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Besser spät als nie:
„Die Emanzipation ist durch“

 

Der Artikel „Die Emanzipation ist durch“ von Milosz Matuschek ist zwar schon vom , wir kommen aber leider erst jetzt dazu,  uns ihm ausführlicher zu widmen. Der Artikel ist eine Ausnahmeerscheinung in unserer staatsfeminismus-geprägten Medienlandschaft.

Schon am Anfang widmet sich M. Matuschek einem Phänomen, das im Feminismus gehegt und gepflegt wird: Die Nutzung von Vokabeln, ohne sie nachvollziehbar mit Inhalt zu füllen. Es geht oft um Geschlechtergerechtigkeit, Gleichstellung, Sexismus und viele andere Dinge mehr.
Was aber bedeuten diese Begriffe letztendlich?
Wie werden sie benutzt?
Um einer genauen Definition aus dem Weg gehen zu müssen, bedienen sich Feministinnen gerne der Definitionsmacht. (Die zunächst auf sexuelle Gewalt beschränkte Definitionsmacht wird gerne auf alle Bereiche ausgedehnt.)

Der Autor des Artikels fragt sich zunächst, was die Worthülse „geschlechterdemokratische Kompetenz“ bedeutet. Er und wir werden es nie erfahren. Die Wikipedia klärt uns zumindest, wie immer völlig ideologiefrei, darüber auf, das der Begriff Geschlechterdemokratie aus den Genderstudies kommt.

In der „aufklärerischen“ Wikipedia heißt es:

Er bezeichnet die Absicht, demokratische Verhältnisse zwischen Frauen und Männern in der Gesellschaft als Ganzer wie auch konkret in Unternehmen und Organisationen herzustellen. Um dies zu erreichen werden u.a. Gendertrainings durchgeführt, die das Bewusstsein für Ungleichheiten schärfen und Wege zur Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse aufzeigen sollen. Der Begriff Geschlechterdemokratie wurde u.a. von der Berliner Soziologin Halina Bendkowski entwickelt und geprägt.

Weiter aus der Wikipedia:

Halina Bendkowski (* 28. Juli 1949 in Gliwice, Polen) ist eine deutsche Publizistin, Politikerin und Aktivistin des Feminismus und der Lesbenbewegung.

Beschäftigt man sich einmal mit der Definition zur Geschlechterdemokratie in der Wikipedia, zeigen sich mehrere Dinge:

  • Gendertrainings zeigen auf, dass es darum geht, die Ideologie des Feminismus und der gender studies durch „Trainings“ zu erzeugen. Ein böser Bube würde von Gehirnwäsche sprechen.
  • Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse: Hier wird ganz klar deutlich, dass der Begriff aus dem Feminismus kommt und ideologiemotiviert ist. Es wird die gesetzlich gegebene Gleichberechtigung der Geschlechter bezweifelt: Feminismus. Der böse Bube wirft wiederum ein, dass er eine Überberechtigung der Frau gegenüber dem Mann sieht. Wir nehmen ihn zur Kenntnis und nicken zustimmend.
  • Berlin und Soziologin: Spätestens hier müssten die Alarmglocken anspringen. Berlin ist nicht gerade als Hort von Initiativen zur Gleichberechtigung der Geschlechter bekannt. Bei den Begriffen Soziologie und Berlin dürften sich vielen der Magen umdrehen. Die beiden Begriffe lassen vermuten, dass sich hinter Halina Bendkowski eine Feministin verbirgt.

Wir haben ja schon nachgeschaut, ob Halina Bendkowski eine Feministin ist. Sie ist es. Eine lesbische Feministin ist sie dazu. Ich glaube NICHT-Feminist hat kürzlich schon Zusammenhänge zwischen dem Feminismus und der lesbischen Homosexualität aufgezeigt.  Auch hier sind diese Zusammenhänge wieder offensichtlich.

Gut, wir werden also genauso wenig wie der Autor erfahren, worum es sich bei geschlechterdemokratische Kompetenz handelt. Das aber genau ist der Trick, mit dem der Feminismus gerne arbeitet: Er benutzt schwammige aber wohlklingende, scheinbar wissenschaftliche Begriffe, um sich eine gewisse Kompetenz und Basis selbst zu verleihen.

M. Matuschek verbleibt nur, Mutmaßungen bezüglich des Begriffes anzustellen:

Meine Vermutung: „geschlechterdemokratisch kompetent“ ist jemand, der die Überzeugung teilt, dass Frauen in unserer Gesellschaft systematisch benachteiligt werden. Eine Kompetenz im Sinne einer Fertigkeit ist das zwar nicht, vielmehr eine Weltanschauung im Mantel der politischen Korrektheit.

Wie viel Wahrheit man doch in einen Nebensatz legen kann: „Weltanschauung im Mantel der politischen Korrektheit“ – sagt ja nichts anderes aus, dass es sich bei dem Begriff um den Teil einer Ideologie handelt. Feminismus ist eine Ideologie, die nahezu ohne konkrete Definitionen auskommt. Feminismus ist eine Ideologie, die schon ein mancher als eine gefährliche eingestuft hat.

Was aber nun das Geschickte dieses Begriffes ist: Zweifelt man an der Behauptung, dass Frauen in unserer Gesellschaft systematisch benachteiligt werden, ist man weder demokratisch noch kompetent. Das hat der Feminismus wieder einmal geschickt eingefädelt: Folgt man den Ansichten des Feminismus nicht, ist man inkompetent und undemokratisch. Ich sehe die Feministinnen schon die Nazikeule suchen.

Der Autor kommt dann auch noch auf den s. g. Staatsfeminismus zu sprechen:

Das stört aber nicht, denn auch mit Demokratie hat das Ganze nichts zu tun, da der Opferstatus der Frau heute inzwischen ganz offiziell von oben diktiert wird. Der Feminismus ist die einzige Ideologie, die sich auch der Staat zueigen gemacht hat, mit eigenen Ämtern (Frauenbeauftragte), Lehrstühlen für „Gender Studies“ und gesetzlichen Quotenüberlegungen.

Wir fragen uns gerade, wie ein solcher Artikel voller Wahrheit überhaupt noch möglich war. Sämtliche Medien sind durch die getroffenen Feststellungen durchzogen. Es existiert kaum ein Presseorgan, dass sich dieser diktierten Ideologie nicht unterwirft. Mit Demokratie hat das alles tatsächlich nichts mehr  zu tun, weil uns staatlich Dinge aufgezwungen werden, die uns einige Wenige diktieren. Der böse Bube wirft wiederum ein, dass es auch völlig absurd sei, an demokratische Züge im Feminismus zu glauben. Der Begriff „Demokratie“ würde ja auch nur als feministischer Kampfbegriff gegen den Feind benutzt, um ihn als inkompetent und nicht demokratisch darzustellen.

Anschließend deckt M. M. nebenbei noch eine grundlegende Methode des Feminismus auf, die Verzerrung der Realität als Argumentation für die Durchsetzung der eigenen Ideologie:

Aus einer statistischen Größe (Frauen in Führungspositionen, Lohnunterschiede) wird verlässlich monokausal auf einen Unterdrückungstatbestand geschlossen. Geschlechterdemokratische Interpretationskompetenz zeichnet eben aus, Informationen in die Umlaufbahn des eigenen Denkbilds zu ziehen und dort überzeugungsgetreu einfärben zu können.

Was der Nicht-Feminist seit Ewigkeiten erkannt hat, ist der Feministin fremd oder aber sie verweigert sich dieser Erkenntnis aus Bösartigkeit. Zustände lassen nicht auf die Gründe für diese Zustände schließen. Dass es weniger Frauen in Führungspositionen gibt, liegt ganz einfach daran, dass viele Frauen die dafür in Frage kommenden Berufe gar nicht erst ergreifen usw. Das sind Dinge, die schon 1000 Mal wiedergekäut wurden. Leider müssen sie so lange wiedergekäut werden, wie das Märchen vom gender pay gap wiedergekäut wird.

Es gehört ebenfalls zur feministischen Taktik, alles so lange zu wiederholen, bis der Durchschnittsbürger an die Wahrheit des Gesagten glaubt. Da spielen dann Fakten keine Rolle mehr. Fakten sind feministisch gesehen irrelevant.

Mittlerweile fällt es auch immer mehr auf, dass der Feminismus irgendwie immer von einer Geschlechtergerechtigkeit zu einer Überlegenheit der Frau gelangt.

Dessen Konstruktionsfehler ist das Leitbild der unterdrückten, dabei dem Mann in allen Belangen überlegenen Super-Frau. In den wilden Anfangszeiten der Frauenbewegung mag dies noch verzeihlich gewesen sein. Heute wirkt es konstruiert.

Der böse Bube nuschelt gerade etwas davon, dass man Überlegenheitsgedanken auch schon in der Vergangenheit finden könne usw. Wir blicken ein wenig verwundert auf, weil wir ja den Feminismus immer für eine Ideologie der Menschenrechte gehalten haben und ein solcher Gedanken eben genau diesem widerspricht. Eine endgültige Beurteilung des Feminismus wird uns wohl ein späterer Blick auf die Vergangenheit bringen, wenn es schon lange zu spät ist.

Als hätte sich der Autor mit unserem bösen Buben unterhalten, kommt er auf den folgenden Punkt zu sprechen:

Wer ein Beispiel für letztere sucht, findet es auf der Seite von „Pro Quote“, einer Initiative für mehr Frauen in Führungspositionen von Medienbetrieben. Dort lässt Ex-Nachrichtensprecherin Wibke Bruhns ohne jeden Anflug von Ironie verlautbaren: „Frauen sind bessere Vorgesetzte – ich habe das ausprobiert. Als Vorgesetzte.“ Man ersetze „Frauen“ wahlweise mal durch „Männer“, „Weiße“ oder was auch immer, dann ist es bis zum Anfangsverdacht der Volksverhetzung nicht mehr weit.

Der gute Mann macht einen Rundumschlag, da er noch auf das Finanzierungssystem durch den Feminismus zu sprechen kommt:

Gefahr droht jedoch auch von Innen heraus. Der Feminismus hat es geschafft, ein einzigartiges Benachteiligungs-Nachweis-System zu schaffen, das allerdings, je besser es entwickelt wird, sich und die Ausgangsthese kannibalisiert. So sind inzwischen circa 250 Lehrstühle für „Gender Studies“ in Deutschland mit der Erforschung der Benachteiligung von Frauen, also mit Forschung „von Frauen über Frauen für Frauen“, beschäftigt, wie Kritiker Günter Buchholz moniert. Gut dotiert, versteht sich. Der Feminismus droht Opfer seines eigenen Erfolges zu werden.

Nun gut, wir sehen die Gefahr noch nicht, dass sich das System aus Gender Studies, Professorinnenprogrammen und Gleichstellungsbeauftragten bald eigenständig selbst erlegt. Logisch wäre es in einer Schlussfolgerung aber allemal. Allerdings ist der Feminismus fantasievoll genug, aus allem einen Opferstatus der Frau zu basteln.

Die Heinrich-Böll-Stiftung kommt auch noch einmal zu ehren:

In der „Heinrich-Böll-Stiftung“ beträgt der Förderungsanteil von Frauen übrigens seit jeher zwischen 50 und 70 Prozent.

Darin ist natürlich keinerlei Diskriminierung zu erkennen. Frauen sind nahezu überall unterdrückt! Gerade auch in der SPD, bei den Grünen, der Linken und mittlerweile auch soweit, dass es sogar Professorinnenprogramme für minderqualifizierte Professoren geben muss.

Die letzten beiden Sätze sind Ironie.

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