Politik

Die feine englische Art – oder „Englische Geschlechterstereotype im 20. Jahrhundert“

Naher Osten - Middle East - Faktum Magazin

Die feine englische Art – oder
„Englische Geschlechterstereotype im 20. Jahrhundert“

Ich muss alle enttäuschen für die der Film „Lorenz von Arabien“ zu den Highlights der Kinogeschichte gehört. Denn wie in den 007- Filmen hat es die Filmindustrie verstanden, die Intrigen des englischen MI-6  den Zuschauern schmackhaft ans Herz zu legen.

Der Hintergrund dieser Geschichte ist die Grundlage vieler Greuel im Nahen und Mittleren Osten

Gertrude Bell – Major des englischen Geheimdienstes, mit unermesslichem Reichtum ihres Elternhauses gesegnet, besuchte zur Zeit des 1.Weltkriegs die heutigen Kriegsgebiete des damaligen osmanischen Reichs.

Seit dem Mittelalter waren die Türken die stärkste Macht im Nahen Osten – ihr Reich erstreckte sich bis zur Nordküste Afrikas. Mit der Eröffnung des Suezkanals (1869) wuchs das Interesse der Engländer an diesen Gebieten – nicht nur wegen des Öls, sondern auch wegen der Handelswege in ihre Kronkolonie Indien.

Die Amazone Getrude Bell

In endlosen Expeditionen bereiste Frau Bell die Stammesgebiete im Orient und  legte Karten an, in denen alle strategischen Details zur Kriegführung in der Wüste aufgezeichnet wurden. Sie fertigte Psychogramme der Stammesfürsten an und begann sie gegeneinander auszuspielen. All den Stämmen gaukelte sie ein geeintes Arabien vor, wenn die Araber jetzt mit den Engländern gegen die Türken zögen. Zeitgleich verhandelten Engländer und Franzosen miteinander und legten ein „unabhängiges Israel“ für die Zukunft fest.

Unsere Gender-Amazone – entgegen aller Geschlechterstereotype – gehörte im weiteren Kriegsverlauf zum englischen Generalstab in Bagdad. Von dort aus legte sie  die willkürlichen Grenzen eines Irak fest indem sie 3 osmanische Provinzen zusammenfasste. Da in der Gründungsphase Schiiten dort rebellierten, gab Großbritannien den Sunniten die Macht im Land. Seitdem kam das Land nicht mehr zur Ruhe. Wechselnde Staatsformen, häufige Putsche und Interventionen des Westens zermürbten das Land.

Der Westen, China und die Sowjetunion führten Bells Politik im ersten Golfkrieg (1980-1988) weiter; der Irak wurde gegen den Iran aufgerüstet, um die seinerzeit gezogenen Staatsgrenzen die zu Interessensphären geworden waren, weiterhin festzuschreiben. In diesem Krieg stellten die USA dem Irak Satellitenbilder zur strategischen Planung zur Verfügung. Hunderttausende ließen ihr Leben. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

Kriegspropaganda in den USA

Die USA betrieb mittels gefälschter Fernsehbilder ein Gehirnwäsche, um die Notwendigkeit eines Krieges in die Köpfe der amerikanischen Bevölkerung zu „waschen“. Es gab gefälschte Bilder über irakische Soldaten, die in Kuwait Neugeborene aus ihren Betten warfen etc.

Der 2. Golfkrieg wurde unter Führung der USA der schlimmste Krieg seit dem 2.Weltkrieg. Es wurde so auch der erste Krieg in dem arabische Staaten gegeneinander Krieg führten. Durch permanente einseitige Berichterstattung avancierte der CNN zum internationalen Medium der Nahost-Politik.

Bell beging 1926 im Irak Selbstmord. Sie hinterließ ein Jahrhundert der Kulturzerstörung und Diffamierung der arabischen Völker.

(…) Gertrude Bell, die dabei kräftig half, war bei allem Ruhm eine einsame Seele, unverheiratet und kinderlos. An einem Weihnachtstag schrieb sie ihrem Vater: „Wie Du weißt, habe ich praktisch keine Freunde.“

Einige Jahre später, mit 57 Jahren, starb Gertrude Bell in Bagdad durch eine Überdosis Schlaftabletten, vermutlich war es Selbstmord. Sie erhielt ein Staatsbegräbnis, auch König Faisal gab sich die Ehre. (…)

Seid vorsichtig, wenn Frauen sich in Männerrollen drängen: Krieg ist dem Weiblichen von Natur aus zuwider; denn das Weibliche “schenkt Leben“, es pervertiert, wenn es sich an Kriegen beteiligt.

Geschlechterstereotype (Geschlechterrollen) haben in Gertrude Bells Leben keine Rolle gespielt. Sie starb einsam und verbittert.

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