FeuilletonGedichte

Gedicht: Der Geist des Abendlands von Hans-Jürgen Klose

 

 

Der Geist des Abendlands

von Hans-Jürgen Klose

 

Der Geist des Abendlands

Mächtige Mauern – im Nordturm mein Fenster
Tränen der Freude beim Wiedersehen
War fort von hier, sah der Kriege Gespenster
Bleibe jetzt hier – will nicht mehr gehen

Auf altem Schloss die Säle
Warum ging ich fort?
Keiner sagt mir was geschah
als ich fern der Heimat war.
Stickig ist die Luft geworden,
keiner sagt mehr was er denkt.
Die von Freiheit reden,
haben Freiheit eingeschränkt.
Seh überall verstrickt
den Westen in Händel
mit dem Morgenland.
Im Orient Paläste stürzen
Erde weit und breit verbrannt.
Weinende Kinder sah ich auf Panzer schießen –
Der Westen hat sein Ziel verkannt.

Abendland – Du meine Liebe
Dass ich immer bei Dir bliebe
Konnte nicht in Frieden leben
Wenn die Welt sich neu gebar
Will Dir all mein Schaffen geben
Ich seh´ Dich an – bist wunderbar

Du hast an Dir erfahren
Wie schrecklich Kriege sind
Bist nun mit denen in Kabul gefahren
Die damals mit den gleichen Fahnen
Dir Deine Lebensgeister nahmen

Dein Herz zeigt noch die Narben –
Wunden die fremder Geist Dir schlug.
Für Geld ist doch nicht all´s zu haben.
Wann hat davon ein Mensch genug?
Für Geld und Öl zu töten
Das ist niemals Dein
Erlaube Dir Du selbst – das Abendland zu sein.

 

 

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