Prostitution: Die große Entkriminalisierung der „Ausbeuter“?

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Amnesty International will Prostitution entkriminalisieren

Dazu die Faz:

Amnesty will Prostitution entkriminalisieren

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International will Prostituierte besser schützen und tritt deshalb für die Entkriminalisierung des Gewerbes ein. Kritik gab es schon, bevor die Entscheidung überhaupt gefällt war.

Mit Kritik ist offenbar Kritik durch „Frauenrechtsorganisationen“ gemeint.

Es ginge vielmehr darum, die Kriminalisierung und Bestrafung von Prostituierten zu unterbinden. „Eine Entkriminalisierung des Sexgewerbes führt dazu, dass Prostituierte mit ihrer Arbeit nicht mehr gegen Gesetze verstoßen“, schreibt die Organisation auf ihrer Webseite. Dies senke das Risiko von Übergriffen auf Prostituierte, auch von offiziellen Stellen.

Diese Argumentation ist nachvollziebar. Es geht den „Frauenrechtsorganisationen“ allerdings um etwas ganz anderes. Die EMMA und einige feministische Frauenrechtsorganisationen arbeiten vehement daran. Dazu komme ich später.

Die Welt berichtet ebenfalls:

Amnesty unterstützt nun Huren und Zuhälter

Amnesty International will sich für die Legalisierung der Prostitution stark machen. Das wurde bei einer Grundsatzentscheidung beschlossen. Damit setzt sich die Organisation nun auch für Zuhälter ein.

Die Welt erläutert allerdings nicht, dass eine Entkriminalisierung eines Berufszweiges sich für die Entkriminalisierung von Kriminellen einsetzt. Allerdings gibt es eine unbelegte in die Irre führende Aussage:

Amnesty setzt sich nun auch für die Entkriminalisierung von Zuhältern und Bordellbetreibern ein.

Zitate von Amnesty International werden einfach um diese Aussage erweitert. Ein schlichtes Gemüt könnte nun meinen, es sei eine Aussage, die AI getätigt hat, was nicht der Fall ist. Es handelt sich um billige Rhetorik.

Zu den Unterzeichnern gehörten Frauenrechtsgruppen, Ärzte sowie Prominente wie die Schauspielerinnen Meryl Streep, Kate Winslet und Emma Thompson. Eine entsprechende Onlinepetition des Bündnisses wurde von mehr als 8500 Menschen unterzeichnet.

Hier steht es nun explizit:
Frauenrechtsgruppen – nicht Menschenrechtsgruppen!
Die genannten „Prominenten“, sind allesamt feministische Schauspielerinnen. Dem Feminismus geht es ausschließlich um angebliche Frauenrechte. Man soll mir nur erklären, wie sich die Kriminalisierung der Prostitution mit den Rechten von „Sexarbeitern“ verträgt.

8.500 Menschen ist ganz schön „beeindruckend“, wenn man die international bekannten Unterstützer bedenkt. Frauenrechtsorganisationen haben wieder eine Mücke in ihrem tun entdeckt und verkaufen ihn als Elefanten.

Sowohl in der Faz als auch in der Welt ist der folgende Absatz zu lesen:

„Es gibt keine Logik in der Annahme, dass man zum Schutz der Ausgebeuteten die Ausbeuter entkriminalisieren muss“, sagte CATW-Chefin Taina Bien Aime der Nachrichtenagentur AFP. Es sei „wirklich wichtig, dass Amnesty versteht, dass die Welt auf sie schaut und sie wirklich enorm an Glaubwürdigkeit als Menschenrechtsorganisation verlieren würde, wenn das unterstützt wird“.

Es bedienen sich beide Zeitungen offensichtlich aus denselben Quellen und schreiben ähnlich unreflektiert ab. Ich sehe nicht, wo sich AI hier unglaubwürdig macht. Sie gewinnen eher an Glaubwürdigkeit, wenn sie das heftig diskutierte und umstrittene Thema aufgreift.

