Matthias’ Woche –
Links der KW 38

Jippiiieeeeeh, Zeit für die Kolumne!
Endlich wieder den Femis die Wacht ansagen, solange es noch legal ist.
(vgl. z.B. http://www.blu-news.org/2013/09/26/eu-will-feminismus-kritik-verbieten/

Alles fällt, wie üblich, unter “meiner Meinung nach”. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

Das Letzte zuerst, ich muss mich abreagieren:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hodenkrebs-frueherkennung-krankenkassen-lehnen-kosten-ab-a-992446.html

vgl. dazu auch: http://genderama.blogspot.de/2014/09/lesermail-fruherkennung-bei-hodenkrebs.html

Da meint man wirklich, man liest nicht ganz richtig. Was hat die da eben geschrieben?

Das:
“Seit die allgemeine Wehrpflicht und damit die flächendeckende Musterung abgeschafft wurden, klafft zwischen der letzten Vorsorgeuntersuchung für 12- bis 14-Jährige und der gesetzlichen Krebsfrüherkennung für Männer ab 45 eine große Lücke.”

Ja, wirklich, sowas schreibt die einfach. Man(n) meint, man liest nicht ganz richtig.

Wie kommt die eigentlich darauf? Also darauf, dass bei 12-14jährigen eine Vorsorgeuntersuchung bezüglich Hodenkrebs stattfindet? Und was hätte eine solche Vorsorgeuntersuchung bitte mit der Wehrpflicht und der Musterung zu tun?

Man wird doch nicht mit 12-14 Jahren gemustert!

Und überhaupt: Seit wann stellt die Musterung, die wesentlich später kommt, denn eine Hodenkrebs-Vorsorgeuntersuchung dar?

Ich selbst habe bei meiner Musterung zwar Husten müssen, während Frau Doktor mir die Bauchdecke in unmittelbarer Nähe meiner Familienjuwelen abtstastete, aber da ging es um die Frage, ob ich einen Leistenbruch habe, nicht um meine Hoden.

Letztere hat sie nur ganz kurz von unten angefasst, ohne sie abzutasten, und hat dann nur bemerkt, dass sie vorhanden sind und alles “unauffällig” sei.

Aber was hat das bitte mit einer Hodenkrebs-Vorsorgeuntersuchung zu tun? Letztere besteht in ausführlichem Abtasten, einer Ultraschalluntersuchung und einer Blutuntersuchung auf Tumormarkerproteine. Bei welcher Musterung werden die guten Eierchen denn bitte so gut durchleuchtet? Vermutlich bei keiner einzigen auf der ganzen Welt – würde mich echt wundern, wenn doch.

Der Rest des Artikels geht ja in eine gute Richtung. Aber die Musterung als Krebnsvorsorgeuntersuchung zu verstehen, das ist wirklich unerträglich.

So, nun ein anderes Thema:

https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/

Die Bevölkerungspyramide hatte ich letzten Samstag als Teil einer Antwort verlinkt, jetzt noch einmal für alle. Man beachte: Es kommen bei den Lebendgeburten etwa 105 bis 106 Jungs auf 100 Mädels. In den für den Partnermarkt relevanten Altersklassen gibt es also mehr Männer als Frauen. Der gesamte Frauenüberschuss geht, wie man hier gut sehen kann, auf Frauen zurück, denen seit etwa 50-60 Jahren kein Mann mehr hinterhergepfiffen hat, und denen heute allenfalls mal einer über die Straße hilft. Es ist kaum zu glauben, wie viele Menschen von einem Frauenüberschuss auf dem Partnermarkt ausgehen, nur weil es insgesamt einen Frauenüberschuss gibt.

Man beachte hier auch: Bei den meisten Paaren ist der Mann älter als die Frau, im Schnitt etwas drei Jahre. Die 105 bis 106 Männer eines Jahrgangs konkurrieren also weitgehend nicht um die 100 Frauen desselben Jahrgangs, sondern um jüngere. Wenn aber nur – was ja der Fall ist – die Gesellschaft (auch feminismusbedingt) schrumpft, befinden sich in den altersmäßig passenden Jahrgängen unter dem jeweiligen Männerjahrgang gar nicht jeweils 100 Frauen, sondern weniger als 100 Frauen.

