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Kommentar zum Kommentar – Julia Schramms Opfergesang

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Julia Schramms Opfergesang

Ein Kommentar zum Kommentar

Eigentlich sollte man auf viele Dinge nicht reagieren. Es gibt allerdings Ausnahmen. Eine solche Ausnahme ist ein Text der Feministin Julia Schramm, der einige Dinge zeigt.

Hater vs. Feministinnen
Warum Frauen im Netz so viel Hass abbekommen

von Julia Schramm auf den Seiten des Bayrischen Rundfunks ist einer dieser Texte an denen man viele Dinge aufzigen kann.

Feministische Sprache

Der Artikel zeigt zum einen welcher Sprache sich feministische Äußerungen bedienen, um den weißen, heterosexuellen Mann in eine zwilichtige Beleuchtung zu rüsetzen. Zum anderen macht er deutlich, wie tief öffentlich-rechtliche Medien in dieser Propaganda verstrickt sind. Die Botschaften wirken wie aus längst vergangenen Zeiten.

Einige Anmerkungen zu Julia Schramms Opfergesang.

Zunächst fällt die benutzte feministische Sprache auf. Es ist eine Sprache, die von der sprechenden Seite als Hatespeech – als Hasssprache – bezeichnet werden würde.

verwirrte Einzelheinze – allen Feministinnen mit der Gaskammer zu drohen – bizarren Gewaltphantasien einfach nur Alltag – jeden Tag im Internet an Frauen abarbeiten – die Feministinnen mit Vergewaltigung, Mord und Totschlag drohen – Wer sind diese Leute, die Feministinnen vergast sehen wollen? – antifeministischen Jäger – es sind fast nur Männer: Anwälte, Maurer, Professoren, Handwerker, Ärzte, Steuerfachangestellte, IT-ler – sehr viele IT-ler – Männer, die ihre Meinungsfreiheit schon verletzt sehen, wenn sie Frauen nicht sexuell belästigen sollen – jede Form der Emanzipation voller Hass bekämpfen und so weiter.

Später wird es um einzelne Äußerungen gehen. Frau Schramm schafft es, vieles innerhalb der ersten vier Absätze ihrer Abarbeitung fantasierter Dinge dem Leser hinzuwerfen. Der Artikel zeigt deutliche Merkmale einer Wutrede, der es nicht darum geht mit Worten, sondern mit Emotionen zu überzeugen.

Es geht also um den Hass, den Frauen im Web so zu ertragen haben. Es geht um einen Hass, der nicht genauer untersucht, geschweige denn in Julia Schramms Kommentar an irgend einer Stelle belegt wird. Sie versucht es ansatzweise mit einem Tweet zu belegen, in dem es um Vergasung und Feministen geht:

Frau Schramm übersieht hier großzügig einen Smiley. Das einzige, was man aus diesem Tweet schließen kann, ist eine sonderbare Art des Humors. Frau Schramm bastelt sich aber eine Wut gegen alle Feministinnen daraus. Frau Schramm bastelt sich Mord- und Vergewaltigungsdrohungen zurecht. Es ist ein eher missglückter Tweet, der auch keinerlei Zustimmung erfahren hat. Frau Schramm hat aber etwas als Aufhänger gesucht und gefunden hat sie etwas nicht wirklich Aussagekräftiges.

Mit einem Ausdruck hat sie Recht: Einzelheinz – es könnte der Tweet eines Einzelheinz sein. Vielleicht steckt aber eine tiefere Aussage hinter diesen wenigen Worten. Wir werden es nie erfahren. Alle anderen Vorwürfe, die Frau Schramm in ihrem Artikel absondert, kommen mit noch weniger Belegen für ihre Aussagen daher. Wir fragen uns nun erstaunt, wie und warum es so etwas in öffentliche Medien schafft. Wir sollten es mittlerweile gewöhnt sein, dass mittlerweile ganz eindeutig eine unerträgliche Hetze betrieben wird, die völlig widersinnig für eine Demokratie ist. Anhand dieses Kommentares wird deutlich, dass sich die öffentlich-rechtlichen Medien neben den anderen Medien gar nicht mehr bemühen, ihre Aussagen überhaupt zu begründen. Sehen wir uns die Aussagen einmal im schnellen Überflug an einigen Stellen genauer an: 3. Absatz – komplett

Doch wer sind diese Leute, die sich jeden Tag im Internet an Frauen abarbeiten, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Sexismus engagieren? Wer sind diese Leute, die Feministinnen mit Vergewaltigung, Mord und Totschlag drohen? Wer sind diese Leute, die Feministinnen vergast sehen wollen?

