AllgemeinFeminismusGender Pay Gap

Der Sex Pension Gap – die geschlechterliche Pensionslücke

oder: Männer bekommen 40 Prozent weniger Rente als die Frauen! #aufschrei

Für den Google-Such-Index etwas anders geschrieben: „Gender Pension Gap“.

Aber nur für den google-Index, denn von einem „Gender Pension Gap“ kann keine Rede sein, da die Unterscheidungen in dieser Angelegenheit ganz eindeutig biologisch gezogen werden.

Wording geklärt, nun zum Inhalt:

Nebst der unsäglichen Lüge über den angeblichen „Gender Pay Gap“ schwirrt noch durch die feministisch orientierte Öffentlichkeit, dass Frauen wegen diskriminierender Löhne auch bei der Rente diskriminiert werden.

Nachzulesen bleistiftsweise bei Wikipedia:

Die Höhe der gesetzlichen Altersrenten hängt zunächst einmal von den Einkommensverläufen im Berufsleben ab. Ein Gender Pay Gap führt damit im Rentenalter zu einem entsprechenden Gender Pension Gap. Viel stärker jedoch hängt die Höhe der gesetzlichen Altersrenten von der Entscheidung für Vollzeiterwerbstätigkeit oder Phasen der Teilzeitarbeit bzw. Familienarbeit ab. Da Frauen sich für die Betreuung ihre Kinder oder die Pflege von Angehörigen wesentlich häufiger gegen eine Vollzeiterwerbstätigkeit entscheiden, liegt der Gender Pension Gap in Bezug auf die gesetzlichen Altersrenten deutlich höher als der Gender Pay Gap. Betrachtet man allein die gesetzliche Rente, so beträgt der GPG in Deutschland 56,1 %.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Pay_Gap#Rentenalter

Okay, so wollen wir doch rechnen; einmal für Deutschland, ein zweites Mal für die Schweiz:
(Bei Rundungen werde ich immer zugunsten der Frau runden – bin halt noch „old school“…)

Renteneintrittsalter in Deutschland: Frauen als auch Männer gehen gesetzlich mit 65 Jahren in die Rente.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pensionsantrittsalter

 

Lebenserwartung Frauen: 82 Jahre und 10 Monate
Lebenserwartung Männer: 77 Jahre und 9 Monate

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung#Beispiel_Deutschland

Das ergibt eine Rentenbezugszeit von 17 Jahren 10 Monaten bei Frauen
und eine Rentenbezugszeit von 12 Jahren und 9 Monaten bei Männern.

Lebenserwartung – Renteintrittsalter = Rentenbezugszeit

Die Rechnung für die Frauen:

82 Jahre 10 Monate – 65 Jahre = 17 Jahre und 10 Monate

Die Rechnung für die Männer:

77 Jahre 9 Monate – 65 Jahre = 12 Jahre und 9 Monate

Die Differenz: 17 Jahre 10 Monate (Rentenbezugszeit Frauen) – 12 Jahre 9 Monate (Rentenbezugszeit Männer) = 5 Jahre und 1 Monat

Frauen beziehen also 5 Jahre und 1 Monat länger Rente als die Männer.

Gerundet: 17,8 Jahre -> 18 Jahre; 12,8 Jahre -> 13 Jahre; ab jetzt werden 5,0 Jahre zugrunde gelegt.

Dies setzen wir nun in Beziehung zueinander:

5 Jahre / 17,8 Jahre ergibt 0.280899, also 28 %
5 Jahre / 12,8 Jahre ergibt 0.390625, also 39 %

Das heißt auf deutsch: Frauen beziehen 28 % mehr Rente als Männer und Männer beziehen 39 % weniger als Frauen.