Es ergibt allerdings auch keine Logik, warum die Entkriminalisierung der einen Gruppe zur Entkriminalisierung einer Gruppe führen soll, für deren kriminelles Verhalten es eigene Straftatbestände gibt. Zuhälterei und Zwangsprositution steht schon lange unter Strafe.

Es scheint eine „neue Art“ des Journalismus zu sein, dass Aussagen getroffen, aber nicht belegt werden. Bei dieser Aussage handelt es sich um eine andere Qualität als die Aussage „Gras ist grün.„.

Die EMMA kotzt ebenfalls wieder eine Meinung heraus:

Amnesty will Zuhälter schützen!

ai tritt für die weltweite „Entkriminalisierung“ und „Liberalisierung“ der Prostitution ein. Das ist das unrühmliche Ende einer Menschenrechts-Organisation. Durch die geforderte Nicht-Verfolgung von Frauenhändlern, Zuhältern und Bordellbetreibern liefert ai die Frauen in der Prostitution nur noch stärker aus.

Auf der einen Seite steht also die Entkriminalisierung der Prostituierten und auf der anderen Seite steht die Behauptung, dass Frauenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber nicht strafrechtlich verfolgt werden sollen. Das ist unbelegt und falsch. Diese Forderungen gibt es nicht. Auch hier gibt es wieder den üblichen Trick: Man nennt Straftäter (Frauenhändler, Zuhälter) in einem Atemzug mit Personen aus Kreisen, die durchaus legal arbeiten.

EMMA beweist erneut, dass sie größten Denker dieses Jahrtausends in ihren Reihen haben:

Da in unseren Breitengraden Prostituierte schon lange nicht mehr verfolgt bzw. bestraft werden, sondern es vor allem um ihren Schutz vor der Ausbeutung durch Menschenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber geht, bedeutet das: Die Menschenrechtsorganisation, die betont, es ginge ihr um die Entkriminalisierung „der Organisation von Sexarbeit“ will ausgerechnet diejenigen, die Milliarden an dem Handel mit Frauen verdienen, vor Bestrafung schützen.

Zunächst einmal ist AI international tätig. Außerdem geht es um die Wertigkeit in der Sichtweise durch die Bevölkerung. Ist ein Berufszweig grundsätzlich nicht mehr illegal, gewinnt er an Ansehen. Es geht keineswegs um den Schutz von Zuhältern und Menschenhändlern. Dies ist nach wie vor strafbar. Bordellbetreiber arbeiten zudem oftmals bereits mehr oder weniger in der Legalität.

Die großen Denker der EMMA haben eins im Sinn:

Das Hetzmagazin um Alice Schwarzer ist der Meinung, Prostitution sei ein rein weibliches Geschäft und die Kunden seien ausschließlich – oder zum allergrößten Teil – Männer. Daher möchte die EMMA gerne Freier bestrafen. Dies geht nur, wenn Freier eine illegale Dienstleistung in Anspruch nehmen. Es sei denn, man hat eine Rechtsprechung wie in Schweden. Dort ist es strafbar Dienstleistungen einer Prostituierten in Anspruch zu nehmen, die Prostitution als solche nicht.

Der Vorstoß von AI macht diesen perfiden Plan für das hetzerische Blatt schwieriger zu begründen. Es geht der EMMA nicht um die Zuhälter und die Frauenhändler. Es geht der EMMA um den Mann als Freier.

Leider hat die EMMA übersehen, dass es freiwilligeSexarbeiter“ gibt und Frauen ebenfalls zur Kundschaft der Prostitution gehören.

Es geht letzlich um die Kriminalisierung des Mannes. Da stört die EMMA auch nicht, dass Tatsachen gegen ihre Argumentation sprechen. So richtig bösartig aber wird es, wenn Medien Dinge behaupten, die einfach nicht der Realität entsprechen. Es gibt keine Forderung von AI, Zuhälter und Frauenhändler zu entkriminalisieren. EMMA macht sich Sorgen um ihre Forderung nach der Kriminalisierung der Freier, die absurd werden könnte, wenn sie es nicht bereits ist.

Zuhälterei ist und bleibt strafbar. Da ändert auch eine Resolution von AI nichts dran.

Das StGB § 181a lautet

paragrafZuhälterei

(1)  Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

  1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
  2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der Ausübung der Prostitution überwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere Umstände der Prostitutionsausübung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben, und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer die persönliche oder wirtschaftliche Unabhängigkeit einer anderen Person dadurch beeinträchtigt, dass er gewerbsmäßig die Prostitutionsausübung der anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.

(3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenüber seinem Ehegatten vornimmt.

Die Wahrheit ist aber die schon genannte: Es geht den Frauenrechtsorganisationen um die Bestrafung von männlichen Freiern. „Leider“ sind feministische Kreise in der Argumentation hier ein wenig eingeschränkt, wenn man einen Berufszweig weltweit entkriminalisieren möchte, zu dem auch über 50 % Frauen gehören. Man könnte das Thema jetzt auch noch um die weibliche sexuelle Selektion erweitern, die dazu führt, dass es überhaupt einen großen Markt für einen männlichen Bedarf an Prostitution gibt. Jan Deichmohle hat dazu grundlegende theoretische Arbeit geleistet. (Nachtrag – Jan Deichmohle kontrovers über Prostitution.)

Die Ausführungen der taz verwundern

Die taz ist grundsätzlich eine feministische Publikation und stimmt meist unisono in die Gesänge des Feminismus ein. Diesmal tanzt die taz allerdings aus der Reihe.

Amnesty zu Sexarbeit
Verbot schützt Prostituierte nicht

Es gibt Prostitution, zum Teil auch Zwangsprostitution. Amnesty International erkennt diese Realität an – und handelt human und pragmatisch.

Es kann sich auf einen Berufszweig nur positiv auswirken, wenn er entkriminalisiert wird. Allerdings geht es der taz eben auch wieder lediglich um die Belange der Frau. Männer scheint es in der Wahrnehmung des Feminismus nur als Gegner zu geben.

Aber gut: Das feministische Anliegen, Frauen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu schützen, ist mehr als nur berechtigt – und als Hauptargument für das Verbot der Prostitution werden in der Regel jene in der Tat abscheulichen Fälle von Zwangsprostitution ins Feld geführt. In einer besseren Welt, so die Utopie, gäbe es keine Zwangsprostitution. Es gäbe zudem, und das ist der Punkt, überhaupt keine Prostitution.

Ausgebeutete Männer oder sexuelle Gewalt gegen Männer ist eben nicht erwähnenswert, wenn man Feminist ist. Dies zeigt, warum man strikt zwischen Menschenrechtsgruppen und Frauenrechtsgruppen unterscheiden muss. Während sich Menschenrechtsgruppen um die Belange von Menschen beiden Geschlechts kümmern, geht es Frauen ohne Rücksicht auf Verluste bei Männern um die Rechte der Frau. Feminismus hat dementsprechend nichts mit Humanismus zu tun.

Die Schlussfolgerungen der taz sind einem größeren intellektuellen Potential als bei der EMMA geschuldet:

Greift man, so zeigt die Erfahrung etwa in Schweden, mit Verboten in dieses System ein, verschiebt sich schlicht der Markt. Er wandert ins Internet, in private Wohnungen und dunkle Gebüsche. Kurzum: Mit einem Verbot schafft man erst recht jene kriminellen Strukturen, die man gerne verhindern möchte. Und kriminalisiert obendrein Menschen, die sich dafür entschieden haben, sexuelle Dienstleistungen anzubieten. Aus welchen Gründen auch immer.

Amnesty International ist in vielen Bereichen zwar kritisch zu sehen, in diesem Fall allerdings nicht.

Amnesty war so mutig, sich gegen die Ideologie und in den Dienst der unzähligen und stigmatisierten Menschen zu stellen, die konkret in der Prostitution tätig sind. Aber warum eigentlich mutig? Das ist schließlich Aufgabe einer Menschenrechtsorganisation.

Wenigstens betrachtet die taz die Welt einmal ansatzweise auch durch „Menschenrechtsaugen„. Die EMMA ist zu sehr vom Hass gegen Männer beseelt, um ihre Forderungen nach der Bestrafung von Männern (als Freier oder „potentielle Vergewaltiger“) auszublenden. In ihrer Aggression gegen den Mann gehen sie soweit, Menschenrechte zu attackieren, die auch der Entkriminalisierung von Frauen dienen. Dabei übersehen sie ebenfalls die Frau als Prostitionskunden und die positiven Aspekte der Forderungen einer Menschenrechtsorganisation.

Dass die „Ausbeuter der Prostition“ (Zuhälter, Frauenhändler) entkriminalisiert werden sollen, ist völlig aberwitzig und auch dumm. Es zeigt den Willen zur Kriminalisierung des Mannes und blendet die Realität völlig aus.

 

 

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    Blog Comments

    „Die Ausführungen der taz verwundern Die taz ist grundsätzlich eine feministische Publikation“

    Die TAZ war nie feministisch. Sie ist lediglich das lautstarke Propaganda-Organ ihrer Besitzer. Und scheinbar hat sich deren Interessenlage ggü. der Prostitution verändert.

    Ich könnte Dir ganz einfach direkt auf Anhibe anhand der verwendeten Sprache belegen, dass die taz ein fürchterliches, feministisches Organ ist.

    Inhaltlich sowieso.

    Von Anfang 1999 bis 2009 leitete Bascha Mika zehn Jahre lang die Redaktion der taz. Mitte Juli 2009 folgte ihr Ines Pohl

    Bascha Mika ist auch natürlich keine Feministin. Ist klar.

    Zur Unterstützung der Forderung eines Frauenanteils von mindestens 30 Prozent in den Führungsetagen der deutschen Medienbranche erschien am 17. November 2012 eine von der Initiative Pro Quote gestaltete Wochenendausgabe der taz.

    Pro-Quote ist dementsprechend auch ein maskulistisches Magazin, ist klar.

    Eine korrekte Darstellung des Sachverhalts. Konservative und Feministen sind in der Frage der Legalisierung Verbündete. Hier geht es um die Verknappung von Sex. Am liebsten wäre ihnen auch die Kriminalisierung der Internet-Pornos. Bei den Feministen kommt noch hinzu, dass sie, neben dem Ziel der Verknappung, zusätzlich vom Behindertenstatus und damit der Unmündigkeit von Frauen ausgehen.
    War gerade bei der ZEIT. Dort gibt es viele Befürworter zur Position von AI. Ich glaube nicht, dass der Feminismus in Deutschland das Rad zurückdrehen kann. Wenn, dann von den Konservativen. Kritisch wird es, wenn sie die Freier kriminalisieren. Das wäre feministisch.

    Auf die Kriminalisierung läuft es hinaus. In Schweden hat man es bereits geschafft.

    Was den Konservativen nicht auffällt:
    Prostitution wurde schon lange durch Konservative und sogar die Kirche offen geduldet.

    “ Kritisch wird es, wenn sie die Freier kriminalisieren“

    Warum? Ist doch nich weiter als das sogen. Gleichstellungsgesetz weitergedacht.

    Ich finde das eine feine Sache! Warum? Weil Männer eben keine gleichen Rechte für sich mögen wollen, denn die Trottel wählen immer weiter ihre Unrechtspolitiker.

    Inzwischen halte ich Männer wirklich für dümmer als Frauen. Kannst das Verhalten auch schwanzgesteuert nennen, mir wurst … 🙂

    Männer WOLLEN Sklaven sein!

    Du kannst uns aber mindestens uns beide dann als Ausnahmen sehen. Ob wir die Regel bestätigen? Ich bezweifle es. 😉

    @wolle

    Ein guter Artikel, den ich gerne gelesen habe.

    Ich möchte noch etwas zum Modell in Schweden sagen, weil es in seiner manipulativen Doppelmoral ein weibliches (und hier greift der Feminismus weibliche Taktiken der Manipulation bloß auf) Glanzstück an Politik ist.

    Ein realer Fall (auch wenn er dir vielleicht nicht passt): Angenommen du möchtest ein BERUFSVERBOT für Schriftsteller verhängen, weil dir die politische Meinung des Schriftstellers nicht passt.
    Wie gehst du vor?
    Du barrikadierst jede Möglichkeit der Publikation in dem politischen Spektrum, in dem dieser beheimatet ist und sorgst damit vor, das Angebot kann aus diesem Spektrum nicht stammen.
    Die Logik ist: Wenn er genügend Absagen bekommt, wird er „von sich aus“ aufgeben.
    Gibt er nicht auf und nutzt Möglichkeiten außerhalb seines politischen Spektrums und nutzt also die Möglichkeiten, die ihm verblieben sind, dann kannst du ihm jederzeit vorwerfen, die Veröffentlichung in dem Verlag X zeige doch, der Autor Y teile deren politischen Ansichten.

    Und gerade WEIL der Autor Y im Verlag X veröffentlicht habe, würde damit schlüssig BEWIESEN, es war richtig ihm VORHER eine Absage erteilt zu haben. Hätte er sein BERUFSVERBOT FREIWILLIG akzeptiert, es hätte gar kein BERUFSVERBOT ausgesprochen werden müssen.
    QED und zu bedauern ist nicht die Einschränkung seiner Freiheit, sondern diejenigen, die die Bestrafung haben aussprechen müssen – weil sie ihn gar nicht hätten bestrafen müssen, wäre er folgsam gewesen.

    „Wenn ich dich verprügele, dann tut es MIR am meisten weh!“ – Psychopathen-Alarm.

    Ich rede hier übrigens über Arne Hoffmann und sein erstes Buch: „Sind Frauen bessere Menschen?“.
    Und ich rede weiterhin über Argumentationsmuster, mit denen wir uns wirklich beschäftigen müssen – es sind genuin weibliche: http://esr.ibiblio.org/?p=2122
    „Kafkatrapping“ – meines Erachtens lassen sich diese als „gynozentrischer Narzissmus“ zusammenfassend beschreiben; aber ich arbeite noch daran.

    Zurück zu Schweden: Manipulativ werden Prostituierte nicht bestraft, jedoch deren Freier.

    Ich übersetze den Fall „Arne“ auf schwedisch: Natürlich erteilen wie dir KEIN BERUFSVERBOT. Du bist immerhin eine Frau und das würde merkwürdig aussehen.
    Wir haben eine ganz neue Idee: Nicht die Schriftstellerin ist kriminell, es sind nur ihre LESER.

    Damit wird verschleiert, es handelt sich um exakt den selben Vorgang.
    Es wird suggeriert, die Schriftstellerin (Angebot) könne produzieren was sie will; aber LEIDER ist die NACHFRAGE kriminell.
    Die Schriftstellerin kann SELBSTVERSTÄNDLICH schreiben was sie will, aber wenn sie ein Buch verkaufen möchte, dann schmeißen wir die LESER in den KNAST.

    Natürlich sind wir LIBERAL, denn die Schriftstellerin darf – wirklich! – schreiben, was auch immer.
    Aber unsere Liberalität hat auch Grenzen.
    Nämlich genau dann, wenn IRGENDWER sich erdreistet, dies auch LESEN zu wollen.
    Dann können wir auch GANZ anders.

    Das, wollepelz, ist das autoritäre Regime, mit dem sie uns drohen.
    Und das fing auch nicht erst gestern an.
    Aus diesem Grund habe ich auch wesentlich weniger Konflikte mit Arne als das antifeministische Lager, weil die Argumentationsfigur (siehe kafkatrap) so ist, dass m.E. eine Menge individueller EIER dazu gehören, dieser Suggestion zu widerstehen.

    Schönen Gruß, crumar

    Das Thema ist komplex. Ich antworte morgen ausführlich. 😉

    Ein guter Artikel, den ich gerne gelesen habe.

    Vielen Dank!

    Ich möchte noch etwas zum Modell in Schweden sagen, weil es in seiner manipulativen Doppelmoral ein weibliches (und hier greift der Feminismus weibliche Taktiken der Manipulation bloß auf) Glanzstück an Politik ist.

    Beim „weiblichen“ und nicht nur feministischen Glanzstück muss man überlegen: Wer hat diese Politik eingebracht? Für das weibliche Glanzstück sprechen weibliche sexuelle Selektion, die den Mann unter Druck setzt, was durch das de facto Prostitutionsverbot in Schweden verstärkt wird.

    Ein realer Fall (auch wenn er dir vielleicht nicht passt): Angenommen du möchtest ein BERUFSVERBOT für Schriftsteller verhängen, weil dir die politische Meinung des Schriftstellers nicht passt.

    Es geht nicht darum, was mir passt oder auch nicht. 😉

    Schriftstellern wird das Schreiben immer schwieriger gemacht: Sie werden durch feministische Sprachvergewaltigungen dazu genötigt, ihr Handwerkzeug – die Sprache – zu zerstören. Feministische Vorauswahl in den Verlagen lässt es gar nicht erst zu Veröffentlichungen kommen. Die Situation der Schriftsteller ist also gar nicht unpassend gewählt.

    Wie gehst du vor?
    Du barrikadierst jede Möglichkeit der Publikation in dem politischen Spektrum, in dem dieser beheimatet ist und sorgst damit vor, das Angebot kann aus diesem Spektrum nicht stammen.
    Die Logik ist: Wenn er genügend Absagen bekommt, wird er „von sich aus“ aufgeben.
    Gibt er nicht auf und nutzt Möglichkeiten außerhalb seines politischen Spektrums und nutzt also die Möglichkeiten, die ihm verblieben sind, dann kannst du ihm jederzeit vorwerfen, die Veröffentlichung in dem Verlag X zeige doch, der Autor Y teile deren politischen Ansichten.

    Das werden Dir einige Feminismuskritiker nicht unterschreiben, da es tlw. gar keine Veröffentlichungen in diesem Bereich gibt. Ich habe mich häufig mit Jan Deichmohle unterhalten, der seit den 90er Jahren nahezu vergeblich versucht feminismuskritische Bücher zu veröffentlichen. Es gibt Genderkritik, aber nicht wirklich direkte Feminismuskritik.

    Das aber nur als Einwand. 😉

    Ansonsten vermag ich Dir zu folgen.

    Zurück zu Schweden: Manipulativ werden Prostituierte nicht bestraft, jedoch deren Freier.

    Was dementsprechend eine Ausübung des Berufes Prostitution unmöglich macht und einem Berufsverbot im Endergebnis gleichkommt.
    Einziger Unterschied:
    Den moralischen schwarzen Peter hat der Kunde, der aus begrenzter weiblicher Sicht ausschließlich männlich ist, was er nicht ist.

    Das, wollepelz, ist das autoritäre Regime, mit dem sie uns drohen.
    Und das fing auch nicht erst gestern an.
    Aus diesem Grund habe ich auch wesentlich weniger Konflikte mit Arne als das antifeministische Lager, weil die Argumentationsfigur (siehe kafkatrap) so ist, dass m.E. eine Menge individueller EIER dazu gehören, dieser Suggestion zu widerstehen.

    Es ist in der Tat autoritär. Auf gewisse Namen möchte ich hier bei NICHT-Feminist nicht eingehen. Hier bin ich lediglich Teil einer Redaktion und erledige nebenbei administrative Tätigkeiten. Gewisse Konflikte, die so mancher mit mir und meiner fremdernannten Kontroversität hat, möchte ich hier heraushalten.

    Aber auch im pelzblog versuche ich nur noch zu protokollieren.

    Ich danke Dir für Deinen ausführlichen Kommentar. Das mit dem Berufsverbot durch die Hintertür habe ich bisher gar nicht betrachtet. Ich war zu sehr in meiner „kleinen Welt der Schuldzuweisungen durch Feministen“ gefangen.

    Gruß

    wolle

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