Feminismus - Hexe - Feministin - Faktum Magazin

Saul Rednow (Thareeve)

Ausländer. Alt. Jude. Schwul. Vater.

Ok, Saul. Dieser Rant aus nicht-feministischer Perspektive ist für dich. Bedenke, bevor du dich abwendest,  dass ich dir im Diskriminierungspoker hoffnungslos unterlegen bin. Ich bin weder Ausländer, alt, noch schwul und auch kein Jude. Habe also Nachsicht mit mir. Ich spreche für die vielen durchschnittlichen deutschen WHMs, die nicht deine Rentner-Freizeit und Bildung haben, um 65 Beiträge im Freitag.de zu schreiben.

Sie sehen auch nicht so gut wie du vor 42 Jahren, was aus dir ein sympathisches Opfer und aus dem durchschnittlichen deutschen heterosexuellen Mann einen hässlichen Täter macht. In funktionaler Hinsicht bist du aus der Sicht eines WHM von einer lesbischen Radikalfeministin nicht zu unterscheiden. Falls du weder schwul, alt, ausländisch, jüdisch oder Vater sein solltest, so soll sich die Gültigkeit dieses Rants auf die hypothetische Person beschränken, die sich aus den Hinweisen deiner Texte ergibt.

Ich bin auf dich durch Günther Buchholz aufmerksam geworden, der einen Beitrag von dir mit spitzen Fingern angefasst hatte und ihn angewidert fallen ließ. Er bemerkte noch, dass du jenseits deiner Beiträge bei freitag.de ein unbeschriebenes Blatt seist. Diese letzte Bemerkung hatte mein Interesse geweckt. Ich habe mich auf die Suche gemacht und tatsächlich nur ein weiteres Betätigungsfeld von dir gefunden: den Kommentarbereich bei  Zeit online und dies ab dem Jahr 2014.

Ich wähle ein Statement von dir, dessen Inhalt als dein Motto gelten könnte:

Die Aussicht auf einen schwulen Sohn bzw. eine lesbische Tochter ist um ein millionenfaches höher, als die Aussicht auf einen Lottogewinn. Und es kommt „in den besten Familien“ vor :-), glauben Sie mir.

Es ist dir wichtig, mitzuteilen, dass du zu den besseren Kreisen gehörst. Das dich Bedrängende muss folgerichtig ein homophober Pöbel sein. Statusdenken ist auch dem Feminismus wesentlich. Der Feminismus verachtet den durchschnittlichen weißen heterosexuellen Mann. Schwule, wie du, folgen ihm hierbei. Hätten sich männliche Homosexuelle nicht mit lesbischen Radikalfeministinnen eingelassen, wäre ihnen mancher Hass erspart geblieben. Es gibt einige bekannte und hellsichtige Schwule, die sich vom Feminismus distanzieren. Du, Saul, tust es nicht. Im Gegenteil, du verwendest seine vergiftete Rhetorik.

Ich gebe im Folgenden ein paar Zitate von dir, um deinen Umgang mit dem politischen Gegner zu beleuchten:

Deutsche, die Homosexualität ablehnen, sind dumm:

Offenbar stimmt es, was ich irgendwo gehört habe „in gewissen Bevölkerungskreisen geht der Trend nun zum Zweitbuch.

Deutsche, die Homosexualität ablehnen, verfolgen eine

verweste, menschenverachtende, rassistische, antisemitische, fremdenfeindliche und homophobe Ideologie, die  regelmäßig entsetzliches Leid und Elend über diejenigen brachte und bringt, die auf „braune Rattenfänger“ hereinfallen. Rechtsextreme Ideologien basieren grundsätzlich auf Verfolgungswahn (Paranoia), Verschwörungstheorien und Größenwahn. Letzterer versucht die eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu überdecken, die bei nahezu allen braunen „Chefideologen“ anzutreffen sind.

Ein Austausch mit dem politischen Gegner lohnt nicht, denn es

… zeigt die Erfahrung, dass Diskussionen mit Neo-Nazis zu nichts führen, weil diese verblendeten Rechtsextremen mit belegbaren Argumente nicht umzugehen gelernt haben und auch diese Gegenargumente noch als Bestätigung ihrer eigenen kranken Ideologie umdeuten.

Deutsche, die Homosexualität ablehnen, sind dumm, denn sie sind konfrontiert mit

einer Welt, die immer komplizierter zu werden scheint und deren Verflechtungen und wechselseitige Abhängigkeiten von vielen Menschen – besonders in den Zeiten digitaler Demenz ( Häppchen-Informationen und Aufmerksamkeitsdefizite) – kaum noch verstanden werden Sie gieren offenbar nach Heilsbringern und einfachen Erklärungen. Bildung und Information sind das einzige Gegenmittel, gegen Dummheit, Volksverhetzung und generelle Menschenfeindlichkeit, die sich aus Angst vor bösen Mächten ableitet.

