch) über Pankhurst und die weiße Feder gibt es hier:

Pankhurst: The white feather betrayal of history

„White Feather“ Feminism: The Recalcitrant Progeny of Radical Suffragist and Conservative Pro-War Britain

Ein englischer Clip:

Ein weiterer Clip (ebenfalls englisch)

Trotz ihres millitanten Engagements für die Suffragetten- und die zweifelhafte „Weiße-Feder-Bewegung“ bekam sie posthum ein Denkmal im Victoria Tower Gardens von London gesetzt.

 

Bei Meinungen und Deinungen gibt es einen Nachfolgeartikel: Die Gewalt im Feminismus vor 100 Jahren

Das Gender Universum hatte auch schon einen Artikel darüber: Vor 100 Jahren: Militante Feministinnen verüben Bombenanschlag

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