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Pressekonferenz und Studie: „Club of Vienna“

Auch wenn sich andere zu Jubelstürmen hinreißen lassen, können wir diese Freude nicht teilen, weisen aber auf die Veranstaltung und die Ausarbeitungen hin. Dennoch werden wir sie weiter unten kurz kritisch hinterfragen.

Pressekonferenz

Der Club of Vienna bittet anlässlich des bevorstehenden Frauentages zu einer Pressekonferenz zum Thema Geschlechtergerechtigkeit

„Frauen auf der Überholspur?“

Präsentation der Ergebnisse aus zwei aktuellen Studien und anschließend Diskussion mit

Prof. Hermann Knoflacher (Präsident des Club of Vienna)

Christine Bauer-Jelinek (Wirtschaftscoach und Projektleiterin)

Zeit: Donnerstag, 5. März 2015, um 11.00 Uhr

Ort: 1010 Wien, Cafe Landtmann, Löwelzimmer

Studie 1:

Die Teilhabe von Frauen und Männern am Geschlechterdiskurs und an der Neugestaltung der Geschlechterrollen – Entstehung und Einfluss von Feminismus und Maskulismus

Johannes Meiners, Christine Bauer-Jelinek

Kurzfassung

Langfassung

Kurze kritische Worte

Begriffe wie Geschlechtergerechtigkeit und Maskulismus sind beide – wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise – zu hinterfragen. Der Begriff des Feminismus hat sich spätestens durch seine Radikalität völlig disqualifiziert und wird daher an dieser Stelle nicht näher betrachtet. Betrachtet werden soll eher ein gesunder Blick auf die Gesellschaft durch die Gesellschaft und nicht durch abgehobene durchgedrehte feministische Soziologen.

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet nichts anderes als Gender Mainstreaming und Maskulismus deutet einen Sexismus an, der auch schon im Feminismus zu finden ist. Beide Begriffe muss man aus menschenrechtlicher Sicht hinterfragen. Ein gesunder Humanismus braucht weder ein Femininum noch ein Maskulinum im Namen.

Die Nutzung von Ausdrücken, die sprachlich verhunzt im Sinne des Gendermainstreamings in der Studie daher kommen  wie z. B.

  • VertreterInnen
  • MigrantInnen
  • ProtagonistInnen
  • usw

werfen ebenso Fragen auf, ob die Studie nicht doch schon zu sehr durch den auf das heftigste zu kritisierende Feminismus geprägt ist.

Auch sind Aussagen wie

Bei der Beschäftigung mit organisierten Männerinteressen im Allgemeinen und dem Maskulismus im Besonderen, fällt zunächst auf, dass die Entwicklungen erst seit Ende der 1990er Jahre gesellschaftliche Relevanz erhalten haben. Diese fielen zeitlich mit der Radikalisierung des Feminismus und der Verschärfung der Wirtschaftslage zusammen.

näher zu beleuchten. Robin Morgan, Andrea Dworkin, Kate Millett, Shulamith Firestone usw. gab es schon lange vorher. Eine Emmeline Pankhurst hat sogar junge Männer schon recht früh (erster Weltkrieg) durch „die weiße Feder“ in den Tod getrieben. Von einer Radikalisierung des Feminismus kann man also nicht erst seit Ende der 1990er Jahre sprechen. In dieser Zeit wurde der radikale Feminismus vielleicht langsam zum Mainstream, existiert hat er allerdings schon lange vorher. Radikal war der Feminismus schon zu Beginn mit den Suffragetten.

Weiterhin sind auch Aussagen zum Patriarchat insgesamt kritisch zu hinterfragen:

Zu den übergeordneten Zielen des Maskulismus gehört, den Patriarchatsbegriff aus seiner negativen Konnotation zu lösen und auf seine historische Bedeutung hin zu untersuchen.

Nicht-Feministen hinterfragen den Begriff des Patriarchats insgesamt. Der Begriff wird gerne als Beleg für feministische Forderungen genutzt, begründet dargestellt wird er allerdings an keiner Stelle.

Einen wichtigen Satz ist ein Satz, den Frau Bauer-Jelinek in ihrem Resümee findet:

Diese Gleichstellungspolitik repräsentiert die heutige Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit (nicht „jedem das Seine“, sondern „allen das Gleiche“).