Ein Deutscher, der Homosexualität ablehnt, ist rechtsextrem,

wenn er z.B. Minderheiten, die seit langem um ihre Menschen- und Bürgerrechte kämpfen, als Unterdrücker der etwa 90 – 95%igen Mehrheit dämonisiert und so irrationale Ängste und Ressentiments fördert. Der verliert zu recht jede Reputation und Glaubwürdigkeit und er begibt sich freiwillig in rechtsextreme, rassistische, fremdenfeindliche und homophobe Kreise, die eine autoritäre Führung anstreben

Um deinen Hang zum Verdikt zu imitieren, formuliere ich analog:

Ein Anhänger von LBGTI ist autoritätshörig. Er bedient sich der Macht des Staates, um seine Interessen durchzusetzen. Er geht davon aus, dass

sicher nicht die Diskriminierten (Dunkelhäutige, Juden, Homosexuelle) sich  an eine rassistische, antisemitische oder homophobe Gesellschaft anzupassen haben, sondern die Diskriminierenden haben sich zu ändern. Und wenn eine Regierung so tut, als wäre sie nicht verantwortlich für Aufklärung und Erziehung zum Respekt, dann muss man sie darauf hinweisen, dass sie damit sowohl gegen die Europäische Antidiskriminierungsrichtlinie, als auch gegen das deutsche Antidiskriminierungsgesetz verstößt.

So wie der Feminismus in jedem heterosexuellen Mann einen Täter sieht, ist die ganze Gesellschaft für dich rassistisch, antisemitisch oder homophob. Die Regierung soll nach deiner Meinung gegen die gesamte Gesellschaft vorgehen. Saul, hoffst du das wirklich?

Beispiele dieser zu verfolgenden Diskriminierung sind bei dir schon

Hänseleien und Anfeindungen in der Schule

So macht es auch der Feminismus. Die kleinsten Anlässe reichen für stärkste Sanktionen. Der Feminismus in den USA bewirkt, dass ein sechsjähriger Junge nach einem Kuss auf die Hand eines Mädchens von der Schule suspendiert wird. Schwebt dir hier auch so etwas vor? Homophobe Jungen in den Knast? Ruhigstellen mit Ritalin? Schulverweis? Eine schwulenfeindliche Bemerkung und schon eine Anzeige? Entzug eines Jungen von seinen Eltern, sobald er sich schwulenfeindlich äußert?

Du benutzt, wie der Feminismus, eine Sprache, die den weißen heterosexuellen Mann abwertet. Was eignet sich besser, als ihm eine Krankheit anzudichten? Er lehnt nicht nur Homosexualität ab, nein, er sei geistig krank, wenn er dies mache. Er sei homophob. Selbst  einige Männerrechtler vertreten diese Meinung, soweit sie der Gleichheitsideologie verfallen sind. Es gab einmal Zeiten, da wurde Homosexualität als Krankheit eingestuft. Nun sind es Homosexuelle, die Heterosexuelle als geistig krank brandmarken. Denke darüber nach, warum die Pathologisierung der Homosexualitätsablehnung mit dem Erstarken des modernen Feminismus korreliert.

Homosexuellenfeindlichkeit ist eine direkte Folge des traditionellen Gynozentrismus, welcher vom Feminismus forciert wird. Der klassische Gynozentrismus lehnt eine Abkehr von Frauen seitens der Männer ab. Männer haben hier eine den Frauen dienende Funktion. Sie sollen nicht das eigene Geschlecht den Frauen vorziehen. Das ideologische Destillat des modernen Feminismus unterscheidet sich vom klassischen Gynozentrismus dadurch, dass es die Reproduktion ablehnt, denn die Reproduktion beschränke die Frauen in ihrer Freiheit. Dadurch sieht der Gynozentrismus in dieser Epoche anders aus. Der moderne Feminismus erträumt den Mann als gender und seiner Männlichkeit beraubt. Er soll möglichst wenig stören, was mit Heforshe umschrieben wird. Er soll seine Ansprüche auf Familie aufgeben. Daher soll Homosexualität normal werden und Heterosexualität anormal, krank. Die Ablehnung der zukünftigen Normalsexualitat (Homosexualität) sei anormal, krank oder homophob. Auch die Ablehnung der Homoehe, welche die symbolische Abwertung der Reproduktion ausdrückt, sei homophob.

Während früher ein männlicher Feind der Homosexualität der Vollstrecker des klassischen Gynozentrismus war, kann ein heutiger Feind der Homosexualität schlicht ein Gegner des modernen  Feminismus sein. Die Wirkungen und Zusammenhänge sind komplex.  Mindestens musst du verschiedene Weisen der Ablehnung von Homosexualität unterscheiden und sie in einen historischen Kontext setzen. Im antiken Griechenland war Homosexualität akzeptiert: dort herrschte kein Gynozentrismus. Gynozentrismus und Feminismus zerstört sowohl die Beziehungen zwischen Männern und Frauen als auch diejenigen zwischen Männern. Beziehungen zwischen Männern sollen jetzt sexualisiert sein, wo sie sonst eine ganz andere Bestimmung und eine andere Kraftquelle hatten. Männliche Bünde sollen verschwinden. Die Verengung dieses Zusammenhangs auf den Kampfbegriff „Homophobie“, der eine geistige Verwirrung und eine Spielart des Rassismus ausdrücken soll, ist oberflächlich.

Du schreibst in einem Kommentar

Zu Ihrer Heterosexualität  bekennen auch Sie  sich wohl ständig, z.B. indem Sie ein Foto Ihres Ehepartners auf den Schreibtisch des Arbeitsplatzes stellen, mit Ihrer Frau oder Freundin auf der Straße Hand in Hand gehen, diese mit zur Betriebsfeier bringen und dort als Ihre Lebenspartnerin oder Ehefrau vorstellen, am Arbeitsplatz von ihrer heterosexuellen Ehe erzählen usw. usw.. Dies alles teilt ihrer Umgebung mit:“der Mann ist ein Heterosexueller.

Wer kann deinen Drang  nach Selbstverständlichkeit deiner Homophilie nicht verstehen?  Diese Anklage richtet sich jedoch an den falschen Adressaten. Wie oben beschrieben, musst du den Feminismus verbannen, den Gynozentrismus beerdigen, der gesamten LBGTI-Baggage den Hals umdrehen, die Frauen aus dem öffentlichen Leben verscheuchen: dann erst hast du eine Situation, in der du dich als Mann nicht mehr in intrasexueller Konkurrenz befindest. Dann bist du es, der das Maß aller Dinge ist und nicht mehr die weibliche sexuelle Selektionsmacht. Du könntest jedem deine sexuelle Präferenz ostentativ zeigen und erhieltest Anerkennung! Abgesehen davon, ob so eine Gesellschaft erstrebenswert ist (für mich wäre sie es nicht), glaube nicht, dass der Feminismus dir diese Anerkennung gewährt, wie du wohl erhoffst. Diese Anerkennung wäre im vollendeten Feminismus nur Frauen und weichgespülten Schwulen vorbehalten. Achte darauf, wie der Feminismus den männlichen Homosexuellen als wesentlich misogyner im Vergleich zum WHM beurteilt sobald er die Macht der Vagina verhöhnt. Also: die Selbstverständlichkeit männlicher Homosexualität wirst du im Feminismus nicht erreichen. Du erreichst sie, indem du die Dominanz der Frauen, den Gynozentrismus einschränkst. Denke darüber nach. Du polemisierst gegen den kleinen, machtlosen Mann, von dem Hanna Rosin das Ende voraussagt.

Der folgende Blick von dir auf den deutschen Pöbel ist wie aus einem feministischen Lehrbuch:

Es ist Angst vor sich ändernden Strukturen und vor dem Umgang mit Ungewohntem, die dem typischen „Spießer“ und „Untertanengeist“ so viel Furcht bereiten.

Er begreift nicht, dass die Welt sich seit Anbeginn in einem ständigen Wandel befindet, dass sich Erkenntnisse, Einschätzungen und Lebensumstände permanent ändern. Er missversteht die Evolution, indem er davon faselt, dass nur „der Stärkste und „Reinrassige“ überlebt, obwohl es in Wirklichkeit derjenige ist, der mit veränderten Umwelt- und sozialen Bedingungen am besten zurechtkommt.

Daher suchen diese Ängstlichen die Gemeinschaft mit anderen Ängstlichen.

Zwar wechseln die Feindbilder, denn mal sind es „die Fremden“ (Migranten), dann wieder „die selbstbewussten und von Männern weitgehend wirtschaftlich unabhängigen Frauen“ (Feministinnen oder wahlweise auch gern genommen Lesben), aber einige „ewige Favoriten“ unter den Feindbildern der Rechtsextremen gibt es auch, nämlich u.a. die Juden („die eine angeblich jüdische Weltverschwörung betreiben“) und homosexuelle Männer (aka „Homo-Lobbyisten“), die alle „nichts anderes vorhaben, als die Weltherrschaft zu übernehmen, um den braven heterosexuellen, weißen Mann zu unterwerfen“. :-)))

Drei lachende Smiley für den Spießer, den mittelmäßigen, den unterdurchschnittlichen und verachtungswürdigen  Deutschen. So bringt der Feminismus in der Regel den durchschnittlichen Deutschen zum Verstummen. Gehe ich recht in dem Umkehrschluss, dass du mutig und modern bist, eine Siegermentalität besitzt, dich flexibel am ständigen Wandel anpasst, komplexe Zusammenhänge schnell erkennst und einschätzt, nicht faselst, sondern deine Worte setzt und dich nur mit erfolgreichen, mutigen, wirtschaftlich unabhängigen Menschen abgibst? Ja, du bist ein Feminist. Hast du dir deine Unabhängigkeit, Bildung und Vortrefflichtlichkeit selbst verdient, hypergam erbeutet oder schlicht geerbt?  Feministen halten sich immer dort auf, wo sich Ressourcen und Sieger befinden. Verlierer verachten sie.

Warum sollte die Öffnung der Zivil-Ehe für gleichgeschlechtliche Paare irgendeine Auswirkung auf das Heiratsverhalten von heterosexuellen Menschen haben? Es tangiert sie doch überhaupt nicht, ob andere ebenfalls heiraten (dürfen), nimmt ihnen nichts und „verschlechtert“ doch auch überhaupt nicht die Aussicht auf eine eigene Familie. Warum sprechen Sie eigentlich nur von jungen heterosexuellen Männern, was ist mit den Frauen?

Warum soll eine Institution zur Organisierung der Reproduktion der Gesellschaft durch die Öffnung für alle (Geschwister, Lesben, Schwulen, Eltern+Kinder, Tiere) eine negative Auswirkung auf das Reproduktionsverhalten haben? Hm. Vielleicht, weil der Reproduktionsgedanke herausgenommen wird?

Es fehlt dir das Verständnis für die Heterosexualität und für den Willen zur Reproduktion. Du denkst, die Menschen heirateten, weil sie sich liebhaben, weil sie zusammen sein, weil sie sich im Alter absichern wollen. Feministische Lesben, wie Antje Schrupp, träumen von bunten Ehen, in denen sich Alt und Jung absichern, was gerade für alte Lesben, die keine Kinder haben, sinnvoll sein mag. Ein gedankenloser Schwuler könnte den Gleichheitsgrundsatz unreflektiert auf die Ehe übertragen und übersehen, dass sie ein Ausgleich von Ungleichheit ist. Das Ungleiche ist das Wesen der Ehe.

Knobelaufgabe von mir für zwischendurch:

a. Stelle ein Kriterium auf, das Tiere von der Homoehe ausschließt.

b. Verwende dabei kein Kriterium der Homoehegegner.

c. Versuche dieses Kriterium zu falsifizieren. Gehe dabei vor, wie die Homoehebefürworter, indem du logische Widersprüche im Kriterium aufzeigst oder die Allgemeingültigkeikeit des Kriteriums durch empirische Gegenbeispiele widerlegst.

d. Widersteht das Kriterium der Falsifikation, dann ist es gültig. Ansonsten beginne wieder bei a.

Nicht gültig wäre dann zum Beispiel folgende Argumentationsfigur: Ehe ist dazu da, um Kinder zu erzeugen. Mit Tieren kann man keine Kinder zeugen. Also ist die Homoehe für Tiere verwehrt. -> Verstoß gegen b.

Nach c.  läßt sich das Kriterium Liebe wiederlegen, indem ich ein empirisches Gegenbeispiel anführe: Die Ehe ist ein Ausdruck der Liebe. Sie hat nichts mit Kindern zu tun. Ich liebe meinen Hund. Mein Hund liebt mich. Ich sorge für meinen Hund. Mein Hund beschützt mich. Also muss die Ehe auch für Tiere geöffnet werden.

Nach c. läßt sich das Kriterium Verantwortung widerlegen, indem ich einen begrifflichen Widerspruch aufdecke: Der Begriff der Verantwortung bezeichnet die Zuschreibung einer Pflicht zu einer handelnden Person gegenüber einer anderen Person oder Objekt. Dieses Kriterium bestimmt die eingetragene Partnerschaft wesentlich. Der speziellere Begriff der traditionellen Ehe wird zusätzlich durch das Reproduktionskriterium bestimmt. Die Homoehe, als Alternative zur traditionellen Ehe, verzichtet auf die Reproduktion und beschränkt sie auf die Verantwortung, womit die Homoehe deckungsgleich mit dem Begriff der eingetragenen Partnerschaft wird. Wenn aber die tradionelle Ehe mit der eingetragenen Partnerschaft problemlos koexistiert, dann muss sich die Homoehe, da sie mit der traditionellen Ehe nicht koexistieren kann, in einem wesentlichen Kriterium von der eingetragenen Partnerschaft unterscheiden, was sie aber nach Definition nicht tut. Widerspruch.

Die Polemik gegen die Homoehe mittels der Ausweitung auf Tiere und Gegenstände ist rein formal gesehen nicht böswillig. Durch die Übertreibung wird auf die Umstimmigkeit im Begriff der Homoehe aufmerksam gemacht.

Die Institution der Ehe wurde eingeführt, um Männer zu binden. Ehe schränkt Männer ein und sichert Frau und Kind ab. Das ist der Sinn. Das Erstaunliche beim WHM ist seine Opferbereitschaft. Er hat Jahrhunderte die finanzielle Verpflichtung zu seinen Lasten bereitwillig geschultert, was umgekehrt eine Frau niemals gemacht hätte. Dies war zum Vorteil der Gesellschaft. Dies war auch zum Vorteil für den durchschnittlichen WHM, den du  verachtest, weil er durch die Ehe seine Nachkommenschaft sichern konnte. Es garantierte, dass sich fast jeder Mann reproduzierte. Und jetzt? Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate der Welt. Es gibt immer mehr Kinder alleinerziehender Mütter. Diese Kinder haben von allen Kindern die schlechtesten Voraussetzungen, um ihr Leben zu meistern. Männer verheiraten sich immer weniger, weil die Institution der Ehe über Jahre so verändert wurde, dass nur noch Frauen daraus einen Gewinn ziehen können.

Millionen von Männern reproduzieren sich nicht mehr. Und jetzt, nachdem die Ehe soweit ausgehöhlt, ihre Bedeutung für Männer immer obsoleter wurde, kommst du und fragst naiv, was schon dabei sei, wenn diese  Restbedeutung für den Mann, eine Bedeutung, die fast nur noch symbolisch ist, auch noch getilgt wird. Du kommst aus einer vergangenen Zeit und siehst die aktuelle Entwicklung nicht. Hättest du Realitätssinn, würdest du die ungleiche Machtverteilung innerhalb der Ehe sehen und versuchen, sie rückgängig zu  machen, um die Ehe zu retten.

Das alleinige Recht der Frau auf Abtreibung müsste zurückgenommen werden, um das Reproduktionsrecht des Mannes zu stärken. Oder der Mann müsste, wie die Frau, auf das Kind verzichten können. Er müßte veranlassen können, so wie es die abtreibende Frau auch veranlasst, das Kind zu töten, solange es im Bauch der Mutter ist. Dieses Ansinnen, das Kind im Bauch einer Frau töten zu dürfen, erscheint grotesk, nicht wahr? Es erscheint so, weil diese Forderung die konsequente Folgerung aus der behaupteten Gleichheit ist. Das Empörende an dieser Forderung ist die Infragestellung der tatsächlichen Ungleichheit zugunsten der Frau, deren Sicherstellung durch die behauptete Gleichung erfolgen sollte.  Tricky, findest du nicht auch?

Wenn Frauen sich entschieden, die Ehe zu verlassen, weil sie der Mann langweilt (dies ist der Hauptgrund bei Scheidungen), müssten sie automatisch das Sorgerecht verlieren oder sie bekämen es freiwillig vom Mann zugestanden, der dann jedoch keine weitere Verpflichtung hätte oder sie müssten es ihm für z.B. 100.000 EUR abkaufen. Das wären Ideen, um das Interesse der Männer an Ehe zu stärken, weil er sich dann sicher sein könnte, dass die Frau nicht machen kann, was sie will und damit seine Investition zerstört. Männer sitzen beim Kampf um die Kinder am kürzeren Hebel. Dies ist ein Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht muss ausgeglichen werden. Es geht also nicht darum, ob Schwule heiraten dürfen. Es geht darum, ob die Eheinstitution noch gerettet werden kann.

Wenn zwei männliche Schwule heiraten und Kinder adoptieren liegt möglicherweise ein Gleichgewicht vor. Keiner der beiden hat das Kind geboren. Keiner der beiden hat ein irgendwie geartetes biologisches Vorrecht auf das Kind. Die wenigen Schwulen. die heirateten und die noch viel selteneren Schwulen, die Kinder adoptierten, kämen aus privilegierten Verhältnissen, hätten eine überdurchschnittlich hohe Bildung, verfügten über überdurchschnittlich hohes Einkommen. Vermutlich hätten sie einen ausgefeilten Ehevertrag und genug Ressourcen, um ihr jeweiliges berufliches Weiterkommen abzusichern. Keiner der beiden hätte vor Gericht einen bias zu erwarten. Keiner von beiden könnte seinen Opferstatus hervorkehren. Keiner von beiden könnte auf einen Gynozentrismus vertrauen, der ihn bevorteilte. Hier läge vermutlich Gleichheit vor. D.h. bei vielleicht 0.00002% der Familien gäbe es diese Gleichheit, eine Gleichheit, die als Vorlage für die Ehe zwischen  Heterosexuellen genommen werden soll, bei denen diese Gleichheit faktisch nicht gegeben ist. Die Homoehe wirkt insofern zur Stabilisierung einer Form von Ehe, die sich zum Vorteil für Frauen auswirkt und dadurch zur Abkehr der Männer von der Ehe führt. Dies beantwortet dann auch deine Frage:

Warum sprechen Sie eigentlich nur von jungen heterosexuellen Männern, was ist mit den Frauen?

Frauen sind viel entspannter bei der Homoehe, weil sie ihre Bevorteilung perpetuiert.

Das war die Antwort auf die Frage, warum die Öffnung der Ehe zum Nachteil heterosexueller Männer ist, deren Reproduktionschancen gering sind. Hier liegt der Grund der instinktiven Ablehnung der Homoehe von vielen Männern, deren Reproduktion nicht gesichert ist. Ein etablierter Heterosexueller mit Kind und Frau, dessen Reproduktion durch seine persönlichen Bedingungen erfolgreich ist, ein Heterosexueller, der kein Reproduktionsinteresse hat oder ein junger Mann, dessen Reproduktionsinteresse in weiter Ferne liegt, mag für die Homoehe sein: die ungünstige Ausgestaltung der Ehe betrifft ihn nicht. Er empfindet keine Solidarität mit den Männern, die trotz des Wunsches geringe Chancen auf Reproduktion haben oder bei denen die Ausgestaltung der Reproduktion (Zahlesel nach der Scheidung) misslingt. Auch du empfindest diese Solidarität nicht.

Bis hierhin habe ich mich mit deinen Kommentaren bei Zeit online beschäftigt. Sie konnten mein Interesse halten, weil sie Antworten in einem Dialog waren. Deine 65 Beiträge auf Freitag.de zeichnen sich jedoch durch einen ironischen bis sarkastischen Ton aus, der zunehmend ins Hysterische abgleitet. Hauptthemen sind Nazis, Homophobie, Homoehe und Religion. Daneben gibt es aber auch Zeitgeschichtliches, wie ein Kommentar zu Heidi Klum oder zu schwarzen  Musikern. Hier liegt keine Dialogsituation mehr vor, was durch deine Deaktivierung der Kommentarfunktion begünstigt wird. Du läufst im Hamsterrad und bist dein eigenes Echo. Insgesamt entwickelt sich im Zuge deiner Beiträge ein aufreizend tantenhaftes Empören, was deinem hohen Alter geschuldet sein mag, dann der Hang zu wortreichen Wiederholungen und genießendem Tratschen. Man ahnt oft am Anfang des Beitrages schon, wo das Thema endet. Bei vielem, was du schreibst, hat man den Verdacht, man könne das gleiche auch woanders lesen. Der einzige Kommentator deiner Beiträge bist du selbst. Ein potentieller Kommentator hätte beim Genuss deiner Gedankenhülsen kaum die Kraft, diese noch zu beurteilen. Der Großteil deiner Links zeigt auf deine eigenen Beiträge. In diesem Beitrag und anderen bringst du mehrere frühere deiner Artikel unter. Mit Unbehagen stellt man fest, wie dir langsam die Luft ausgeht, du immer lauter rumpelstilzchenhaft auf den Boden stampfst, deine Kommentare gehässiger werden. Deine Hasstiraden gegen die katholische Kirche übertreten jedes Maß. Mindestens vier Mal gibst du Empfehlungen zum Kirchenaustritt und reichst die entsprechende Website dazu. Die Titel deiner Beiträge sind plakativ. Teaser dazu sind: Homophobie, Russische Propaganda, staatliche Zensur, Dummheit, Rechter Terror, Hauptstadt der Dummheit, Wahnsinn, Hassprediger, Homophobie als behandlungsbedürftige Erkrankung des Geistes, Rechtspopulismus.

Eine deiner wenigen Freunde auf Freitag.de ist, wie soll es anders sein, eine Feministin, deren mindset sich mit deinem Tunnelblick verträgt. Sie heißt magda und versucht, wie du, seit Jahren immer dieselbe Sauce an den Mann bringen.

Saul, ich würde lügen, wenn ich behauptete, es wäre schön, noch viele Gerichte deines faden Einheitsbreis genießen zu dürfen. Anders formuliert und um einen Ausdruck von dir fast eins zu eins zu verwenden: Ich glaube, du bist nicht mehr ganz richtig in der Birne!

Abschließend folgen einige Kostproben der Weltsicht von Saul Rednow. Ich habe sie weiter nach unten gesetzt, um sie aus dem Blickfeld zu nehmen. Man muß eventuell scrollen, wenn man sie anschauen möchte. Dies ist aber überhaupt nicht notwendig. Es liegt kein Erkenntnisgewinn darin. Sie haben hier nur die Bedeutung, nachzuweisen, dass ich die Texte von Saul Rednow in toto gelesen habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Habt Ihr aus der entsetzlichen Geschichte Deutschlands nichts gelernt? Warum wird nicht dieser Dreck von genügend Menschen als die braune Ideologie-Scheiße erkannt und geächtet wird, um die es sich dabei handelt?

Mir kommt’s hoch, wenn ich zum wiederholten Male lesen muss, dass erstarkender Rechtsextremismus mit der sozialen Lage von prekär Beschäftigten von Verarmten und sich von der Politik nicht mehr Vertretenen „erklärt“ wird.

Nazis und ihre widerliche Ideologie, die vom „gesunden Volksempfinden“ faseln, wenn sie damit das angeblich „Kranke“ ausgrenzen wollen, die Asylanten als „Sozialbetrüger und schlimmeres“ bezeichnen. Diese Braunen, die unverhohlen Antisemitismus, Fremdenhass, Homophobie betreiben und den ganzen Dreck mit wohlfeiler Kapitalismuskritik verbrämen, sind „nicht so schlimm“ und kommen sogar als „Bündnispartner“ in Frage?

Ich glaube Ihr seid nicht mehr ganz richtig in der Birne!

Gabriele Kuby und die rumänisch-stämmige Birgit Kelle erfüllen beide nahezu jedes Klischee über Konvertiten und meinen außerdem, sie würden umso mehr akzeptiert, je homophober sie sich verhalten.

Wenn ich nicht in dem Land aufgewachsen wäre und die meiste Zeit meines Lebens dort verbracht hätte, würde ich darauf spucken, was sich derzeit in Deutschland abspielt.

Ich wünsche allen Homophoben gute Besserung!

Selbsternannte Linke, als heimliche Spießer und verkappte Rechte? 

 Meist ist man als Schwuler oder Lesbe zunächst einfach nur damit beschäftigt in einer feindlichen und potenziell homophob-gewalttätigen Umgebung einigermaßen zu überleben, ohne gemobbt oder zusammengeschlagen zu werden. Und von diesen Menschen erwartet ihr die Regeln der bürgerlichen Gesellschaft aufzubrechen und zu verändern? Ja, seid Ihr eigentlich noch ganz bei Trost, Ihr revolutionär daher schwafelnden Heteros?

Ein heterosexueller Mann denkt: also was geht mich der Weiberkram an, sollen die Emanzen doch sehen wie sie klar kommen. Für mich ist alles so wie ich es als Hetero-Mann gern habe: Höheres Gehalt bei gleicher Arbeit, Kinderbetreuung wird auf die Frau abgewälzt, während ich in der Welt herumkomme und außerdem kann ich im Stehen pinkeln, ätsch. Ich gehöre zur heterosexuellen Mehrheit, kann daher auf etwa 85 – 90 % ebenfalls heterosexuelle Menschen zählen, wenn es darum geht meine Interessen und Privilegien, die ich gegenüber homosexuellen Menschen besitze, zu vertreten. Ich brauche daher niemanden der sich für meine Rechte und Interessen einsetzt, denn wir als heterosexuelle Mehrheit werden bei jeder Abstimmung schon durch die bloße Masse gewinnen.

Die Rache des kleinen Mannes (Bernd Lucke). Wer, als ein in der Fachwelt belächeltes Professörchen von mickriger Gestalt („ein Mann mittleren Alters, gefangen im Körper eines 10-jährigen Jungen“, wie ein Spötter schrieb), meint es seiner bisherigen Partei, der CDU mal so richtig heimzahlen zu können. Deshalb eine neue Partei, rechts der Union gründet, um damit endlich die Aufmerksamkeit zu erhalten, die er für seine Person und seine verschrobenen Ansichten in Fachwelt und CDU bis dahin so schmerzlich vermisste, müsste – zumal als Professor – aus Kenntnis der jüngeren deutschen Geschichte wissen, wie gefährlich es in Deutschland sein kann rechtsextreme Ressentiments, dumpfe Vorurteile und die generelle Dummheit dieser Kreise zu bedienen.

 

„Biedermann geh’ du voran, du hast die weiße Weste an. Und nun hast du deine Aufgabe als unser ’nützlicher Idiot‘ erfüllt, uns Nazis die Türen in Talkshows und auf die Seiten von FAZ, Welt, Tagesspiegel, Focus usw. geöffnet, Du darfst jetzt gehen; wir brauchen dich nicht mehr, denn den Rest erledigen wir selbst.“

Die nationalistischen, fremdenfeindlichen, rassistischen und homophoben Umtriebe Rechtsextremer und die gegen eine offene und freie Gesellschaft gerichtete reaktionäre Wühlarbeit und Propaganda von sog. Familienschützern, sowie die geifernde Hetze der ewig-gestrigen religiösen Eiferer – sie alle haben etwas gemeinsam:  Sie sind von Vorgestern, werden von aufgeklärten und weltoffenen Bürgern längst nicht mehr ernst genommen und letztere verbitten sich energisch, dass diese rechten Randgruppen Menschen, die die verbitterte und dümmliche Weltsicht der Rechten nicht teilen, vorzuschreiben versuchen wie und mit wem sie zu leben haben.

Der Bedeutungsverlust und die Ablehnung durch moderne Menschen, die es schätzen in einer offenen und toleranten Gesellschaft zu leben, führt bei den o.g. Gruppierungen zu einem ausgewachsenen Minderwertigkeitskomplex, aus dem geradezu hysterische Reaktionen und Aktivitäten erwachsen und die sie gefährlich und unberechenbar machen.

Die ekelhaft menschenverachtenden und demokratie-gefährdenden Bündnisse von Rechtsextremen, Rechten und religiös-fanatischen Eiferern sind dokumentiert.

Ist der moderne Mensch im Grunde überfordert?  Homo sapiens, mutierte Raubaffen, sind von ihrem Wesen her (also der genetischen Anlage) autoritätsfixiert, die nur funktionieren solange ein von ihnen gefürchteter und/oder akzeptierter Führer vorgibt, was sie wann und wie zu tun haben. Menschen ordnen sich unter, weil sie so vorgeprägt sind. Kommt dann noch die wahnhafte Behauptung dazu, alles was man dem Entmündigten fortan zu tun aufträgt, sei von einer nicht-menschlichen unfehlbaren höheren Instanz verfasst oder autorisiert, dann kann man wohl getrost von „hirnlosen Zombies“ sprechen, die künftig alles tun und nachplappern, was ihnen machtgeile Sadisten und religiöse Anführer befehlen.

Der Laizismus ist, im Bereich des religiösen Fanatismus, sicher ein guter Ansatz, um den Einfluss von Religioten auf Staaten und Regierungen zumindest stark zu einzuschränken.

Ansonsten ist (nicht religiös kontaminierte) Bildung und nochmals Bildung wohl der Schlüssel, um eigenverantwortliche, selbstbestimmte, denk- und kritikfähige Menschen aufwachsen zu lassen, die sich – trotz genetischer Prägung zum Gruppenmitglied/Untertan – einigermaßen resistent gegen religiöse und politisch-ideologische Gehirnwäsche erweisen, wie beim  IS, Islamisten, Evangelikale, katholische Fundamentalisten, Sekten, Nationalisten, Faschisten usw. usw

Verweste Nazi-Ideologien, als Weltsicht, die Angst vor Vielfalt und gesellschaftlichen Veränderungen, gepaart mit einem, in diesen Kreisen wohl nachweisbar vorherrschenden, niedrigeren IQ – das ist die braun-schwarz gefärbte Brühe, in der sich Nazis, religiöse Fanatiker und andere Reaktionäre gemeinsam suhlen.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Gruppierungen zusammen arbeiten in ihrem Kampf gegen Demokratie, Linke, Liberale, Schwule, Lesben, Toleranz, Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit in der Gesellschaft .

 Nach ihrer Kindheit in Rumänien, hat Birgit Heike Kelle bei ihrer Umsiedlung in den Westen wohl unbewusst sehr viel der als Kind verinnerlichten rückständigen Einstellungen zu Familie, Gesellschaft und Stellung der Frau mitgebracht, die in Rumänien bis heute vorherrschen.

