Politik

1904 – Der Herero-Aufstand

Herero - Namibia - Südwestafrika - Faktum Magazin

Der Herero-Aufstand

1904 kam es in Deutsch-Südwestafrika zu Angriffen der Herero auf deutsche Farmen und deutsche Einrichtungen, nachdem dort in den Jahren zuvor die Hehe-Rebellion (The colonnial wars of imperial Germany) niedergeschlagen worden war.

Der Herero-Aufstand

Zu Beginn des Herero-Aufstands kam es zu Überfällen auf Farmen bei denen die Männer auf den Farmen getötet wurden. Es handelte sich um groß angelegte Kriegshandlungen gegen die deutsche Kolonialmacht an der sich 9.000 Herero-Krieger beteiligten. (Die deutsche Truppenstärke war zu der Zeit auf 2.000 Soldaten in in Deutsch-Südwest begrenzt).

In größeren Städten wurden Post- und Telegraphenämter überfallen und zerstört. Es kam zu zahlreichen Toten unter der deutschen Bevölkerung.

Als feststand, dass dem deutschen Gouverneur eine Befriedung nicht möglich war, wurde Generalleutnant von Trotha mit der Niederschlagung der Aufstände beauftrgt. Gleichzeitig wurden Seebataillone in Marsch gesetzt, so dass die deutsche Truppenstärke auf 15.000 Mann angehoben wurde. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich schon einige größere Städte in den Händen der Rebellen.

Wie bei einigen der Stämme üblich, waren unter den ansonsten militärisch strukturierten Afrikanern auch Frauen und Kinder, wenn die Männer Farmen und Einrichtungen überfielen. Im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen während der Schlacht am Waterberg, wurden die Herero geschlagen, flohen mit Angehörigen in die Wüste und leisteten dort wo Wasserlöcher für ihren Nachschub waren Widerstand. Dabei gerieten sie immer tiefer in die Wüste und verdursteten dort zu Tausenden.

Das Abschneiden von Nachschub und Proviant ist bis heute als Kriegstaktik nicht in Frage gestellt. Dass die Herero Frauen und Kinder mit in den Untergang nahmen ist tragisch.

Entwicklungshilfe für die ehemalige Kolonie

Als besonders im Rahmen der Entwicklungshilfe zu unterstützendes Land, für das wir einmal Verantwortung hatten, wurden in den letzten 20 Jahren fast eine Milliarde Euro gezahlt. Die Regierung von Namibia war mit dieser Regelung auch bislang durchaus zufrieden.

Dass die ehemalige SPD- Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul lange nach ihrer Amtszeit medienwirksam forderte, das die BRD sich „ zu dem Völkermord zu bekennen und zu entschuldigen” habe, ist Sabotage durch die Partei die sich 1904 bei der Abstimmung im Reichstag über die Entsendung deutscher Truppen der Stimme enthielt.

In diesem Monat ist die nächts Anhörung vor amerikanischen Gerichten über eine Milliardenforderung der Afrikaner. Dann sollte die deutsche Regierung deutlich machen, dass sie die Rolle des Weltpolizisten in Frage stellt.

 

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3 comments

  1. Martin 15 Januar, 2018 at 19:27 Antworten

    Es ist technisch unmöglich mit 15000 Mann minus der Garnisionstruppen zum Schutz für die Kolonisten also mit bestenfalls 5000-10000 Mann ein Gebiet von der Größe der Schweiz zu kontrollieren und systematisch alle Wasserstellen in der Wüste abzuschneiden.

    Niemand auf der Welt kann das außer natürlich die bösen Deutschen…

    Es gibt zum Herero-Völkermord ein gutes Video auf Youtube, wo auch der Ursprung für die Theorie genannt wird. Und das waren Historiker aus der DDR. Die wollten Munition für die These der ewigen deutschen Völkermörder liefern.

    Vorausgegangen waren übrigens Geschäfte mit Kaufleuten, die den Herero Waren für Land geliefert haben, wobei die Herero die Gegenleistung nicht verstanden hatten oder nach Erhalt der Waren nicht erbringen wollten.

    Nachdem dann die unterzeichneten Verträge von der Kolonialverwaltung durchgesetzt wurden, sind die Herero zum Terror gegen die Zivilbevölkerung übergegangen.

    Verglichen mit den Kriegsverbrechen der anderen großen Kolonialmächte insb. Großbrittaniens waren die Deutschen vorbildliche Kolonialherren. Nur hat man beschlossen, Deutschland als ewigen Täterstaat zu postulieren und von den wirklichen Völkermördern abzulenken.

  2. John 16 Januar, 2018 at 14:18 Antworten

    In der Frage des ersten Genozids des 20. Jhdts. gibt es Bereiche, die wegen politischer Korrektheit nicht angesprochen werden dürfen. Z.B. hatte der Anführer der Herero Samuel Maharero vor der Schlacht am Waterberg mit den Briten im heutigen Botswana die Flucht und Aufnahme verhandelt. In Kenntnis des Wassermangels in der zu durchquerenden Wüste hat der zumindest billigend in Kauf genommen Menschen und Tiere zu verlieren.
    Die heutigen Herero haben es verstanden ihre Opferrolle zu dramatisieren und den deutschen Schuldreflex zu instrumentalisieren, um möglichst viel Kohle heraus zu schinden. Sie beklagen sich sogar über die unzureichende Unterstützung durch die heutige namibische Regierung.
    Es ist schon erstaunlich, dass andere Kolonialmächte wie USA, Uk, Frankreich, Belgien, Portugal, Spanien, NL, Dänemark den Ausgang dieses Präzedenzfalles so gelassen und kommentarlos zusehen.

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