Wenn man diesen Absatz liest, fragt man sich ebenfalls, wer diese Leute sind von denen Frau Schramm hier spricht. Gibt es sie überhaupt? Was äußern sie? Wo trifft man auf solche Dinge? Mit diesen Fragen lässt einen Frau Schramm völlig alleine im Regen stehen. Auch der folgende – oben schon erwähnte Tweet – gibt keinerlei Aussage oder Andeutung dazu. Vergewaltigung, Mord und Totschlag – wo stellt sie solche Dinge fest? Der genannte Tweet gibt darüber ebenfalls keinerlei Hinweis. Auch der Wunsch, dass Feministinnen vergast werden sollen, lässt sich nirgends ableiten. Der Tweet stellt lediglich fest, dass die Feministische Partei vergast werden wird, weil sie Feministinnen sind. Es ist aber keinerlei Wertung zu dieser Aussage ablesbar. Vielleicht malt der Verfasser dieses Tweets einfach nur eine düstere Zukunft? Was soll der Smiley hinter dem Tweet? Der Tweet verursacht eher Fragen als eine Aussagekraft, die die Kommentatorin offenbar hinter diesem Tweet sieht. Immerhin aber hat sie schon Ausdrücke ins Spiel gebracht, die generell gesellschaftlich geächtet sind: Vergewaltigung, Mord, Totschlag. Dieses Spiel wird sie fortsetzen. Wir werden es folgend aufzeigen. 4. Absatz – ebenfalls komplett

Wenn man sich diese antifeministischen Jäger mal näher anschaut, dann zeigt sich: Sie kommen aus der so genannten Mitte der Gesellschaft. Und es sind fast nur Männer: Anwälte, Maurer, Professoren, Handwerker, Ärzte, Steuerfachangestellte und IT-ler. Sehr viele IT-ler. Männer, die sich nicht mal die Mühe machen, ihre Identität zu anonymisieren. Die ihre Meinungsfreiheit schon verletzt sehen, wenn sie Frauen nicht sexuell belästigen sollen. Männer, die jede Form der Emanzipation voller Hass bekämpfen. Und die dabei sogar glauben, die Mehrheit der Gesellschaft würde genau so denken wie sie.

Jetzt zieht sie so richtig vom Leder. „Antifeministische Jäger“ – man sagt Jägern nach, wie wollen ihre „Beute“ erlegen. Bisher hat es sich nicht gezeigt, dass irgendjemand solche Tendenzen verspürt und auszieht, Feministinnen zu erlegen. Dies findet alles in den Opferfantasien der Kommentatorin statt. Dann bekommt es natürlich der Mann ab: „es sind fast nur Männer„. Jetzt soll Frau Schramm uns ungebildeten – wir sind ja überall fast nur Männer, wenn es um das Böse geht – Männern erklären, wie sie ermittelt hat, dass sich beim Verfasser des Tweets – andere Beweise für ihre Aussagen führt sie ja nicht ins Feld – um einen Mann handelt. Desweiteren nennt sie die komplette Bandbreite an Berufen. Damit nimmt sie jeden Mann in ihre Anklagerunde und startet einen Angriff auf die gesamte Gesellschaft mit ihren Leistungsträgern, die auch das Leben von Frau Schramm finanzieren. Wir werden an späterer Stelle in einem anderen Artikel aufzeigen, dass es dem Feminismus seit langem um die Zersetzung der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Werte, Familie, Partnerschaften usw. geht. Sie startet hier, indem sie ohne Belege sämtliche Männer aus nahezu allen Schichten diffamiert. Auch hier finden sich neue Ausdrucksweisen für Dinge, die gesellschaftlich geächtet sind: Sexuelle Belästigung und der Kampf gegen freiheitliches Denken. (Kampf gegen Emanzipation) Wir überspringen einen Absatz, der den bisher genannten in keiner Weise nachsteht und widmen uns dem 6. Absatz:

Dabei gilt dieser Hass, der aus allen Ecken des Internets tropft, nicht nur Feministinnen. Er gilt allen Menschen, die gegen Diskriminierung kämpfen – egal, ob gegen die Diskriminierung von Schwarzen, von Juden und Jüdinnen, von Homo- und Bisexuellen oder von Menschen mit Transidentität.