(Kleiner Mathe-Exkurs für jene, die sich über unterschiedliche Prozentdifferenzen wundern:
Beispiel 100 Euro / 150 Euro: 100 Euro sind 33 % weniger als 150 Euro; aber 150 Euro sind 50 % mehr als 100 Euro.)

mystica-Coins-MoneyIch nehme zur Kenntnis: Ich als Mann in Deutschland beziehe auf mein ganzes Leben gerechnet und bei durchschnittlicher Lebenserwartung VIERZIG PROZENT weniger Rente als eine Frau.

Aber gehe ich nun als Mann hin und stelle politische und wirtschaftliche Forderungen? Nein, mach ich nicht. Weil ich wie oben schon geschrieben „old school“ bin.
Das einzige was ich mir zum Ausgleich dieser Ungerechtigkeit wünsche:

Sagt einfach nie wieder was zum angeblichen „Gender Pay Gap – ausser, dass er auf Lügen beruht!

 


 

Wie versprochen, die Rechnung für die Schweiz:
(Quelle: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/key/04/04.html und http://www.bsv.admin.ch/kmu/ratgeber/00496/00689/index.html?lang=de)

Renteneintritt gesetzlich: Frauen bei 64 Jahren, Männer bei 65 Jahren;

Lebenserwartung Frauen: 84,8 Jahre
Lebenserwartung Männer: 80,5 Jahre

Differenz der Rentenbezugszeit: 20,8 Jahre zu 15,5 Jahre; Differenz der Bezugszeit ist 5,3 Jahre

Eine Frau erhält 5,3/22,8 = 25 % mehr als ein Mann und

ein Mann erhält 5,3/15,5 = 34 Prozent weniger Rente als die Frau.

Tapfere und bescheidene Schweizer „Mannen“: Ebenfalls ein Drittel weniger Rente als die der Frauen…


 

Für Austria darf das ganze ein freiwilliger in den Kommentaren reinschreiben (bitte mit Quellen)

Klar, diese Thema kann weit aus differenzierter betrachtet werden, dies haben schlaue Köpfe auch auf

http://www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2012/5/der-gender-pension-gap-ungeeigneter-indikator/
und
http://www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2011/1/frauen-in-der-gesetzlichen-rentenversicherung/
getan.

Nehmt dieses Blog-Thema einfach als plakatives Argumentationsmuster, um allfälligen GenderPayGap-Diskusionen im Alltag ganz schnell den Boden unter den Füssen wegzuhauen…

Die Zahlen sind alle seriös belegt, der Rechenweg ist eindeutig.

Und für jene, die sich gerne einfache Zahlen merken wollen:

„12 Jahre Rente Mann“ und „5 Jahre weniger als Rente Frau“ ergibt „ein 40% weniger für Mann.“
Oder für die CH: „15 Jahre Rente Mann“ und „5 Jahre weniger als Rente Frau“ ergibt „ein Drittel weniger für Mann.“

Ein Linktipp – Frauen haben auch eine kürzere Arbeitszeit:

Frauen arbeiten 23 Prozent weniger als MännerS


Da ein Kanadier gefragt hat, worum es im Artikel geht, hier eine kurze englische Zusammenfassung:

Because twitter and google are international, this in short English:

This is a comparison of pensions paid to retired people. Separate calculation for men and women. Starting at legal retirement age until the end of life expectancy.
Facts and figures for Germany and Switzerland. Result: 40 percent less pension for men in Germany, 34 percent less pension in Switzerland. That is a real big gap. But no „Gender Gap“, because the category of retired people is declared by biological sex, not by social gender.
Resulting financial or legal claims: No claims. Because we are old fashioned gentlemen. But a resulting morally wish: Be honourful and don’t allege that there would by a „Gender Pay Gap“.

Take it as a rhetoric argument against the so called calculation of Gender Pay Gap.

Teilen:

Gefällt Ihnen unsere Arbeit?

Spenden Sie doch einen kleinen Betrag für unsere Kaffeekasse!

oder: Überweisungsdaten.

%d Bloggern gefällt das: