Matthias‘ Woche –
nicht-feministische Links der KW 04/15

Jippiiieeeeeh, Zeit für die Kolumne!

Endlich kann man wieder das tun, wofür einen de Femis am liebsten wegsperren würden.
(vgl. z.B. EU will Feminismuskritik verbieten)

Alles fällt, wie üblich, unter “meiner Meinung nach”. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter. Hier sind also meine wichtigen Links der vierten Kalenderwoche. 😉

Erstmal ein sehr gutes Interview zu den Gefahren von Kinderkrippen und Fremdbetreuung:

http://www.erziehungstrends.net/Krippen-Betreuung-als-latent-destabilisierender-Faktor-zur-Entwicklung-einer-starken-Persoenlichkeit

Am brisantesten dürften daraus diese Zeilen sein – ihr Inhalt kommt in der öffentlichen Debatte am Fernsehen kaum bis gar nicht vor:

“So entwickelte – um mit der Bekanntesten zu beginnen – unter der Regie des renommierten National Institute of Child Health and Development (NICHD) eine Gruppe weltweit führender Spezialisten für frühkindliche Entwicklung Anfang der 1990er-Jahre ein ausgefeiltes Untersuchungsdesign, in dem nahezu alle Faktoren berücksichtigt wurden, die für die kindliche Entwicklung relevant sind. (1) Mehr als 1.300 Kinder, überwiegend aus weißen Mittelschichtfamilien, im Alter von einem Monat wurden in die Studie aufgenommen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren wurden dann die kognitive Entwicklung und das Verhalten der Kinder detailliert gemessen.

Besonders alarmierend war der Befund, dass Krippenbetreuung sich unabhängig von sämtlichen anderen Messfaktoren negativ auf die sozio-emotionalen Kompetenzen der Kinder auswirkt. Je mehr Zeit die Kinder kumulativ in einer Einrichtung verbrachten, desto stärker zeigten sie später dissoziales Verhalten wie Streiten, Kämpfen, Sachbeschädigungen, Prahlen, Lügen, Schikanieren, Gemeinheiten begehen, Grausamkeit, Ungehorsam oder häufiges Schreien, insgesamt alles recht aggressive Verhaltensweisen. Unter den ganztags betreuten Kindern zeigte ein Viertel im Alter von vier Jahren Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss. Später konnten bei den inzwischen 15 Jahre alten Jugendlichen signifikante Auffälligkeiten festgestellt werden, unter anderem Tabak- und Alkoholkonsum, Rauschgiftgebrauch, Diebstahl und Vandalismus.”

Wie es dazu kommt? Nun:

“Dank einer neuen Technik konnten Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten Ende der 1990-er Jahre bei Kleinkindern in ganztägiger Betreuung in zwei Daycare Centers erstmals das Tagesprofil des wichtigsten Stresshormons Cortisol bestimmen. Entgegen dem normalen Verlauf im Kreis der Familie – hoher Wert am Morgen und kontinuierlicher Abfall zum Abend hin – stieg die Ausschüttung des Stresshormons während der ganztägigen Betreuung im Verlauf des Tages an, ein untrügliches Zeichen einer erheblichen chronischen Stressbelastung.

Eine Meta-Analyse einer niederländischen Wissenschaftlerin, die neun ähnliche Folgestudien auswertete, bestätigte diese Ergebnisse. Somit muss als gesichert gelten, dass besorgniserregende Veränderungen des Cortisolprofils vor allem bei außerfamiliärer Betreuung von Kleinkindern auftreten, und das selbst bei qualitativ sehr guter Betreuung.

Die Cortisol-Tagesprofile, wie sie bei Kleinkindern in Kinderkrippen nachgewiesen wurden, lassen sich am ehesten mit den Stressreaktionen von Managern vergleichen, die im Beruf extremen Anforderungen ausgesetzt sind.”