Unabhängig davon besteht die eigentliche Konkurrenz des männlichen Geschlechts ums weibliche darin, dass die Männer eine höhere Varianz im Erfolg bei den Frauen aufweisen, d. h. eine höhere Varianz in der Anzahl der Partner haben.

So, nun wieder zum üblichen:

Agens:

http://agensev.de/content/3-m%C3%A4nnerkongress-2014

Frau 2000plus:

http://frau2000plus.net/danke-dass-es-euch-gibt/

Monika Ebeling:

http://blog.monika-ebeling.de/wp-content/uploads/2014/09/Miss-braucht-Missbrauch-M.-Ebeling-COMPACT-Artikel-09-2014-2.pdf

Man-tau:

http://man-tau.blogspot.de/2014/09/am-grabbeltisch-der-politik.html

http://man-tau.blogspot.de/2014/09/wozu-ist-mannerhass-eigentlich-gut-teil.html

Cuncti bzw. Danisch:

(Anmerkung der Redaktion: Es heißt DaniSCH – mit SCH nicht nur mit SH)

http://cuncti.net/streitbar/803-der-feministische-selbst-betrug-der-spd

BASTA-Kampagne:

http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/usa-anwalt-will-gegen-einseitige.html

http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/osterreich-gleiche-rechte-fur-frauen.html

Kuckucksvater:

http://kuckucksvater.wordpress.com/2014/09/26/ist-auch-das-zweitjungste-kind-ein-kuckuckskind-von-sammy-anders/#more-10764

Nicht-Feminist:

http://nicht-feminist.de/2014/09/genderwahn-und-queer-endlich-in-der-theologie-angekommen/

http://nicht-feminist.de/2014/09/link-wutrede-auf-einmal-ist-mann-konservativ/

http://nicht-feminist.de/2014/09/es-ist-maennerkongress-und-nichts-passiert/

Zum Männerkongress vgl. auch: http://www.genderama.blogspot.de/2014/09/gastbeitrag-so-war-der-3-mannerkongress.html

…und der Surftipp des Tages:

http://neuesausdemgenderuniversum.wordpress.com/

 

http://frauengewalt.wordpress.com/ (Auch auf einer meiner beiden “supitollen” Listen zu finden. Extra-Verlinkung als besondere Empfehlung! Da sind die Studien drin, die zeigen, dass es in Sachen häuslicher Gewalt eine Pattsituation zwischen den Geschlechtern gibt.)

Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

http://allesevolution.wordpress.com/2014/02/22/selbermach-samstag-lxxiii/#comment-112353

Normale “supitolle” Liste:

http://allesevolution.wordpress.com/2014/04/19/selbermach-samstag-lxxxi/#comment-118618

http://femokratie.com/tatort-diese-vaeter-sind-zum-grauen/04-2014/comment-page-1/#comment-31698 (nicht meine Liste, aber nicht schlecht)

Zu guter Letzt:

Meine Reihe “Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern”

(Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html), heute: Schwarzspitzenriffhai

Selbermach-Samstag-Special V: Biolehrer & Didaktiker

In vielen Diskussionen in typischen Didaktik-Lehrveranstaltungen ging es jedenfalls auch um die Evolutionstheorie. Viele Lehrämtler konnten sich dort nicht damit zufrieden geben, dass die Evolutionstheorie einfach keine Aussage über Gott macht bzw. dass sie nur die Schöpfungsgeschichte der Bibel widerlegt, wenn man diese wörtlich nimmt. Viele Äußerungen angehender Biolehrer gingen in die Richtung “Ich kann mir nicht vorstellen, dass alles ganz ohne einen Schöpfer entstanden ist.” Einer – er studierte Bio & Religion – antwortete mir, als ich gesagt hatte, Darwin hätte nur die Schöpfungsgeschichte der Bibel widerlegt und mehr nicht, und dass die Bibel doch auch etwas sein könnte, was Menschen gemacht haben, dass die Bibel doch “Gottes Wort” sei. Ein tolles Argument in einer biologischen Lehrveranstaltung.

Im selben Halbjahr wurde von uns Sachen verlangt, wo man als Diplomstudent mit hoffnungslos unterfordert war. Vieles davon ist wirklich nur noch unbrauchbarer Müll, wegen dem man eigentlich die freiheit haben müsste, erst gar nicht zu kommen – denn man lernt schlichtweg nichts dabei, wirklich nichts. Man verplämpert nur seine Zeit, aber den Schein braucht man ja schließlich. Beeindruckend auch die Rendundanz in der Didaktik, das habe ich so in den Fachwissenschaften nicht erlebt.

Jedenfalls stand dann eine umfangreichere Lehrveranstaltung an von 15 Semesterwochenstunden. Eine, die nur im Diplomstudium drankommt, und auf die Diplomarbeit vorbereiten sollte – “Projektpraktikum” genannt. Diese musste man machen, aber nur in einem der drei Schwerpunkte, auf die man sich im Hauptstudium spezialisierte. Weil ich damals nur innerhalb derjenigen Didaktik-Veranstaltungen, die von Biolehrern für angehende Biolehrer gemacht wurden, schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wählte ich die Biologiedidaktik. Immerhin war ich vorher in der einzigen forschungsorientierten Lehrveranstaltung nur für Diplomstunten sehr gut betreut worden, und konnte mir gut vorstellen, auch in der Biologiedidaktik eine Diplomarbeit zu schreiben. Jedenfalls war der Prof., mit dem ich übrigens die ganze Zeit keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte, einverstanden, deligierte einen Teil der Betreuung an eine Dozentin, die ich noch nicht kannte. Eine gerade erst promovierte Diplom-Biologin, promoviert in der Didaktik. Auch sie bildete, obwohl selbst nicht Biolehrerin, angehende Biolehrer aus. Man sollte also meinen, dass auch sie ein Profi im Umgang mit Lernenden der Biologie ist.

An sie sollte ich mich wenden. Das erste Vorgespräch war kein Problem. Es fand ein Semester vor Anfang des Projektpraktikums statt. Da ich eine wichtige Angelegenheit wie ein Projektpraktikum lieber sorgfältig und in Ruhe angehe und da ich schon damit rechnete, wieder einmal mit Literatur zugemüllt zu werden, die ich dann ganz schnell hätte lesen müssen, erkundigte ich mich kurz nach diesem ersten Gespräch per E-Mail, was ich für diese Lehrveranstaltung schon mal lesen könnte, welche Literatur dafür relevant ist.

Sie schrieb zurück und empfahl mir ein bestimmtes Lehrbuch. Ich dackelte daraufhin treu-brav in den Buchhandel, um es zu kaufen. Es wurde nicht mehr aufgelegt. Ich dackelte in die Universitätsbibiothek, um es zu leien. Ich begann es zu lesen. Doch einige Zeit später kam von dieser Dozentin wieder einmal eine Mail. Und zwar eine, die so klang, als hätte sie mir die letzte E-Mail mit der Buch-Empfehlung gar nicht geschrieben oder wüsste nichts mehr davon. Nun war es ein ganz anderes Buch, was sie mir empfahl. “Oh Scheiße”, dachte ich, “das fängt ja gut an”. Als Student will man eigentlich, dass man sich auf die Aussagen der Dozenten verlassen kann und die Literatur nicht plötzlich geändert wird, die man lesen soll, nachdem man mit dem Lesen bereits angefangen hat und schon einiges in die erstgenannte Literatur an Zeit und Mühe investiert hat. Auf diesbezügliche Aussagen zur relevanten Literatur von Fachwissenschaftlern habe ich mich übrigens immer verlassen können. Als dann jedenfalls das nächste Semester begann und ich mich zu dieser Dozentin begab, drückte sie mir was in die Hand? Einen schweren Aktenordner voll mit Literatur. Und zwar mit wissenschaftlichen Studien, von denen bisher noch gar nicht die Rede war. Den sollte ich mir kopieren und lesen. Von der bisher empfohlenen Literatur war gar keine Rede mehr.

Es ist wirklich kaum zu glauben: Ein Student erkundigt sich Monate vorher, welche Literatur für diese Veransatltung relevant ist, hat sich bislang auf solche Angaben immer verlassen können, und kriegt die eigentliche Literatur nicht genannt, sondern erst andere, und dann noch andere. Von wem? Von einer Biologiedidaktikerin. Aber nicht umsonst habe ich immer mehr den Eindruck bekommen, dass Didaktiker den Lernenden mehr Probleme bereiten, als sie mit ihren Konzepten lösen.

Lesen Sie nächsten Samstag in Teil VI, wie der “Krieg” weiterging. Ab dann war es nämlich einer bzw. hätte ein ernsthafter werden können, weil ich völlig unverschuldet unter Druck geriet.

Tags:
    %d Bloggern gefällt das: