400.00 Franzosen und die moralische Entbindung der Frau [update: begnadigt]

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Sexualstrafrecht in Deutschland, Strafrecht in Frankreich

400.00 Franzosen und die moralische Entbindung der Frau

[Edit: Mittlerweile wurde sie durch François Hollande begnadigt (siehe unten)]

Zunächst soll das Sexualstrafrecht in Deutschland zu Ungunsten des Mannes geändert werden und schon biegt man in Frankreich mit der Änderung des Strafrechts zugunsten der Frau um die Ecke. Über die Änderung des Sexualstrafrechts in Deutschland wurde mehrfach berichtet. Die Beweislast wird umgekehrt, eine Frau muss sich lediglich bedroht fühlen, damit der Straftatbestand der Vergewaltigung festgestellt werden kann etc. In Frankreich strebt man nun für die Frau eine „zeitlich versetzte Selbstverteidigung“ an.

Die „zeitlich versetzte Selbstverteidigung“ soll nach bestreben weiblicher Abgeordneter in Frankreich in das Gesetz geschrieben werden. Anlass für diese Bestrebung ist ein recht aktueller Fall einer Mörderin. „Sie war Opfer unseres Vaters – eines brutalen, tyrannischen, perversen Mannes.„, sagen ihre drei Töchter aus, nachdem es zur Mordanklage gekommen ist.

Der Artikel „400 000 Franzosen fordern Gnade für eine Mörderin“ schildert einen eindeutigen Mordfall. Die Tat geschah bewusst und zudem als „Overkill“ durch drei Gewehrschüsse. Als Affekthandlung sind drei Gewehrschüsse nicht einfach zu erklären.

  • In Frankreich könnte eine verurteilte Mörderin bald freikommen.
  • Der Fall bewegt das Land, 400 000 Franzosen bedrängen Präsident Hollande, die Frau zu begnadigen.
  • Es geht um Jacqueline Sauvage, die von ihrem Ehemann jahrelang misshandelt worden war und ihn schließlich tötete.

In Frankfreich muss nun eine ähnliche Begründung her, wie bei Sexualstrafrechtsänderung in Deutschland:

Hier reicht nach der Änderung das bloße Gefühl einer Bedrohung aus, um eine Vergewaltigung erfolgversprechend anzeigen zu können. In Frankreich ist es dann eben die „zeitlich versetzte Notfallhandlung“. Betrachtet man sich die angestrebten Gesetzesänderungen näher, stellt man fest, dass ausschließlich von Frauen als Opfer die Rede ist. Als Frauenrechtlerin würde ich mich ganz klar dagegen wehren ausschließlich als Opfer betrachtet zu werden. Eine Wehrhaftigkeit der Frau wird nicht unterstellt. Die Frau als armes Wesen, das sich nicht wehren kann. Sollte man mir als Menschen solche Unzulänglichkeiten unterstellen, wäre ich extrem erbost. Forderungen von „Extrem-Männerrechtlern“ bekommen so ein ganz anderes Erscheinungsbild.

In diesem Fall ist noch Ärger: Hier bekommen es vier Frauen nicht geregelt, eine Frau aus einer bedrohlichen Situation zu befreien. Hier muss dann öffentlich über den Mord diskutiert werden. Es sollen direkt Gesetze geändert werden. Man stelle sich einmal vor, ein Mann habe seine Frau ermordert. Es würde sich niemand für ihn einsetzen. Eine Gesetzesänderung? Für einen verurteilten Mörder? An Absurdität wäre das nicht zu überbieten. Nicht so aber hier: Hier ist die Täterin eine Frau. Sie wird flugs zum Opfer gemacht. Nirgends liegt die Täter- und Opferschaft so nah beisammen wie bei der modernen Frau.

Als Sauvage mit 14 Norbert Marot traf, glaubte sie an die große Liebe. Mit 25 war sie vierfache Mutter – und alltäglich Opfer ehelicher Gewalt: „Unsere Mutter hat ihre Leben lang in dieser Partnerschaft gelitten“, bezeugen die drei Töchter

Sollte dies stimmen, ist es schlimm. Wofür aber werden insgesamt vier Kinder – davon drei Töchter – erwachsen? Ist es heutzutage nicht möglich als Frau seinen Mann zu verlassen? Frauenhäuser? Verwandte? Kinder? Mit Männern, die unter häuslicher Gewalt leiden, geht man weniger zimperlich um. Vor allem, wenn sie ihre Frau ermorden.

Norbert Marot, seit 47 Jahren ihr Ehemann, hatte sie geschlagen und getreten. Schon wieder, oder: wie immer. Jacqueline Sauvage war ins Schlafzimmer geflohen, hatte Medikamente genommen, etwas gedöst. Dann aber, kurz vor 19 Uhr, war sie wach. Und sie wusste, wo im Haus das Jagdgewehr lag. Das hat sie geladen, ehe sie hinausging auf die Terrasse. Da hockte ihr Mann. „Er saß mit dem Rücken zu mir. Ich hab mich genähert, hab‘ die Augen zugemacht“, so sagte Sauvage aus, „und ich habe geschossen.“ Drei Mal. Dann rief sie die Polizei: „Kommen Sie, ich habe meinen Mann getötet.“

Mit geschlossenen Augen dreimal schießen und dann noch mit einem Gewehr, das man zuvor erst laden musste. Deutlicher kann man einen Mord nicht begehen. Es ist allerdings erstaunlich, wer sich alles für die Täterin einsetzt:

Das Gericht hat Sauvage zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Angeklagte weinte, aber sie nahm den Richterspruch hin. Andere taten das nicht. Künstler, Frauenrechtler und Politiker aller Couleur – die rechte Marine Le Pen, der konservative Ex-Premier François Fillon, der Grüne Daniel Cohn-Bendit, der Linke Jean-Luc Mélenchon – verlangen vom Präsidenten, Gnade vor Recht ergehen zu lassen

Hier stehen Rechte, Grüne, Konservative und ca. 400.000 Franzosen in einer Reihe. Eine solche Einigkeit ist bei einem männlichen Mörder nicht zu erwarten. Hier geht es aber natürlich um eine Frau. Der Begriff des Opfer-Abos bekommt neuen Wert. Ich bin mit dem Gedanken der Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Mann und Frau aufgewachsen. Alle diese Werte werden immer weiter untergraben.

Der Feminismus mit seinem Opfergehabe und der moralischen Entbindung der Frau von der Verantwortlichkeit trägt eine große Schuld daran.


Meldung zur Begnadigung in der Welt:

François Hollande begnadigt Frau nach Mord an brutalem Ehemann

Wird der Präsident die Mörderin begnadigen? Das fragten sich nicht nur bangend die Kinder von Jacqueline Sauvage seit ihrem Bittbesuch bei François Hollande. Halb Frankreich wartete auf die Antwort des Staatschefs. Hollande gab nun dem Gesuch der Familie und dem Druck der Straße nach. Der Fall der 66-Jährigen, die nach 47 Jahren Ehe-Hölle ihren Mann erschossen hatte, bewegte seit Wochen die Nation. Politiker, Künstler und Frauenvereinigungen setzten sich für ihre Entlassung ein. Nun hat der Präsident von seinem Recht Gebrauch gemacht und die zu zehn Jahren Gefängnis verurteilte Frau begnadigt.

Feminismus hat eine unvorstellbare Macht. Mörder werden begnadigt. Professoren verlieren ihre Stellen und sind kurz davor Selbstmord zu begehen. Mit Recht, Moral und Verstand hat das alles nichts mehr zu tun.

 

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Neue Zürcher Zeitung dazu:

Dennoch hat diese Begnadigung in Richterkreisen Bedenken geweckt. Denn der Beschluss könnte nun zum Ausgangspunkt einer Debatte über ein erweitertes Notwehrrecht werden. Problematisch wird dann, wo die Grenze zur Selbst- oder gar Lynchjustiz liegt.

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