Der Artikel bzw. das Interview ist in Gänze lesenswert! Zitationswürdig sind auch diese Zeilen:

“Trotz aller Hinweise von Kinderärzten, Psychotherapeuten, Pädagogen, Psychologen und vielen Erziehungsfachkräften zu den immensen Gefahren einer zu frühen Fremdbetreuung werden diese wissenschaftlichen Befunde beständig ignoriert. Statt dessen wird, unterstützt durch fragwürdige Auftrags-Untersuchungen, diese frühkindliche Eltern-Kind-Entfremdung auch noch als wertvolle Bildungs-Maßnahme verkauft. Basis dieser politischen Offensive ist eine parteienübergreifende Koalition aus radikalen Feministinnen, Wirtschafts-Lobbyisten und Gegnern der klassischen Familie.”

Mich wundert das übrigens alles nicht. Denn Menschen sind Säugetiere. Und die haben eine starke Mutter-Kind-Bindung, gerade am Anfang. Für ein Sägetierjunges ist ein Getrenntsein vom Muttertier in der Natur normalerweise ein Todesurteil. Tierkinder “wissen” das und geraten deshalb schnell in Panik, wenn sie glauben, ihre Mutter sei nicht mehr da. In der Evolution hat sich eben das Säugetierjunge durchgesetzt, das stark darauf achtet, nicht von der Mutter getrennt zu werden. Eine solche instinktive Verhaltenssteuerung haben allerdings auch zweibeinige Säugetierjunge…

Was ham wa noch? Ach so:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=24698

Anosonsten das Übliche:

Manndat:

http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner/offener-brief-den-wehrbeauftragten-des-deutschen-bundestages.html

http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13439

Agens:

http://agensev.de/content/frauenquote-tyrannei-einer-minderheit

Birgit Kelle bzw. via. ihren Newsletter:

http://www.kingfm.net/2015/01/birgit-kelle-maenner-das-neue-schwache-geschlecht/

http://www.welt.de/regionales/nrw/article136516174/Maenner-brauchen-endlich-Hilfe.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article136583600/Japan-will-das-Kinderkriegen-erzwingen.html

Schoppe:

http://man-tau.blogspot.de/2015/01/wo-lacherlichkeit-totet-auch-ein.html

Cuncti:

http://cuncti.net/haltbar/864-erstmals-klar-belegt-systematische-diskriminierung-von-maennern-an-universitaeten

Femokratie-Blog:

http://femokratie.com/feministischer-kollateralschaden-bei-kindern/01-2015/

http://femokratie.com/lehrerinnen-wollen-kaum-mint-faecher-unterrichten/01-2015/

http://femokratie.com/penis-und-vagina-im-schwedischen-kinder-tv/01-2015/

http://femokratie.com/geschlechterunterschiede-beim-renteneintritt/01-2015/

Nicht-Feminist:

http://nicht-feminist.de/2015/01/das-bundesforum-maenner-ist-feministisch/

Danisch:

http://www.danisch.de/blog/2015/01/17/die-politische-sauberung-der-hochschulen/#more-9851

http://www.danisch.de/blog/2015/01/20/verblodung-verblodung-verblodung/#more-9868

http://www.danisch.de/blog/2015/01/23/liebe-studenten-und-studerpel/

…und der Surftipp des Tages:

http://www.walter-hollstein.ch/

Auch sonst sag ich nur: Weiterverbreiten, wenn möglich auch “offline” (z.B. Weitersagen, Flugblätter)

http://frauengewalt.wordpress.com/ (Auch auf einer meiner beiden “supitollen” Listen zu finden. Extra-Verlinkung als besondere Empfehlung! Da sind die Studien drin, die zeigen, dass es in Sachen häuslicher Gewalt eine Pattsituation zwischen den Geschlechtern gibt.)

Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

Feministischer Hate Speech!

Normale “supitolle” Liste:

Matthias‘ Links!

http://femokratie.com/tatort-diese-vaeter-sind-zum-grauen/04-2014/comment-page-1/#comment-31698 (nicht meine Liste, aber nicht schlecht)

Zu guter Letzt: Meine Reihe “Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern”

(Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html), heute: Das Reh (Capreolus capreolus)

Schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf den Sommer, denn dann haben die erst ihre Brunftzeit. In dem Video lassen sich “böse” Geschlechtsunterschiede im Bewaffnetsein (Geweih) und im Verhalten (Wer ist hinter wem her?) sehen, und dabei noch die böööööse “zweigenderung”, die hier nicht “gesellschaftlich konstruiert” sein kann. Hähä – das wird die Gendersens ärgern. Denn die träumen von einer Welt, in der Grundschulkindern die Homo-Ehe und Regenbogenfamilie fächerübergreifend und mit Riesenaufwand als “Normalität” verkauft wird, ebenso Vaginalkugeln, Darkroom usw. – aber in der Tierfilmszenen und Hinweise auf die Brunft von Hirschen oder auch Rehen zensiert werden, und in der im Biologieunterricht am besten noch erklärt wird, es gebe deutlich mehr als nur zwei Geschlechter.

Special Biolehrer & Didaktiker, letzter Teil:

Den Schlussakkord dieser Reihe möchte ich mit den weisen Worten von Meister Roslin (Weiß eigentlich einer, wo der abgeblieben ist? Hinterher haben den de Femis wirklich über der Nordsee aus dem Helicopter geschmissen…) eröffnen:

“Als Gutmenschen bezeichne ich also Menschen, die meiner Ansicht nach unter dem Vorwand uneigennützig zu sein, Gerechtigkeit anzustreben etc. vor allem ihrem eigenen Egoismus dienen, sei es in Form von materiellem Gewinn, sei es in Form von Statusgewinn, ein Statusgewinn, den er einstreicht, aber oft andere dafür zahlen lässt.

Zum Beispiel Menschen, die Beurteilungskriterien abschaffen wollen, bei deren Gültigkeit sie schlecht abschneiden, angeblich um der Gerechtigkeit zu dienen, nur um gleichzeitig für die Einführung neuer Beurteilungskriterien einzutreten, bei deren Gültigkeit sie selbst gut und andere schlecht abschneiden.

Solche Menschen kleiden ihren Egoismus in das edle Gewand der gutherzigen Uneigennützigkeit und streben doch in erster Linie nach ihrem eigenen Vorteil als Profiteure dessen, was sie Gerechtigkeit nennen, sie streben nach Macht, Einfluss, Posten und Pöstchen, bezahlen nicht selbst für das, was sie fordern, sondern lassen andere dafür bezahlen, handeln nicht weniger egoistisch als der gewinnstrebende Kapitalist, der dafür aber wenigstens als Egoist gilt.”

Was haben diese Worte nun mit der Lehrerausbildung und didaktischen Instituten zu tun? Roslin hat sie immerhin in einem anderen Zusammenhang verwendet. Nun: Mir ist schon klar, dass die Tatsache, dass das Lehramtsstudium anders als das Diplomstudium ist, auch praktische und teils vielleicht sogar vernünftige Gründe hat. Dass Lehrer zwei Fächer anstatt einem studieren, macht sie flexibler einsetzbar. Dass Lehrer außer diesen beiden Fächern noch andere Inhalte in Studium und anschließender Ausbildung (Referendariat) haben, KANN auch teils vernünftige Gründe haben.

Aber eben nur teils. Warum auch immer das Lehramtsstudium und die Lehrerausbildung von der Grundidee her erfunden und gestaltet wurden, einen wichtigen Effekt hat sie, unabhängig davon, ob sie aus diesem Grunde erfunden wurde oder nicht: Sie dient Lehrern als Protektionismus.

