Seelentod

In einem Land unserer Zeit, wo ich einst das Licht der Welt erblickte. Hier bin ich nun so lange schon am Wirken. Am Leben. Wirklich? Lebe ich? Oder lasse ich leben? Wenn mein Körper doch anwesend ist, so bin ich doch nicht anwesend im Geiste.
Nebelschwad der sich zieht durch das Gemüt. Dunkelheit die mich umfängt. Ein Gefühl, eine Ahnung, die mich streift. Mein innerer Tod schickt sich an sich zu zeigen.

Weh mir! Dass ich ihm zu wehren vermag liegt allein bei dem Allmächtigen, der mich formte von der ersten Sekunde. So in seinem Willen stehe ich. Was ich selbst an und in mir zu formen vermag will nicht genügen, mir selbst noch der Welt. Der Tod spricht. So klar sein Antlitz, so unklar sein wirken in mir. Die eigene Vergänglichkeit dringt ins Bewusstsein. Trauer trübt den Blick auf die Welt, die nicht nur aus den realen Dingen besteht. Sie ist ein geformtes Puzzle aus Menschen, Seelen, Gefühlen, Gedanken.
In Gesamtheit ist die Welt nichts, fehlt nur ein Teil davon. Der Mensch ist nicht vollkommen ohne den anderen. Er mag in Gestalt ein Ganzes sein, doch vollständig ist er nur in der Gesamtheit von Menschen. Und doch fühle ich, dass mein Sein das Zuviel an Menschen ist. Eine Stimme, die nicht spricht, ein Ohr, dass nicht hört, Auge dass nicht sieht. Schweifen meine Gedanken in die Ferne, da das Gute so nah nicht liegt, als dass ich es fassen kann. Leere um mich herum, und trotzdem ein Fels in der Brandung, zu dem ich mich wende in der Not.

Kein Wort, kein Tun.

Nur Frieden.

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