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Saudi Arabien und der Wahhabismus

Islam - Saudi Arabien - Naher Osten - Faktum Magazin

Saudi Arabien
und der Wahhabismus

 

Abd al-Aziz ibn Saud war von Gertrude Bell dem 17-Jährigen Herrscher der Āl Raschīd vorgezogen worden. Um die Stämme der arabischen Halbinsel zu vereinigen, nahm Ibn Saud den wahhabitischen Glauben an, so dass  Wahhabismus und Salafismus heute Staatsreligion in Saudi Arabien sind. Diese besonders strenge Auslegung des Islam wird dort auch durch die Bevölkerung befolgt, so dass Todesstrafe, Verstümmelungen und Steinigungen zum normalen Rechtssystem gehören. Die Scharia des IS, die in den von ihm eroberten Gebieten gegen den internationalen Widerstand durchgesetzt wird, gilt in Saudi Arabien schon seit der Staatsgründung.

Da der saudische Herrscher gleichzeitig „Hüter der heiligen StättenMekka und Medina ist, hat dieses Land in der arabischen Welt ein besonderes Gewicht. Insidern zufolge wurde die Herrscherfamilie bis vor Kurzem (7.000 Prinzen, die alle fürstlich alimentiert werden) nur durch die USA an der Macht gehalten. Das Leben dieser Familie ist alles andere als puritanisch. Geburtstagspartys in der Wüste mit eingeflogenen Go-Go-Girls aus Pariser Nachtclubs sind nichts Außergewöhnliches.

Saudi Arabien ist ein Player in der Weltpolitik

Saudi Arabien ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen – und das als Scharia-Staat. Als ich das erste Mal in Riad war, wurden Hände noch abgeschlagen – heute ist man kultivierter, sie werden nur amputiert. Und hier demaskiert sich die Heuchelei der sogenannten Weltgemeinschaft. Saudi ist militärisch der stärkste Partner der USA im Kampf gegen den Salafismus, sofern er nicht saudisch ist. Die Oberschicht hat bereits zweite Wohnsitze im Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Denn wo das Militär der Sauds steht, kann niemand genau einschätzen.

Gründungsmitgliederer UN 1945

Die 51 Gründungsmitglieder der UN im Jahre 1945 waren:

Ägypten, Äthiopien, Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Republik China (heute die Volksrepublik China), Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Saudi-Arabien, Sowjetunion, Südafrika, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ukrainische SSR, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Uruguay, Venezuela und Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik

 

Politische Beobachter wissen, dass die amerikanischen Streitkräfte im Mittleren Osten bereits „überdehnt“ sind, so dass militärische Hilfe bei einem Putsch auf der arabischen Halbinsel nicht zu erwarten ist. Fiele jedoch Saudi Arabien den einheimischen Mullahs in die Hände, hätte das einen Dominoeffekt im gesamten arabischen Raum zur Folge.

Finanzkrisen und Börsenspiele

Dubai hat 2010 bei seiner Finanzkrise gezeigt, dass das aus den Ölquellen sprudelnde Geld bei Börsenspielen ganz schnell auch alle sein kann. Auf einmal brauchte das Glamour-Emirat lebensrettende Finanzhilfen vom ewigen Konkurrenten Abu Dhabi. Die gesamte „kultivierte Autorität“ im arabischen Raum ist heute auf Geld gegründet.

Der junge Thronfolger Saudis reinigt gerade den Verwaltungsapparat. Erstmalig bittet der Staat Mitglieder der Königsfamilie zur Kasse. Gelder um die 100 Milliarden Dollar wechseln gerade aus dem Privatbesitz der Königskinder in die Staatskasse und stopfen die Löcher, die das weniger importierte Öl hinterlässt. Der Neue (Mohammed bin Salman) hat noch nicht zu erkennen gegeben, dass er die USA braucht. Unter seiner Regie führt Saudi erstmals im Jemen eine arabische Koalition „im Krieg gegen den Terrorismus“. (Die bekämpften Huthi sind de facto Machthaber im Jemen – es sind schiitische Zaiditen, die bis in die 60er Jahre den König stellten).

Vorsicht mit Waffenlieferungen

Wir sollten vermeiden noch einmal mit Waffenlieferungen zwischen die Stühle – wie im Falle “Türkei” – zu geraten. Dass Erdogan den USA offen mit Krieg in seinen „neuen“ Interessengebieten droht, zeigt wie schnell sich zur Zeit Kräfteverhältnisse ändern können.

Man kann es drehen wie man will: Bald wird es dort „America last“ heißen.

Unsere Regierung wäre gut beraten, nicht nur die Auslieferung unseres Truppentransporters Airbus A400M verzögern zu lassen, sondern auch die Bänder bei Krauss-Maffei Wegmann für Auslandslieferungen zu verlangsamen. (Die Produktion des Airbus scheint aber ohnehin Schwierigkeiten zu bereiten.)

Und ein Yücel macht noch keinen Sommer. Wer sich durch die Freilassung des “Deutsch-Türken” kaufen lässt, sollte noch mal in der Kommunalpolitik eine Ehrenrunde drehen.

Egal wie die Würfel jetzt fallen werden, der arabische Raum gehört dem Islam – retten wir zumindest Deutschland davor.

Um es deutlich zu sagen: Ich habe Achtung vor den arabischen Stämmen – vor deren Freiheitsliebe und ihrer Kultur. Aber genau so wie ich ein schlechter Araber wäre…

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