Da ist er schon wieder: Der Hass, „der aus allen Ecken des Internets tropft„. Diesmal wird die Runde der Opfer aber erweitert. Es werden einige Gruppierungen genannt, die man aufgrund ihrer Anzahl zurecht auch als Minderheitsgruppierungen benennen kann. Eben darauf will Frau Schramm hinaus: Der böse Mann aus allen Schichten der Gesellschaft ist feindlich gegenüber Minderheiten eingestellt. Zumindest versucht sie, uns dies zu vermitteln. Vergessen sind die Schwulen, die politische Ämter inne haben oder hatten und auch von eben diesen Menschen aus der gesellschaftlichen Mitte gewählt worden sind. Vergesssen wird, dass Fremden- und Ausländerhass zum größten Teil in unserer Gesellschaft verurteilt wird. Wie sonst lassen sich Gegendemonstrationen erklären, die um einiges größer sind als die Demos, gegen die sie sich richten? Auf diesen Demos sind auch nicht nur Frauen in feministischer Gestalt anwesend. Diese dürften den allerkleinsten Teil ausmachen. Die Verfasserin dieses Kommentars versucht ein Bild zu malen, dass noch nichtmals an die Realität erinnert. Es ist ein Bild von ihrer Realität. Es ist ein Bild, dass ihre Ziele als Feministin widerspiegelt. Daher mangelt es ihr auch an Belegen für ihre gesamten Aussagen. Im letzten Absatz zeigt Frau Schramm, wer hier tatsächlich ein Problem mit Menschen hat. Hier zeigt sich, wer voller Hass und Wut ist. Hier schlägt sie nämlich den Bogen zu allen Menschen:

Mittlerweile gibt es in Deutschland auch eine Partei, die sich den Leiden dieser schrecklich missverstandenen Männer annimmt: die AfD. Ihr Erfolg bei den letzten Landtagswahlen zeigt, dass der Hass gegen „Gutmenschen“ und Feministinnen mehr ist als nur ein Phänomen am ultrarechten Rand. Dieser Hass war wohl immer schon da, er zeigt sich nur im Internet ein wenig offener, als wir das gewohnt sind. Und so bleibt am Ende die banale Erkenntnis: Es ist nicht das Internet. Es sind die Menschen.

Über die AfD kann man an anderer Stelle diskutieren. Bei der AfD handelt es sich um eine demokratisch legitimierte Partei. Sie dient hier lediglich zur Stimmungserzeugung und ist ein eher schwaches Mittel, ihre Aussagen zu bekräftigen. In ihrem Abschlusssatz sagt sie es eindeutig. Sie sagt, zu welchem Schluss sie kommt und welcher Schluss sie zu den vorangegangenen Zeilen getrieben hat: „Es ist nicht das Internet. Es sind die Menschen.“ Frau Schramm ist also Feministn. Wenn dies das Bild einer Feministin ist, dann wissen wir ja nun hoffentlich endgülitig, was vom Feminismus zu haltenn ist: Er ist menschenfeindlich. Frau Schramm ist übrigens Buchautorin usw.:

Julia Schramm ist Buch-Autorin und schreibt seit 2012 an ihrer Doktorarbeit zum Thema Privatheit. Außerdem schreibt sie für verschiedene Medien und ihren Blog „Leben in der Metamoderne“ – unter anderem über Feminismus.

Nachdem man ihren Kommentar gelesen, verstanden und eingeordntet hat, sollte man zu dem Schluss kommen, dass sie sich besser an etwas gehalten hätte, was sie in einem Tweet vom 16. September 2014 schreibt:


Dann wäre uns allen ein wenig Hass gegen Männer, die Gesellschaft und Menschen insgesamt erspart geblieben. Schlimm nur, dass sie ihren Hass durch eine Opferfindung in ihrer eigenen Person als Frau zu begründen und zu verallgemeinern versucht.

 

Edit:
Als Linktipp zum Thema „Gewalterfahrung im Web“ empfehlen wir:

Men Are Harassed More Than Women Online
und
Are Men Really Harassed More Than Women?

Diese Link sollten zumindest einige Fragen aufwerfen. 😉

Edit2:

Damit ihr wisst, dass es nur Hass gegen Feministinnen gibt.
Hier die Mail von „Ihr seid gemeint (hass@hass.de)„, die uns auf den Artikel aufmerksam gemacht hat:

Ihr seid gemeint empfiehlt Ihnen folgenden Inhalt aus dem Angebot von BR.de:

Hater vs. Feministinnen: Warum Frauen im Netz so viel Hass abbekommen
Beleidigt und bedroht – das werden vielen Frauen, die im Netz über Feminismus schreiben. Sind die Hater verwirrte Einzelheinze oder ist das Netz bloß ein Ventil für alltäglichen Frauenhass? Ein Gastkommentar von Julia Schramm.

Link zum Inhalt:
http://br.de/s/1N3AwIE

Bitte beachten Sie: Die Identität des Absenders wurde nicht überprüft.

Diese Mail erreichte uns über uns Kontaktformular. Ja, die armen Feministinnen leiden so sehr unter fiesen Nachrichten. 😉

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