Es fiel ihr daher offensichtlich schwer die in Deutschland mühsam im Laufe vieler Jahrzehnte erreichten Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung von Mann und Frau, Akzeptanz homosexueller Menschen, gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften usw. zu verarbeiten und als gelebte Realität anzunehmen.

Vielleicht als Reaktion auf die Überforderung (Kulturschock) sich plötzlich in einer deutlich moderneren und aufgeschlossenen Gesellschaftsrealität zu befinden, die im krassen Gegensatz zu der, um Jahrzehnte zurückgebliebenen, in Rumänien steht, nahm Kelles Denken und Handeln bald immer deutlicher „reaktionäre“ Züge an (= im Denken und Handeln stets rückwärts gerichtet, statt vorwärts).

Versuchte sie zunächst noch unterschwellig die Gleichberechtigung der Frau (die in Deutschland Verfassungsrang hat) zu negieren, womit sie allerdings auf wenig Gegenliebe besonders bei Frauen stieß, widmete sie sich sodann verstärkt (manche sagen sogar „wie besessen“) dem für sie neuen Phänomen der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften

Schon bald hatte sie sich den Ruf einer rückständigen Umsiedlerin, die mit modernen westlichen Gesellschaftsstrukturen nicht zurecht kommt, eingehandelt.

Unterstützung erhielt sie nun im rechten bis rechtsextremen politischen Milieu und auch bei den Eiferern der religiösen Fundamentalisten-Szene, die einer längst überwundenen, verstaubten Vergangenheit (mit ‚Zucht und Ordnung‘, Prügelstrafe für Kinder, der Unterordnung von Frauen unter ihre Ehemänner usw.) nachtrauern.

Sie publizierte jetzt ungeniert in „verufenen“ Presseorganen, wie etwa der Wochenzeitung ‚Junge Freiheit’.

Kelles öffentliche Äußerungen wurden zunehmend schriller und weil sie offenbar weitgehend „lernresistent“ ist (sonst hätte sie begriffen, dass es dabei nicht um die „Abschaffung von Hetero-Ehe und Kleinfamilie“ geht), bekämpfte sie fortan Gender-Forschung und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, ebenso wie Sexualaufklärung in der Schule. Ihr Vokabular näherte sich dabei (bewusst?) immer stärker dem der Nazis an, die ebenfalls von „Frühsexualisierung“ und ähnlichem Unsinn faseln und damit aggressiv Stimmung machen.

Kelles „rückständige Ansichten“ würden nahtlos in’s Parteiprogramm von NPD und neu formierter AfD passen, die nach dem kürzlich erfolgten Rechtsruck  von Beobachtern der Polit-Szene jetzt eindeutig zum rechtspopulistischen Spektrum gezählt wird.

Sollte man so ein Seuchen-Nest nicht unter Quarantäne stellen, die Zu- und Abfahrten sperren, das „Epizentrum“ ausräuchern und die geräumten Häuser anschließend dem Erdboden gleich machen? Quasi zur Abschreckung?

Zynisch könnte man sagen, solche Preise lösen immer dann besonders viel Empathie und Solidarität aus, wenn sie posthum verliehen werden – aber ich will das Unglück dieser Menschen nicht beschwören!

Hätte damals jemand gesagt: „Die Deutschen sind zu dumm, um aus der Geschichte zu lernen, sie werden Nazis nicht aus den Ämtern vertreiben (Stichworte: Justiz, Medizin, Pädagogik, Geheimdienste), sie werden schon bald wieder aufrüsten, Nazi-Verbrecher nur widerwillig juristisch zur Verantwortung ziehen und sie werden es dulden, dass bald wieder braune Horden grölend durch Deutschlands Straßen ziehen, Minderheiten sowie Migranten terrorisieren und töten“, dem hätte man wohl den Vogel gezeigt und gerufen: „Niemals, das war uns Deutschen eine Lehre, solchen Verbrechern werden wir nicht mehr folgen“.

Die rechtsextreme, reaktionäre, rassistische, antisemitische und homophobe Rhetorik ist nachweisbar wieder gesellschaftsfähig geworden in Deutschland.

Es wird öffentlich, am Arbeitsplatz, in der Kneipe, vor den (eigenen) Kindern gehetzt gegen Ausländer, Flüchtlinge, Asylanten, Homosexuelle, Juden. Die Zahl der Kommentare im Internet, die eindeutig rechtsextrem sind, ist unüberschaubar groß geworden und macht auch nicht Halt vor Portalen, die sich einst als „liberal, weltoffen, tolerant oder sogar links“ verstanden.

Stattdessen wird sich von Kommentatoren hämisch über eindeutig zivilisatorische Errungenschaften, wie die Political Correctness (= Anstand zeigen gegenüber anderen Menschen und die Übereinkunft, diese Menschen nicht zu diffamieren und zu beleidigen) lustig gemacht und diese Errungenschaften und Übereinkünfte werden als lästige Einschränkung der eigenen Meinungsfreiheit dargestellt.

Und diese Hetze findet vor den Augen aller statt und zwar nicht etwa nur in den einschlägig dafür bekannten Nazi-Portalen, sondern auch auf den Webseiten von eigentlich unverdächtig erscheinenden Presseorganen.

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