Denn nehmen wir nur einmal an, dass sich nicht nur Menschen mit originärem Lehramtsabschluss, sondern auch Leute mit anderen Abschlüssen wie z.B. Leute, die ein klassisches Schulfach auf Diplom, Magister oder Master studiert haben, genauso gut als Lehrer bewerben könnten, und dabei die gleichen Einstellungs- und Beförderungschancen hätten, die gleichen Chance auf eine Verbeamtung, und das zugleich das einzige Einstellungskriterium die rein fachwissenschaftliche Qualität wäre. Was wäre dann? Nun, dann hätten Leute mit originalem Lehramtsabschluss in vielen Fächern wie z.B. Biologie keine Chance mehr.

Ich erinnere mich an eine Statistik, in der davon die Rede war, dass es unter den Biologie-Lehrern etwa viermal so viele Bewerber wie offene Stellen gab oder von der Größenordnung her gibt. Was würde denen eigentlich, wenn man mal ihr zweites Fach außer acht lässt, passieren, wenn sie mit Massen von Diplom-Biologen (von denen es viel mehr gibt und die eine relativ hohe Arbeitslosenquote haben) um dieselben Lehrerstellen konkurrieren würden? Und wenn dabei das einzige Einstellungskriterium die rein fachliche Qualifikation wäre?

Richtig geraten, sie hätten praktisch keine Chance mehr. Wer oftmals noch nicht mal weiß, was Kationen und Anionen sind oder abstreitet, dass normalerweise das männliche Geschlecht der schärferen sexuellen Selektion unterliegt, kommt nicht gegen richtige Fachleute an. Also muss überbetont werden, wie unwichtig das Fachliche ist und wie wichtig Pädagogik, Soziologie, Psychologie, das hehre Philosophikum oder das Referendariat sind. Natürlich haben all diese Ausbildungsinhalte eine Daseinsberechtigung, gerade im Hinblick auf das Unterrichten jüngerer Kinder. Allerdings sind sie ideologisch derart durchtränkt, dass ich nicht davon ausgehen kann, dass all das sinnvoll und notwendig ist. Am ehesten brauchbar ist das vor allem für fachliche Flaschen, die sich vor der Konkurrenz mit echten Fachleuten zurecht fürchten, besonders dann, wenn Schulen aufgrund des Chemie- und Physiklehrermangels schon mal Diplom-Biologen nehmen, um sie z.B. Chemie unterrichten zu lassen – dabei soll es wohl reinen Biollehrern gerade dann unwohl werden, wenn sie selbst kaum oder keine Physik und Chemie auf der uni hatten und sich an solche Fächer auch nicht herantrauen.

Ich bin nicht einmal der Meinung, dass all diese Inhalte der Lehrerausbildung abgeschafft werden sollten. Eine Entideologisierung würde reichen. Teilweise muss eine lehramtsspezifische Ausbildung auch sein. Wenn sie aber dazu intrumentalisiert wird, um gute Fachleute vom Schuldienst fernzuhalten, und um sich selbst dort Jobs und Aufsteigschancen zu sichern, dann wird es langsam kriminell. Heutzutage können Biolehrer der Marke “Tut mir leid, ich kann euch das nicht erklären, ich kann keine Chemie!” (Wie mir auf der Uni erzählt wurde, hat das wirklich mal eine zu ihren Schülern gesagt! Beim Thema Photosythese.) im Schuldienst wunderbar Karriere machen, weil das Fachwissenschaftliche genauso wenig zählt wie der ach so böse “fachorientierte” Unterricht. “Kompetenzen” muss es heißen, dann läuft die Karriere. Dann bekommt der Stümper unter den z.B. Biolehrern nicht nur einen Job, sondern wird u.U. auch Fachleiter mit A 15-Gehalt und kann dann selbst Referendare ausbilden, die er kurzerhand durchfallen lassen kann, wenn sie vor ihm nicht unterwürfig genug sind. Wehe jedem Diplom-Biologen, der gerade ein Referendariat macht und sowas zum Chefausbilder hat. Ich selbst habe diese Erfahrung nicht gemacht, ich habe sie mir nach gewissen Erfahrungen erspart. Ich kenne einen Dipl.-Biol., der so ein Referendariat hinter sich gebracht hat – und zwar als promovierter Biologe, der nicht Quereinsteiger war, sondern regulär noch ein zweites Fach auf Lehramt studiert hatte mit all den Pädagogik- und anderen -inhalten. Er sagte, es sei die “schlimmste Zeit seines Lebens” gewesen. Aber so sind offenbar auch gut situierte, auf Lebenszeit verbeamtete Biologie-Lehrer, die das eigentlich gar nicht mehr nötig haben sollten: Sie führen aufgrund ihre Hierarchietierinstinkte und/oder aufgrund von Narzissmus von hoher Warte aus einen Klassenkampf gegen Menschen, die mehr als doppelt so viel Biologie studiert haben, dazu noch promoviert sind und beruflich meist viel weniger Chancen haben als sie selbst.

