Buchkritik: Gunnar Kunz – Verwundbar sind wir und ungestüm

  • Home
  • Buchkritik
  • Buchkritik: Gunnar Kunz – Verwundbar sind wir und ungestüm

Endlich kann ich nun auch das Buch von Gunnar Kunz „Verwundbar sind wir und ungestüm“ besprechen.

Das Buch von Gunnar Kunz ist eine Sammlung unterschiedlichster Kurzgeschichten, in denen der Mann mit seinen Gefühlen, Sorgen und Nöten die Hauptrolle spielt. Gunnar Kunz schreibt u. a. über die Beschneidungsproblematik, die Brutalität einer Trennung, die für einen Mann mit dem Ende eine Beziehung einhergehen kann, häusliche Gewalt, männerfeindliche Filme und einiges mehr.

gunnar_kunz_verwundbar-197x300Man merkt den einzelnen Geschichten an, dass sich der Autor tiefgehend mit der Materie beschäftigt hat. Gunnar Kunz geht die Sache mit seinem Buch anders an als viele Bücher, die zum Thema Mann erscheinen. Bei ihm steht die Gefühlswelt des Mannes im Vordergrund. Wir alle kennen die Situation, in der sich Männer mittlerweile befinden. Viele Problematiken werden immer wieder angesprochen, um eben nicht erhört zu werden. Gunnar Kunz aber beschäftigt sich in seinem Buch mit dem innersten des Mannes. Mit dem also, das der Mann immer wieder von feministischer Seite abgesprochen bekommt – der Mann gilt in feministischen Kreisen ausschließlich als Gewalttäter und als testosterongesteuert.

Der Autor zeichnet in seinen Kurzgeschichten ein anderes Bild. Er zeichnet das realistische Bild eines Menschen mit Gefühlen, mit Sorgen, mit Nöten. Dies gelingt ihm in seinen Geschichten sehr einfühlsam. Die Geschichten haben mich an vielen Stellen emotional sehr mitgenommen. Durch die Trennungsgeschichte wurden mir einige Dinge bewusst, die mir  selbst als Kind durch die Trennung meiner Eltern widerfahren ist. Bei mir war es ähnlich. Genau das zeigt die Nähe zur Realtität, die der Autor wieder gibt.

Bei der Geschichte zum Thema Beschneidung ist mir ganz anders geworden. Ich habe mich mit diesem Thema nie wirklich auseinandergesetzt. Nach dieser Geschichte empfinde ich die unterschiedliche Wahrnehmung von männlicher und von weiblicher Beschneidung als pervers. Hier wird der menschenrechtliche Aspekt des Buches für mich sehr stark deutlich. Spätestens hier habe ich eine Menge aus dem Buch mitgenommen. Würde ich aus jedem Buch solch gewichtige Dinge mitnehmen, ich käme aus dem Lesen gar nicht mehr heraus. 😉

Gunnar Kunz zeigt nebenbei noch schnell einige double standards (Wie wertschätzend spricht man über Männer und über Frauen?), männerdiskriminierende Filme auf und alles ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu zeigen. Es bleibt dem Leser überlassen, wie er das Beschriebene einordnet.

Sprachlich ist das Buch auch ganz weit vorne. Es hat allein vom Fluss des Lesens her Spaß bereitet, das Buch zu lesen. Ihr kennt das, wenn man gespannt ist, wie es weitergeht? Bei der Beschneidungsgeschichte hat es mich sogar extrem gegruselt. Das Buch versteht, einen auf eine emotionale Reise mitzunehmen.

Ich kann dieses Buch nur allen ans Herz legen, die ein wenig in die Welt der Männer von heute in unserer Gesellschaft blicken wollen. Es hilft auch Männern, die das Gefühl haben, alleine mit ihren Empfindungen zu sein. Junge, Du bist nicht allein mit Deinen Gefühlen. 😉

 

Buchkritik Gunnar Kunz – Verwundbar sind wir und ungestüm

Damit der Wolle nicht schon wieder weint, seine Besprechung ist hier: Rezension: Gunnar Kunz – Verwundbar sind wir und ungestüm

 

 

 

    armin

    Keine Besonderen Schwerpunkte bei Faktum. Er schreibt über die Dinge, die ihn augenblicklich beschäftigen.

    %d Bloggern gefällt das: