Wolf - Freiheit - Faktum Magazin
FeuilletonGedichte

Gedichte: Gespräch unter Ungleichen & Wolfsbanner

 

 

Gedichte

von Hans-Jürgen Klose

Gespräch unter Ungleichen

Am Morgen als die Sonne lange Schatten auf die Erde warf,
erhob sich einer der Schatten: „Wider die Sonne richte ich
meine Klage, das Dunkle richtet sich gegen Dich.
Weiche den Schatten.
Ich dräng Dich fort und leg mich über Dich,
damit das Schreckliche nicht sichtbar ist.
Verglüh damit niemand durch Schreckliches geängstigt wird.“
Die Sonne sagte gar nichts und machte den Schatten kleiner.
Alle Wut richtete der Schatten gegen das Licht der Sonne.
„Ich lass Dir gleich die Nacht.
Wenn formlose Dunkelheit Dich tilgt,
dann bete dass der Morgen Dich wieder auferstehen lässt.“
Der Abend kam “ Siehst Du – ich werde größer,“ rief der Schatten.
Die Sonne wandte sich ab. „Du gehst?“ rief der Schatten.
„Wider die Sonne richte ich meine Klage,
denn Du fliehst und hast nichts bewirkt
außer Angst zu machen.
Schein die Nacht hindurch um zu sehen
wie mächtig ich bin.“
Die Sonne machte das Licht aus
und endlich war Ruhe.

Wolfsbanner

Wolfsbanner gelb und blau.
Wem zum Feind und wem zum Frommen?
Von beunruhigender Witterung getrieben –
Wild und nie willkommen –
riecht ihr´s nicht?
Man treibt die Schafe mal wieder zusammen.

Wolfsbanner an der Wand
gelb und blau.
Man treibt sie .
Wild und immer auf der Hut –
Gutmenschen entfernen Namenlose von sich selber.

Grenzenloser Ruf nach Freiheit.
Wenn der Wolf in die Herde springt –
rette sich wer kann.
Rennt auseinander –
Sprengt die Ordnung
die Euch zu Schafen macht.

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