Auch hier begeht sie den Fehler, einen Begriff des Gendermainstreamings zu verwenden: Geschlechtergerechtigkeit. Geschlechtergerechtigkeit ist so etwas wie der Wolf im Schafspelz: Wir alle finden Gerechtigkeit gegenüber beiden oder allen 500.000 Geschlechtern wichtig. Perfide ist hier allerdings, dass der Begriff Geschlechtergerechtigkeit aber in Wirklichkeit Gendermainstreaming meint und damit Diskriminierungen eher schafft, denn sie zu beseitigen.

Der zitierte Satz von Frau Bauer-Jelinek zeigt aber deutlich, dass der Feminismus mit seinen Gleichstellungsbestrebungen ganz weit links anzusiedeln ist. Es soll allen dasselbe vom Kuchen gegeben werden, egal welche Leistung erbracht wird. Solche Gedanken sind radikal in der linken Ecke – soweit man noch von rechts und links sprechen kann – einzuordnen.

Man könnte nun die Nähe eines linken Maskulismus zum Feminismus näher bestimmen, aber das überlasse ich an dieser Stelle der Fantasie der Leser.

Ganz schlimm ist aber dann die folgende Aussage:

Die allgemeine Akzeptanz des Konstruktivismus als Begründung der Geschlechteridentitäten (Gender = Sozialisation statt Sexus = Biologie) sowie der quantitativen Gleichstellung ermöglichte neue gesellschaftliche Normen zur Rollenerweiterung…

Bitte? Allgemeine Akzeptanz des Konstruktivismus? Wenn es eine klare feministische Aussage gibt, dann ist es diese. Es gibt eine Welt da draußen, Frau Bauer-Jelinek, die zweifelt den Konstruktivismus an und lehnt ihn ab. Das ist sogar der größte Teil der Gesellschaft. Dieser Konstruktivismus hat nichts anderes als Diskriminierung gebracht. Bestrebungen hin zu einer Gleichberechtigung haben nichts mit einem Konstruktivismus zu tun.
Schließlich geht es Frau Bauer-Jelinek dann wieder um die Frau. Der Feminismus hat eben nicht nur Vorteile für die Frau gebracht. Wer aber so für eine Sache kämpft bzw. Bestrebungen ignoriert, muss sich nicht über die Auswirkungen wundern.
Ich bin allerdings der Meinung, dass der Blick zunächst auf den Mann gelenkt werden muss, um eine gleichberechtigtere Welt zu schaffen. Stillzeiten, Schwangerschaft usw. das sind Dinge, die der lesbisch-radikale Feminismus „beschädigt“ hat.
Frau Wizoreks Wortschatz würde jetzt ein: „Deal with it! Feminism fuckyeah!“ hergeben. Es geht auf einmal wieder um die Rechte der Frau. Das ist irgendwie klar.
Äußerungen zum Gender Pay Gap sind dann auch noch extrem ermüdend, weil die Lücke eigentlich schon an vielen Stellen widerlegt wurde.

Die derzeitige Politik bietet nur eindimensionale Lösungen an, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und die Unabhängigkeit von Frauen (bei Scheidungen, bei Pensionen etc.) zu ermöglichen

Ist es aber nicht viel mehr so, dass Männer von ihren Renten und Pensionen nicht mehr viel haben, weil sie früher versterben? Ist es aber nicht so, dass im Falle von Scheidungen Männer komplett menschlich und finanziell ruiniert werden? Sie oftmals ihren Kindern entfremdet werden?
Ist hier nicht der Ansatz schon wieder völlig falsch? Bei Scheidungen sind Männer und Frauen beteiligt. Warum sollte es der Gesellschaft erst gut gehen, wenn es nur der Frau gut geht?

Dieses Konzept der Gleichstellung stößt allerdings nicht auf die erwünschte Umsetzungsbereitschaft bei der Bevölkerung, weil viele Menschen erkennen, dass sie als Familie davon vor allem Nachteile zu erwarten haben

Wenn man etwas überlegt, stehen diese Aussagen entgegengesetzt zur Aussage, dass der Konstruktivismus allgemein akzeptiert sei.

Alles in allem müsste man sich mehr Zeit für die Studie nehmen, sie ist aber schon in den Ansätzen zu fehlerbehaftet als dass von ihr ein bemerkenswerter Impuls für die Gesellschaft ausgehen sollte.
Wir können also nicht in Jubelorgien anderer Webseiten einfallen. Zu feministisch geprägt erscheint diese Studie. Feminismus, Genderterrorismus und Gendermainstreaming sind abzulehnen.

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