Wenn wir die waren Probleme im Bildungsbereich lösen wollen, müssen wir den ganzen Bereich entideologisieren und demokratisieren. Wenn man alles aussperrt, was keine originäre Lehrerausbildung hat, dann kommt dort kein frischer Wind rein, keine Veränderung, weniger gute Argumente – und es gibt keine soziale Kontrolle von außen, der Bereich schottet sich immer mehr ab. Und es werden dabei vorwiegend die Leute Lehrer, die die Schule als Schüler bereits gut fanden, die anderen nicht. Diplom-Biologen haben wie Ärzte und andere Biowissenschaftler keinen Einfluss auf den Biologieunterricht und werden leider auch nie dazu befragt, denn die fachlich weit geringer qualifizierten Biolehrer wollen keinen Nanometer an Macht und Deutungshoheit verlieren. Dabei darf Schule kein Selbstzweck sein, sondern soll auf das Leben vorbereiten, und diesbezüglich können meines Erachtens echte Biologen wie auch Ärzte besser mitreden. Der Biologieunterricht ist ja kein Selbstzweck und dient nicht nur dazu, dass einige von denen, die ihn hatten, selbst wieder Biolehrer werden. Meinungen aus anderen Biobranchen bezüglich der Schulbiologie müssen wenigsten mal gehört werden, das werden sie nämlich kaum.

Vor dem Hintergrund dieser undemokratischen und ideologischen Verhältnisse ist die Jungenkrise kein Wunder. So weit kommt es dort, wo zu viele Ideologen an der Macht sind, Andersdenkende nichts zu sagen wagen, weil die Hierarchien zu steil sind und wo anders ausgebildete weitgehend ausgesperrt werden.

In zwei Hinsichten muss ich Biolehrer noch in Schutz nehmen: Es gibt auch nette, seriöse unter ihnen, die in dem Bereich allerdings meist nicht den Ton angeben. Es gibt fachlich ganz gute, die haben dann meist Chemie als zweites Fach. Die älteren sind meist die vernüftigeren, und die, die noch am meisten Ahnung haben, weil bei denen die Bildungsinflation nicht oder nicht so stark zu Buche schlägt. Ich will sie nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt dann aber auch die, die VOR SCHÜLERN die Richtigkeit der Darwin’schen Evolutionstheorie leugnen und lieber die Schöpfungslehre der Bibel predigen – alles kein Witz. Und zum Beispiel die können im Schulbereich nicht nur einen Job, sondern auch gute Aufstiegschancen haben, denn das Fachliche zählt da nicht viel. Inwiefern muss ich Biolehrer noch in Schutz nehmen? Insofern, als sie nichts für die schlechte Qualität ihres Lehramtsstudiums können.

