Politik

Geopolitik und der Syrienkonflikt

Naher Osten - Middle East - Faktum Magazin

Geopolitik und der Syrienkonflikt

Wir haben bei uns in Deutschland noch nicht verstanden, dass wir von unseren ehemaligen Kriegsgegnern noch immer in der Meinungsbildung der Bevölkerung kontrolliert und manipuliert werden. In einem Artikel habe ich  auf die dubiose Entstehungsgeschichte unserer zivilen Geheimdienste aufmerksam gemacht. Es wäre Sache der Dienste, fremde Einflussnahme auf Deutschland zu verhindern.

Nachrichten und Presseagenturen

Fast keiner registriert, dass die Engländer nach dem 2. Weltkrieg denGerman News Service gründeten, der 1947 in den Deutschen Pressedienst umgewandelt wurde. Alle Nachrichten die hier in den Medien veröffentlicht wurden, wurden zuerst nach London gesandt, dort korrigiert oder freigegeben.

Die Sowjets gründeten für die DDR die Presseagentur ADN. Dass nur diese politisch abhängig war, ist ein gern geglaubtes Märchen.

Heute ist die dpa der Bundesrepublik eng mit der amerikanischen Associated Press verbandelt. Das Zusammenwirken der deutschen Politik und unseren Medien und insbesondere deren Unterstützung der USA –bzw. Nato-Politik ist offensichtlich.

Imperialismus

Fast keiner entkommt den Gehirnwäschen, die alles heraus zu spülen haben, was an Gegensätzen zum englisch-amerikanischen, aber auch zum französischen Großmachtstreben vorhanden sein mag. Niemand hat heutzutage noch Kolonien. Das System der tributpflichtigen Zulieferländer ist umgetauft worden, aber die Einflusssphären sind die gleichen geblieben. Allerdings sind die Folgen für die ehemaligen Kolonien, von denen die Kolonialstaaten und die USA ihre Finger immer noch nicht lassen können, dramatischer geworden.

Seit 2015 hat Frankreich im Syrienkonflikt die Rolle des eines Heuchlers übernommen, seit Hollande im Herbst  die französische Luftwaffe dort in den Krieg schickte – er tat diess mit den Worten “… weil immer mehr Menschen von Syrien nach Europa fliehen.“

Hafiz al-Assad, der Vater des jetzigen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, hatte zum ersten Mal einen stabilen syrischen Staat unter seiner Präsidentschaft geschaffen. Er besiegte im eigenen Land alles was an Islamismus erinnerte und jagte die Muslimbruderschaft aus dem Land. Aber damit endete auch der französische Einfluss, der vorher durch das Sykes-Picot-Abkommen (und hier) von 1916 gesichert war. Dass es Kreise in Frankreich und England gibt, die die kolonialen Privilegien in der Levante wieder haben wollen – darüber schriebt oder spricht man in Deutschland so gut wie nicht.

UK-France Defence Cooperation Treaty und
Lancaster House treaty for defence and security cooperation

Am 2. November 2010, also vor Beginn des seltsamen „arabischen Frühlings“ unterzeichneten Frankreich und England das Lancaster House treaty for defence and security cooperation in dem unter anderem der gemeinsame Angriff auf Libyen und Syrien vereinbart wurde. Dass es in der umgesetzten Politik zu geringen zeitlichen Korrekturen kam, hatte nur mit vorübergehendem Dollar-Mangel zu tun. Wie im Vietnam-Krieg trugen danach die Amerikaner die Hauptlast des Krieges. Daher wurde von dort ständig eine rigorose Erhöhung der Militärausgaben der Partnerländern in der Nato eingefordert.

Tatsächlich hatte es in Syrien keine Revolution gegen das Assad-Regime gegeben. Die „Freie Syrische Armee“ gab es auch nur auf dem Papier. (Russland blamiert die Nato: „Freie Syrische Armee“ ist ein Phantom) Überall war von ihr in der Presse die Rede, dass sie gegen die Regierungstruppen in Syrien kämpfte und als der bewaffnete Arm der syrischen Opposition galt.

Dollar-Konten und eine abhängige Presse haben einen “verzweifelten Kampf der Syrer” gegen das Assad-Regime in die Wohnzimmer getragen. Dass in den Truppen gegen Assad nahezu ausschließlich Nicht-Syrer kämpfen, ist nur wenigen Beobachtern klar. Wer sich jedoch die Mühe macht, den Hergang des Konflikts Revue passieren zu lassen, findet dies bestätigt.

Dass Frankreich nun pro Jahr 5.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen will, ist schon eine noble Geste. Was die Bundesrepublik aber damit zu tun hat, ist noch nicht ganz klar.

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