Im Bio-Lehramtsstudium, wie ich es kenne, haben vor allem Zoologie und Botanik mitsamt Bestimmungskursen ein hohes Gewicht – also genau das, was an der Schule kaum noch eine Rolle spielt. Moderne Biologie, sei es die molekularbiologischen Fächer oder auch modernere Formen der organismischen Biologie wie Ökologie oder Verhaltensbiologie, oder auch Evolutionsbiologie, spielen im Bio-Lehramtsstudium eine ziemlich geringe Rolle, obwohl sie auf der Schule eine große spielen. Im Diplomstudium bzw. Bachlor/Master spielen sie dagegen eine große Rolle. Was auch weitaus eher im Diplom- bzw. Bachelor/Master-Studium vorkommt, ist das Auswerten von Forschungsergebnissen, das Interpretieren von Statistiken, von Kurvenverläufen usw. – also von alledem, was in Oberstufenkursen und dazugehörigen Klausuren immer so eine große Rolle spielt. Genau das haben richtige Biologen viel mehr gehabt, Biolehrer teils kaum bis gar nicht, je nachdem, um was es geht. Klar, dass solche Leute die Wichtigkeit des nichtfachwissenschaftlichen Teils der Lehrerausbildung leicht überbetonen. Denn was wären sie ohne?

Auch, dass Biolehrer meist kaum oder keine Mathematik, Physik und Chemie hatten, sondern stattdessen Pädagogik, Soziologie, Psychologie u.ä. muss sie nicht im Hinblick auf jeden Einsatzzweck wie z.B. den Bio-LK in der Oberstufe zur besseren Lehrkraft machen. Die Biologie ist halt sehr umfangreich, allein schon in der Anzahl ihrer Teildisziplinen, und passt daher selbst in ein Diplom-Studium kaum komplett rein. In ein Lehramtsstudium passt sie erstrecht nicht rein, und wenn, müsste sie dafür auf wesentlich professionellere Art “abgespeckt” werden, und nicht dadurch, dass man einfach die für die Schule wichtigsten Inhalte ersatzlos streicht oder nur auf Sparflamme durchnimmt wie es z.B. mit Evolutionsbiologie, Ökologie oder selbst Genetik gemacht wird – zumindest meiner Erfahrung nach, auf der Uni, wo ich war und vor etwa 10 jahren, aber vermutlich heute noch, auch woanders. Im Diplomstudium war auch nicht alles gut gemacht, aber solche Missstände vergrößern im Lehramt beträchtlich, da es dort nicht umfangreich genug drankommt und ein zweites Fach stark ablenkend wirken kann.

Ich habe nichts pauschal gegen Biolehrer, es gibt solche und solche. Aber diese Verhältnisse sind nicht hinnehmbar, und es ist mindestens einmal schwer verdaulich, dass man eigentlich jedem, der Biologie studieren will, raten muss: “Wenn Du damit Geld verdienen und finanzielle Sicherheit haben willst, dann studier das auf Lehramt, duck Dich immer schön vor Deinen Vorgesetzten und trage deren Ideologien mit. Und werde fachlich nicht gut, denn das ist beim Karrieremachen eher kontraproduktiv. Predige denen lieber dann die Gender-Ideologie und alles, was Heinz-Jürgen Voss so von sich gibt…”

Unabhängig von diesem Protektionismus-Effekt, den die Lehrerausbildung für Biolehrer hat, kann sie zwar auch gute und brauchbare Effekte haben, aber sie ist meines Erachtens so ideologisch, dass sie auch viel Schaden anrichtet. Ich selbst kann über vieles, was ich als Schüler, hinterher auf der Uni und gerade mit Biologiedidaktikern erlebt habe, nur noch mit dem Kopf schütteln. Unsere wahren Probleme (z.B. Jungenkrise, Mobbing unter Schülern, Bildungsinflation usw.) im Bildungsbereich werden die eher nicht lösen.

Die Reihe Biolehrer & Didaktiker ist hiermit abgeschlossen. Ich werde sie irgendwann mal, und sei es in einem Jahr, nochmal am Stück veröffentlichen, in überarbeiteter Form.

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